Apropos Bachmann-Preis: Zum Stand der Literaturkritik

Eine Sammlung von Texten über Literatur und Kritik, Betrieb, Markt und Ästhetik. Mit Beiträgen von Katrin Passig, Felix Philipp Ingold, Hubert Winkels, Insa Wilke, Daniela Strigl, Stefan Gmünder, Norbert Gstrein, Philipp Schönthaler u.v.m.

Online seit: 15. Juni 2020

Am 17. Juni beginnen in Klagenfurt die 44. Tage der deutschsprachigen Literatur. Wir haben ins Archiv geblickt und verlinken hier eine Reihe einschlägiger Beiträge zum Wettlesen um den Ingeborg-Bachmann-Preis und zum Stand der Literaturkritik im Allgemeinen. Bachmann-Preis-Trägerin Katrin Passig widmet sich in ihrem Klassiker über die automatische Literaturkritik den Kriterien und Mechanismen der ästhetischen Urteilsbildung, Felix Philipp Ingolds Beiträge zur „Laienherrschaft – in Klagenfurt und anderswo“ und „Was bleibt? Was beliebt!“ nehmen die Funktion von Literaturpreisen und das Zusammenspiel von Jury-Voten und Publikumsgeschmack ins Visier.

Um Abschreibübungen im Hochfeuilleton und eine Kritikerin, die Zitate aus besprochenen Büchern frei erfindet, geht es in den beiden ausgewählten Texten von Norbert Gstrein, Daniela Strigl malt ein Sittenbild der gegenwärtigen Literarturkritik im Realbetrieb.

Philipp Schönthaler beschäftigt sich explizit mit der Frage, wovon Autoren eigentlich leben, und Thomas Kunst rechnet mit literarischen Machtgremien ab.

In den Fragebögen schließlich geben Kritiker – darunter mehrere ehemalige und gegenwärtige Juroren –  Auskunft über Ihre Auffassung vom Geschäft der Literaturkritik heute.

Die Beiträge im Einzelnen:

Überwiegend ernst gemeint
Die Automatische Literaturkritik. Von Kathrin Passig

Laienherrschaft – in Klagenfurt und anderswo
Zum aktuellen Status von Literatur und Literaturkritik. Von Felix Philipp Ingold

Wirklichkeitsbewältigung als literarisches Programm
Beobachtungen und Überlegungen zur aktuellen Buchkritik. Von Felix Philipp Ingold

Was bleibt? Was beliebt!
Literaturpreise als Faktor und Motor des Literaturbetriebs. Von Felix Philipp Ingold.

Im schottischen Hochmoor
„Unmöglich, dass ausgerechnet diese Blätter voneinander abschrieben.“ Von Norbert Gstrein

Doch! Doch! Doch!
„Indem sie aus dem Buch auf ihren Knien abzulesen vorgibt, sagt sie: ‚Die verborgene Deutschheit muß man entbergen. Und das tun wir, indem wir die Juden endlich beseitigen aus Deutschland.‘ Der Moderator sagt: ‚Also dieser Satz steht aber nicht in dem Band, über den wir jetzt reden.‘“ Von Norbert Gstrein.

Der Zuckerbäcker in seinem Reich
Wie André Heller einmal den Faschismus verhindert hat. Die ziemlich österreichische „Rezeption“ des Buches vom Süden. Von Daniela Strigl

Schreiben im Zeichen des Geldes
Die Marktbedingungen, unter denen freie Schriftsteller arbeiten, schlagen sich in der Ästhetik nieder – und in der sozialen Zusammensetzung des Literaturbetriebes. Von Philipp Schönthaler

Der Angler und die Fische
Literatur auf dem Holzweg. Von Thomas Kunst
„Die anhaltend skandalöse Vergabe von Lyrikpreisen in Deutschland ist einem Auslöschungsverfahren von wirklicher Eigenständigkeit gleichzusetzen.“

Fragebogen: Mara Delius

Fragebogen: Evelyne Polt-Heinzl

Fragebogen: Anne-Catherine Simon

Fragebogen: Katja Gasser

Fragebogen: Katrin Hillgruber

Fragebogen: Wiebke Porombka

Fragebogen: Brigitte Schwens-Harrant

Fragebogen: Philipp Theisohn

Fragebogen: Insa Wilke

Fragebogen: Hubert Winkels

Fragebogen: Stefan Gmünder

Fragebogen: Klaus Kastberger

Fragebogen: Daniela Strigl

Fragebogen: Paul Jandl

Fragebogen: Gerrit Bartels

Fragebogen: Andreas Breitenstein

Fragebogen: Uwe Wittstock

Fragebogen: Christoph Schröder

Fragebogen: Meike Feßmann

Fragebogen: Hildegard E. Keller

Fragebogen: Juri Steiner

Fragebogen: Sandra Kegel

Fragebogen: Anton Thuswaldner