„Gegenwartssprech und Internetmemes, Standardfloskeln zwischen Aufregung und Abgeklärtheit aus dem diskursiven Repertoire der Social Media“
Grenzgänge der Literatur V – Aktuelle Leseerfahrungen mit Mendele Moicher Sforim, Danilo Kiš und Olga Tokarczuk. Von Felix Philipp Ingold

Materialien & Texte aus den sieben Körben. Von Alexander Kluge

„Mangel an Dolmetschern und berittener Erkundung – das notierte Franz Kafka als Grund Nr. 19 der Niederlage Napoleons in Rußland.“
Unterwegs zu Eduard von Keyserling. Von Klaus Modick

„Seinem Charme verdankte er freilich auch die Syphilis.“

Lektürenotizen von Arno Geiger zu Büchern von Peter Handke, Joan Didion, Elfriede Jelinek, Erich Maria Remarque, Karl Kraus u.a.
Bei den Nazis war der Begriff ebenso beliebt, wie später in der DDR. Heute scheuen auch die politisch Korrekten nicht vor seiner Verwendung zurück. Michael Buselmeier über die Lieblingsvokabel aller Kulturlobbyisten.
Eine Leseprobe aus Frank Witzels Roman.
Dass sich der vierzigjährige Adorno als „Archibald Stumpfnase Kant von Bauchschleifer“ bezeichnet und seine Mutter als „Marimumba, meine Stutensau“, verweist auf eine derart vor-ödipale Naivität, dass man als Außenstehender nur ungern daran teilhaben möchte.
In einem offenen Brief an den Intendanten des Norddeutschen Rundfunks wenden sich Autoren, Veranstalter und Verleger gegen die Einstellung der ältesten Büchersendung im deutschen Fernsehen.
Der tägliche Newsletter mit Links zu einschlägigen Beiträgen in deutschsprachigen Medien.
Das Beste aus unserer täglichen Presseschau.
Diese Themen haben unsere Leserinnen und Leser seit 2002 am meisten interessiert.
Angelika Klammer im Gespräch mit Oswald Egger über den Triumph der Farben und anderes.

„Es geht um die lachende Misere, den Trost, dass das ganze Um und Auf sich nicht ausgeht.“

Thomas Lang im Gespräch mit Dietmar Dath über Science-Fiction und sein neues Buch Niegeschichte.

„Die Kulturindustrie hat den Kanon gekillt, weil sie zu viel Zeug ausstößt, um es noch nach Rang zu sortieren.“

Die Literaturhäuser beklagen die mangelnde Berücksichtigung von Literaturveranstaltungen in der kulturpolitischen Diskussion und fordern von Kogler und Lunacek Planungssicherheit für die Herbst-Saison.
Ein E-Mail-Wechsel über neue Editionen von Wolfgang Koeppen und Peter Hacks. Von Klaus Siblewski

„Reich-Ranicki wollte Koeppen in den 1960er-Jahren als Gegenfigur zum katholischen Heinrich Böll aufbauen und dessen Bedeutung zurückdrängen.“

Zwei Dominanten heutiger Belletristik. Grenzgänge der Literatur (IV). Von Felix Philipp Ingold
„… sich auszudrücken für nichts und wieder nichts.“
Von Andreas Maier

„Unreinlich bin ich bislang noch nicht geworden, aber mir geht unterdessen fast jeder Mut ab, mir noch Kleidungsstücke zu kaufen.“

Zum Geschäft der Literaturkritik heute

„Die Vorstellung, dass die eigene Lektüre möglichst schnell an die Diskussionen im Gesellschaftsteil rückgekoppelt werden muss, halte ich für fehlgeleitet.“
Esther Kinsky über das Schreiben, Übersetzen und Unterrichten von Literatur

„Ich glaube auch, wenn man Künstler sein will, darf man keine Schonung erwarten.“

Aus dem Tagebuch der Clemens J. Setz.
„Ein Jogger rennt mit Blaulicht auf dem Kopf. Eine Frau mit Narkolepsie, sie trägt einen Helm, ist gerade umgesunken und schläft.“

Birgit Birnbacher liegt mit Ich an meiner Seite an der Spitze der Bestenliste im April, gefolgt von Xaver Bayer und Hilary Mantel.
Von Teresa Präauer.

„… und wir sind zurück in den Achtzigerjahren.“

Von Andreas Maier. „Ich bin Reichsdeutscher. Wenn ich das sage, werde ich meistens missverstanden.“
Von Norbert Gstrein.
Die unbekannten Anfänge eines literarischen Sisyphos: Zu Stefano Apostolos Studie über Thomas Bernhards erfolglose frühe Prosa. Von Franz Haas

„Der Genuß, junge Männer in abgewetzten Lederanzügen anzuschauen, reizt mich zum Erbrechen.“

Eine Poetikvorlesung von Ernst-Wilhelm Händler.

„In den vergangenen Jahrzehnten wurde das amerikanische Schreiben – eher schlicht, eher gefühlsnah, eher unterhaltsam – als die „wirklich“ gute Literatur propagiert.“
Wolfgang Emmerich im Gespräch mit Michael Braun über Paul Celans Verhältnis zu seinen deutschen Kritikern.
„Frau Heidegger hat ja behauptet, sie und ihr Mann hätten nicht gewusst, dass Celan Jude sei.“

Ulrike Draesner im Interview mit sich selbst über ihr Leben als Schriftstellerin und als Professorin für literarisches Schreiben.

Das ist der Haufen, in dem ich lebe. Das sind „die Deutschen“.

Uwe Schütte im Gespräch mit dem Berliner Künstler, Musiker und Autor Hendrik Otremba über Kryonik, Scott Walker, Roberto Bolaño, W. G. Sebald und seinen Roman Kachelbads Erbe.
Die Julius-Campe-Preisträgerin gibt Auskunft über den Stand der Literaturkritk,  persönliche Vorlieben und Lektüren.
„Ich beobachte bei einigen Kollegen die Neigung, schnell in das Bedeutungsverlust-Karaoke des Betriebs einzustimmen.“
Beobachtungen und Notate am Rand der Frankfurter Buchmesse. Von Felix Philipp Ingold
Siegfried Unseld zum Gedenken. Norbert Gstreins Kolumne „Writer at Large“.
Scott Walker begann seine Karriere als Schnulzensänger und entwickelte sich zum radikalen Kunstmusiker. Seit Kurzem liegen seine exzentrischen, auch unter literarischen Gesichtspunkten interessanten Songtexte als Buch vor. Von Uwe Schütte
Michael Braun im Gespräch mit Kenah Cusanit
Bekannt ist, dass die Fotografie wie auch die Kartografie im 19. Jahrhundert ein Erstarken des Nationalgefühls bewirkte.
Ein historisch-kritischer Beitrag zur aktuellen Fake-Debatte. Von Felix Philipp Ingold
Die „Lügenpresse“ wird sich der „Lügenliteratur“ wohl mehr und mehr angleichen, vielleicht ergibt sich daraus ein neues publizistisches Genre, das in fernerer Zukunft die künstlerische Belletristik entbehrlich machen und ersetzen wird?
Norbert Gstreins Kolumne „Writer at Large“„Ich hatte keine Ahnung, wie über die Grenze zu schreiben wäre, zwischen Peter Handke in seiner bosnischen Phase, Claas Relotius und vielleicht Heribert Prantl als Maßstab der Maßstäbe in punkto Moral.“

Zum Stand der Literaturkritik heute

„Man kann auch zuviele Bücher lesen.“

Persönliche Lektüre-Empfehlungen von Thomas Lang, Martin Prinz, Karin S. Wozonig, Uwe Schütte, Susanne Schleyer und Teresa Präauer.
Aus dem Tagebuch von Clemens J. Setz.
Meine Mutter erzählte mir am Telefon von Schwestern auf der Wachkomastation, die die Patienten verkleiden. „Ist er nicht süß“, sagen sie dann.
Über den englischen Magier, Okkultisten und Romancier Aleister Crowley, samt der Spuren, die er in der Literaturgeschichte hinterlassen hat. Von Uwe Schütte.
„Die Einheimischen beobachteten den Mix aus sex, drugs und magick samt der Nacktbaderei mit großer Empörung. Benito Mussolini persönlich unterschrieb die Ausweisungsorder gegen Crowley.“
„Wasch soll das? Wo ist die alte Supernase geblieben? Die Frechheit und die Tollpatschigkeit, die am Ende immer siegt? Wo die Anspielungen, die Zitate? Wieso denn jetzt scheitern – so ganz ohne Not?“
Der Aufstieg aus der Arbeiterklasse ins Bürgertum und das Hadern mit diesem „Verrat“ an der eigenen Herkunft sind prägend für das Werk von Annie Ernaux. Eine Erfahrung, für die sie ein literarisches Idiom erst mühevoll entwickeln musste. Von Julia Schoch.
„Lagerfeld reist an und rauscht ab, er ist gegen diese Location und für jenes Venue.“
Literatur auf dem Holzweg. Von Thomas Kunst
„Die anhaltend skandalöse Vergabe von Lyrikpreisen in Deutschland ist einem Auslöschungsverfahren von wirklicher Eigenständigkeit gleichzusetzen.“
Versuch über eine persönliche Sprachgenese. Von Andreas Maier
„Das klingt kitschig, aber anders sind die Begriffe, die sich aus Gott ergeben, nicht formulierbar.“
Und bei ‚all dead‘ dann die Macker-Geste für ‚Kopf ab‘ in die Kamera, als wäre Bill Shakespeare sowas wie der ältere Bruder von Tupac Shakur.
Michel Leiris und das Schreiben über sich selbst. Von Thomas Stangl
„Ist das, was auf dem Gebiete der Schriftstellerei vor sich geht, nicht jeden Wertes bar, wenn es ,ästhetisch‘ bleibt, harmlos und straffrei?“
Die Marktbedingungen, unter denen freie Schriftsteller arbeiten, schlagen sich in der Ästhetik nieder – und in der sozialen Zusammensetzung des Literaturbetriebes. Von Philipp Schönthaler
Ein Essay von Ernst-Wilhelm Händler. – Literatur, die versucht, „Das Menschliche“ möglichst unverändert durch die Zeiten zu bringen, muss scheitern.
Ein Gespräch zwischen Alexander Kluge und Niklas Luhmann.
Keine Wissenschaft kann widerlegen, daß ein Geist in den Nächten mit uns redet …
Wie ticken Strigl, Winkels, Kegel & Co? Kritikerinnen und Kritiker geben Auskunft über ihre Vorlieben, ihre Fehlurteile und ihren literaturtheoretischen Hintergrund.