Nachhaltigkeit im Verlagswesen / Jürgen Becker / Cătălin Mihuleac / Josefine Rieks / Najem Wali im Gespräch / Rainer Merkel u.v.m.
„avenidas“ am Brandenburger Tor / Warum rechte Bücher zu Bestsellern werden / J. M. Coetzee über Jesu Schulzeit / Flannery O’Connor / Sachbuchbestenliste / Schweizer kaufen weniger Bücher u.v.m.
Aus dem neuen Roman von Norbert Gstrein

„In einem knappen halben Jahr sollte der neue amerikanische Präsident gewählt werden, und die Stimmung, die auf der Tagung in New York herrschte, brachte am besten die Tatsache zum Ausdruck, dass von einheimischen Teilnehmern immer wieder der Satz zu hören war, wenn das Schlimmste einträte, würden sie nach Kanada auswandern. Ich hatte ein Sabbatical und war überhaupt nur hingefahren, weil unter den Organisatoren auch mein Freund Tim Markowich …“
„Sie haben uns jetzt diese Masken ausgeteilt, mit denen man ein bisschen ausschaut wie ein Hund, und haben gesagt, es ist sonst alles o.k.“
Arno Geiger liegt mit Unter der Drachenwand an der Spitze der Bestenliste, gefolgt von Peter Handke (Die Obstdiebin) und Iwan Turgenjew (Väter und Söhne).
Der erstmals vergebene Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.
„Vier junge Frauen, als die Hardrock-Band Kiss verkleidet, auf einem Kärntner Faschingsgschnas im Jahre 1998. Birgit als Gene Simmons, ich als Ace Frehley.“
„Bis heute lässt sich nicht genau sagen, was die Leute eigentlich beklatschten, die im Herbst 2015 auf deutschen Bahnhöfen die zu Tausenden eintreffenden Flüchtlinge mit Applaus empfangen hatten, denn Schauspiel war es keines.“
Neulich wurde mir bewusst, dass ich alt geworden bin.
„Ich nehme meinen Gehstock, stöckele zum Zweitausendeins hinein und sehe mein Werk, teilverramscht. Da liegt es, je zwei Bücher im Doppelpack für nur 5 Euro achtzig.“
„Zweifel sind schlimmer als Zahnschmerzen. Aber Bescheidenheit ist ein fadenscheiniger Mantel. Und Metaphern sind überhaupt das Letzte.“
Von Tex Rubinowitz
„Es ist wie bei einer kollektiven Massenhinrichtung quer durch Europa, Jahr für Jahr. Neulich fragte sogar die FAZ, warum da die Politik nichts tue.“
Miljenko Jergović zählt seit Langem zu den bedeutendsten Autoren des ehemaligen Jugoslawien. Sein jüngstes Buch, Die unerhörte Geschichte meiner Familie, wurde auch von der deutschsprachigen Kritik hoch gelobt. Barbi Marković hat mit ihm über die Entstehung und Hintergründe des Romans gesprochen.
Ein Streifzug durch neuere germanistische Kompendien.
Mit Beiträgen von Teresa Präauer, Alexander Kluge, Niklas Luhmann, Arno Geiger, Norbert Gstrein, Katrin Hillgruber, Thomas Stangl, Susanne Schleyer, Uwe Schütte, Andreas Maier, Felix Philipp Ingold, Jan-Heiner Tück, Hartmut Lange, Mariusz Hoffmann, Michael Braun, Paul-Henri Campbell, Ángel Santiesteban, Alban Nikolai Herbst, Giwi Margwelaschwili, Jörg Sundermeier
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„Jedes Mal geht mir der gleiche Gedanke durch den Kopf: Dass ich nie hatte Schriftsteller werden wollen, sondern immer nur Autorennfahrer, und dass ich die ersten Geschichten als Schüler in der Vorstellung geschrieben habe, damit viel Geld zu verdienen und mich in die Formel III einzukaufen.“
Gedanken zu Literatur und Selbsterfahrung. Von Arne Rautenberg
Aus dem neuen Roman von Dennis Cooper
Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert.
Nach 23 Jahren künstlerischer Enthaltsamkeit legen The Justified Ancients of Mu Mu so etwas wie einen Roman vor.
Agenten, Kritiker, literarische Wirklichkeitsbewältigung, Gstreins Nachlass und Präauer beim Streamen.
„Seasons“ von Future Islands.

Er singt, er tanzt, er richtet sich wieder ganz auf, wie um Mut zu schöpfen, um seine Aussage zu verdeutlichen: Ich habe auf dich gewartet, ja.
Beobachtungen und Überlegungen zur aktuellen Buchkritik. Von Felix Philipp Ingold
Marcel Hartges im Gespräch mit Angelika Klammer über das Geschäft der Literaturagenten, Veränderungen im Verlagswesen und Kräfteverschiebungen im Literaturbetrieb.
Thomas Lang über die neuen Romane von Yves Petry und Heinz Strunk und die alte Frage, was in Literatur und Film dargestellt werden darf und was nicht.
Kathrin Passig und Clemens J. Setz über Bücher, Träume, Krokodile und Kunstsprachen sowie über Schwänze und Schweife bei Mensch und Tier.
Zum Geschäft der Literaturkritik heute: „Es ist nicht so leicht, sich dem Druck zu widersetzen.“
Norbert Gstreins Kolumne „Writer at Large“
Der tägliche VOLLTEXT-Newsletter bündelt Links zu einschlägigen Beiträgen in wesentlichen deutschsprachigen Medien, darunter die NZZ, Die Welt, Die Zeit, FAZ, Süddeutschen Zeitung, Die Presse, Der Standard u.v.m.
Zum Geschäft der Literaturkritik heute
„… unter den aus dem Nachlass des Schriftstellers Norbert Gstrein bei Sotheby’s zur Versteigerung anstehenden Schriftstücken findet sich auch die auf der Nebenseite als Faksimile abgedruckte Urkunde.“
Eine Kolumne von Teresa Präauer
Norbert Gstreins Kolumne „Writer at large“
Eine Kolumne von Andreas Maier
Noch bevor der Mann es aussprach, sagte ich – ungefragt, vielleicht war das nicht ganz höflich von mir, aber es war völlig offensichtlich: Sie sind ein Sohn von Udo Jürgens!
Zum Geschäft der Literaturkritik heute
Ein Gespräch zwischen Michael Braun und der Literaturwissenschaftlerin Simone Fässler zum Werk von Ilse Aichinger.
Eilbericht von den US-Präsidentschaftswahlen. Von Norbert Gstrein
Ulrike Draesner im Gespräch mit Cornelius Hell über die zeitgenössische Dichtung und die Schwierigkeiten bei ihrer kritischen Würdigung:
HELL In der Jurydiskussion beim Meraner Lyrikpreis war diese Jahr einmal die Rede von aussterbenden Tieren und von der Lyrik als aussterbender Gattung – befürchten Sie das?
DRAESNER Ja und nein. Zum einen gibt es eine lebendige Lyrik-Schreibszene, viele Töne, sehr gute deutschsprachige Lyrik aus vielen verschiedenen Quellen, von ganz unterschiedlichen Altersgruppen, die sich aneinander reiben. Auch der Zustrom zu Festival-Lesungen ist bekanntlich immer noch gut, und natürlich trägt das Internet noch einmal ganz anderes zur Möglichkeit bei, Lyrik überhaupt wahrzunehmen und zu rezipieren. Doch im Buchwesen sieht es traurig aus: Die tatsächlichen Buchverkäufe halten in keiner Weise mit, Lyrik wird in den großen Verlagsprogrammen zunehmend marginalisiert, sie wird manchmal nur noch mitverlegt, weil ein Autor andere Genres bedient, sie wandert ab, und das Geld wandert ab aus diesem Beruf.
Gottfried Benns und Friedrich Wilhelm Oelzes furioser Briefwechsel. Von Thomas Sparr
Zum Geschäft der Literaturkritik heute.
Wie André Heller einmal den Faschismus verhindert hat. Die ziemlich österreichische „Rezeption“ des Buches vom Süden. Von Daniela Strigl.
Norbert Gstreins Kolumne „Writer at large“ in der aktuellen Ausgabe VOLLTEXT 2/2016.
„Unmöglich, dass ausgerechnet diese Blätter voneinander abschrieben …“
„Im Grunde fangen wir zu früh an, Kritiken zu schreiben.“ Zum Geschäft der Literaturkritik heute.
Eine Erzählung von Cornelia Travnicek. „Mit welcher Freude Kollege Setz diese Geschichte lesen würde – hätte er sie nur überleben können.“
Ein Leserbrief von Bernhard Judex zu Raimund Fellingers Beitrag „Ungenierte Tertiärbiografie“ / Unsere Replik darauf
„Zum anderen war meine Großmutter eine solche Seele von Person, dass ich ihr in keiner Weise zutraue, mich jemals in eine Kammer gesperrt zu haben oder überhaupt irgendwohin. Sie gab mir lieber Weinbrandbohnen und Eierlikör.“
Eine Kolumne von Teresa Präauer
Von der Wirklichkeit möglicher Welten in der Literatur. Von Felix Philipp Ingold
Zum Geschäft der Literaturkritik heute
Ulrich Peltzer zeigt in seinem Roman Das bessere Leben wie zeitgenössisches Schreiben aussehen kann. Von Christoph Jürgensen
Dostojewskij als Dichter des Absurden. Eine literarhistorische Recherche von Felix Philipp Ingold.
Die suggestive Klarnamen-Prosa des Norwegers Tomas Espedal zählt zum Lesenswertesten, das die europäische Literatur gegenwärtig zu bieten hat. Von Thomas Lang
Von Norbert Gstrein.
Manfred Mittermayers neue Bernhard-Biografie bietet viel Altbekanntes. Von Raimund Fellinger
Alban Nikolai Herbsts neuer Roman Traumschiff. Von Uwe Schütte
Zur deutschsprachigen erzählenden Literatur der Gegenwart. Von Ernst-Wilhelm Händler.
„Dies ist ein Experiment: Die Erzeugung von Literatur wird als regelbasiert aufgefasst, und es werden drei grundlegende Regeln formuliert, die für die deutschsprachige Gegenwartsliteratur konstitutiv sind.“
Alban Nikolai Herbst über Frank Witzels Roman Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969.
Lyrisches aus der Shirtmaschine von Kathrin Passig.
Zum aktuellen Status von Literatur und Literaturkritik. Von Felix Philipp Ingold
Eine Kolumne von Andreas Maier.
„Ich war ja anfänglich so etwas wie Thomas Bernhard für geistig Arme.“