Gute Maske für schwierige Zeiten

Lek­tü­re­no­ti­zen von Xaver Bay­er zu Büchern von Saint-Pol-Roux, Gus­tav Ernst, El Hor / El Ha, Ger­hard Mai­er, Jan­nis Rit­sos, Anton Fuchs, Alfred Schmel­ler und Mar­ga­ret Mit­chell

Ger­hard Mei­er: Amrai­ner Tetra­lo­gie

Immer die­se blö­den Vor­ur­tei­le! Ohne je etwas von Ger­hard Mei­er gele­sen zu haben, war ich fest davon über­zeugt, es hand­le sich bei ihm um einen typi­schen Ver­tre­ter jener schwei­ze­ri­schen Lite­ra­tur, die sich auf schnell ermü­den­de, selbst­re­fe­ren­ti­el­le Wei­se in der angeb­li­chen Ver­schro­ben­heit des Schwei­zer­tums suhlt und mit einer Drol­lig­keit koket­tiert, die jedoch kei­ne Drol­lig­keit ist, son­dern eine sich als Regio­na­lis­mus ver­klei­den­de Folk­lo­re, deren Kunst­griff sich letzt­lich im gezier­ten Aus­spie­len manie­rier­ter Spra­che erschöpft.

Weit gefehlt! Schon nach den ers­ten Sei­ten von Mei­ers Buch, das ich zuvor in einer die­ser öffent­li­chen Bücher­tausch­zel­len gefun­den und nahe­zu wider­wil­lig zu lesen begon­nen hat­te, mein Auf­mer­ken: Hopp­la, end­lich wie­der ein­mal ein Beson­de­rer! Nach Been­di­gung der Lek­tü­re konn­te ich auf­at­men. Zum einen, weil ich mein dum­mes Vor­ur­teil durch die Lek­tü­re wider­legt wuss­te, zum ande­ren war mir klar, dass ich wei­ter­le­sen wür­de, und ich bestell­te umge­hend die vier­bän­di­ge Werk­aus­ga­be. Das ist lei­der nur noch anti­qua­risch mög­lich.

Eben­falls eine Beson­der­heit ist der Inter­view-Band mit Ger­hard Mei­er, Das dunk­le Fest des Lebens, von und mit Wer­ner Mor­lang, ein erhel­len­des Gespräch dar­über, was es mit sich und was einen dazu brin­gen kann, ein Buch zu schrei­ben. All den­je­ni­gen zu emp­feh­len, die in Schreib­schu­len und Lite­ra­tur­in­sti­tu­ten ihre Stun­den absol­vie­ren und das Gefühl haben, sich nicht am rich­ti­gen Ort zu befin­den.

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Jan­nis Rit­sos: Phil­ok­tet

Das zwei­te Büch­lein die­ses gro­ßen Poe­ten des zwan­zigs­ten Jahr­hun­derts, das im klei­nen Ver­lag Rei­ne­cke & Voß auf Deutsch erschie­nen ist, der dan­kens­wer­ter­wei­se eben­so Gaspard de la Nuit von Aloy­si­us Bert­rand neu auf­ge­legt hat, ist nur über die Home­page des Ver­lags zu bestel­len.

Wie eigent­lich alles, was Rit­sos geschrie­ben hat, ist auch die­ser Mono­log höchs­te Kunst, ver­gleich­bar dem Gitar­ren­spiel von Andrés Sego­via oder Car­los Mon­toya. Der Autor ähnelt den bei­den Musi­kern dar­in, dass er wäh­rend der Ent­fal­tung sei­ner höchs­ten Vir­tuo­si­tät gleich­sam kein ange­streng­tes Gesicht macht.

Rit­sos hat Phil­ok­tet in der Zeit der grie­chi­schen Mili­tär­jun­ta ver­fasst. Nicht ohne Grund wähl­te er den eins­ti­gen Kämp­fer im Tro­ja­ni­schen Krieg, der nach neun­jäh­ri­gem Aus­ge­setzt­sein von einem Sol­da­ten gebe­ten wird, dem vor Tro­ja lagern­den Heer wie­der als Mit­strei­ter bei­zu­ste­hen.

Und, sie­he da, beim Lesen, wirkt – ange­sichts des glo­bal sich for­mie­ren­den Tita­nen­tums – die­ser Text hoch­ak­tu­ell. Es geht um Auf­rüs­tung, um das Zur-Hand-Neh­men von Waf­fen. Die Mas­ke, die Phil­ok­tet, als zuhö­ren­de und schwei­gen­de Figur des Mono­logs, am Ende doch nicht auf­setzt, son­dern unter dem Nacht­him­mel lie­gen lässt, weist noch heu­te auf etwas hin, das über­zeit­li­che Gül­tig­keit hat, selbst wenn die Stern­bil­der von Satel­li­ten­schwär­men durch­kreuzt und von den Lich­tern der Städ­te über­strahlt wer­den. Eine gute Mas­ke für schwie­ri­ge Zei­ten: der Mythos.

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Anton Fuchs: Ima­gi­nä­re Berich­te

Man kann Bücher öff­nen wie eine Zim­mer­tür. Man tritt ein und ist plötz­lich in einer ande­ren Welt, in einem ande­ren Ord­nungs­prin­zip, in einem ande­ren Men­schen.

Ich habe die­ses 1974 im Euro­pa-Ver­lag erschie­ne­ne Buch kürz­lich wie­der ein­mal aus dem Regal genom­men, um zu sehen, ob mei­ne Begeis­te­rung noch die­sel­be ist wie vor etli­chen Jah­ren. Natür­lich anders, aber ja! Man beginnt zu lesen, und prompt ist man in einem Koor­di­na­ten­sys­tem, das einem zu den­ken gibt. Wie soll­te man eine der­ar­ti­ge Lite­ra­tur eti­ket­tie­ren? Phan­tas­ti­scher Exis­ten­zia­lis­mus? Sur­rea­lis­ti­sche Sach­lich­keit? Impres­sio­nis­ti­scher Expres­sio­nis­mus? All das trifft es nicht.

Fuchs ist ein Eige­ner. Die fast beam­ten­haf­te Gründ­lich­keit und Gewis­sen­haf­tig­keit, mit der er sei­ne gro­tes­ken und rea­li­tä­ten­ver­schie­ben­den Anord­nun­gen in kur­zen Tex­ten bewerk­stel­ligt, erin­nert stel­len­wei­se an das unver­meid­li­che Vor­bild Kaf­kas, aber die­sen auch nur annä­hernd zu kopie­ren, ver­mei­det Fuchs beharr­lich und erfolg­reich. Er errich­tet zwi­schen sich und dem Leser ein Satz­ge­flecht wie einen Zaun, bei dem man ein­zig durch die Lücken und Zwi­schen­räu­me schau­en kann, und schafft so eine Distanz, die jedes fal­sche Sen­ti­ment fern­hält. Dar­auf beru­hen die Wucht und die nach­hal­ti­ge Ein­dring­lich­keit nicht aller, aber vie­ler sei­ner Tex­te.

Wie­so die­ser 1920 in Wien gebo­re­ne und 1995 in Kla­gen­furt ver­stor­be­ne soli­tä­re Schrift­stel­ler nicht einen höhe­ren Rang im Kanon der öster­rei­chi­schen Lite­ra­tur ein­nimmt, ist unver­ständ­lich.

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Saint-Pol-Roux: Geschwin­dig­keit

Die deut­sche Werk­aus­ga­be von Saint-Pol-Roux (1861–1940) kam vor Jahr­zehn­ten im Ver­lag Rolf A. Bur­kart her­aus, und erst seit 2013 ist wie­der ein Buch von ihm dank Matthes & Seitz lie­fer­bar.

Saint-Pol-Roux, die­se Schwel­len­fi­gur zwi­schen Sym­bo­lis­mus und Sur­rea­lis­mus, ist ein Bei­spiel dafür, dass zuwei­len Schwel­len wich­ti­ger sein kön­nen als so man­ches, das vor und hin­ter ihnen liegt. In die­sem Fall sind es sei­ne Nota­te, Apho­ris­men, denen man anmerkt, dass er aus per­sön­li­chen Grün­den dring­lichst auf die Aus­wir­kun­gen der Tech­nik auf den Men­schen reagie­ren woll­te.

Was Sig­fried Gie­di­on in Die Herr­schaft der Mecha­ni­sie­rung mus­ter­gül­tig und aus­führ­lich behan­delt und wor­über Paul Viri­lio in sei­ner Dro­mo­lo­gie phi­lo­so­phiert hat, fin­det sich in ande­rer Form schon ein paar Jahr­zehn­te zuvor bei Saint-Pol-Roux: Was bedeu­tet es etwa, in einem Auto zu sit­zen? Was ist Rei­sen? Was machen unter­schied­lich gene­rier­te Geschwin­dig­kei­ten mit unse­rer Auf­fas­sung und Erfas­sung von Welt? Was hat Sport mit Maschi­ni­sie­rung zu tun? Et cete­ra.

Vie­les wirkt pro­phe­tisch, was ihn bis­wei­len wie einen zwei­ten Jules Ver­ne erschei­nen lässt: Eines Tages wer­den alle Stra­ßen der Welt zu gewal­ti­gen Abschuss­ram­pen, wir wer­den von einem Punkt zum ande­ren ohne irdi­sche Wege rei­sen. Wir wer­den Flü­gel fah­ren, wie man Ski fährt. (…); in den Lüf­ten wird man Inseln bau­en, ange­hal­te­ne Geschwin­dig­kei­ten in beträcht­li­cher Höhe, von wo man die Mont-Blancs da unten sehen wird, und die­se in der Nacht hell erleuch­te­ten Inseln wer­den das Fir­ma­ment aus­lö­schen und wir wer­den eine ande­re Astro­no­mie erler­nen müs­sen. Aus dem Dun­keln wird Tag, aus dem Hel­len wird die Nacht.

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Gus­tav Ernst: Die Glück­se­li­gen

Gus­tav Ernst, einer der ori­gi­nells­ten Autoren der Sieb­zi­ger-Jah­re-Lite­ra­tur Öster­reichs, gehört unbe­streit­bar schon zur alten Gar­de. Bereits sein Erst­ling, Ein­sa­me Klas­se, von 1979, der im Umfeld der Wie­ner Are­na-Bewe­gung spielt, ist lesens­wert. Sei­ne ande­ren Bücher sei­en eben­falls ans Herz gelegt. Es ist kei­ne nach Ver­kaufs­zah­len schie­len­de Lite­ra­tur, son­dern eine, die sich bewusst, aber nicht bemüht allem Markt­kon­for­men her­aus­for­dernd in den Weg stellt, und Ernst schont dabei weder sei­ne Leser noch sich selbst.

Kei­ne Alters­mü­dig­keit oder Alters­mil­de in sei­nem neu­es­ten Buch: Da gewinnt man den Ein­druck, sich in einem immer schnel­ler dre­hen­den Karus­sell zu befin­den, bei dem die mit­fah­ren­den und mit­han­deln­den Per­so­nen her­aus­ge­schleu­dert wer­den und sich in Nach­hal­le, Nach­klän­ge, Nach­far­ben auf­lö­sen, wäh­rend der Haupt­prot­ago­nist vier­schrö­tig und uner­schro­cken alle Höl­len­krei­se eines Fine-dining-Hor­ror­ka­bi­netts durch­schrei­tet.

Eine Para­bel und ein Vexier­bild unse­rer aktu­el­len Gesell­schaft, die von den Aus­wir­kun­gen des Kapi­ta­lis­mus und sei­nen Zwangs­prag­ma­tis­men grund­ge­schä­digt ist und in der die Unge­rech­tig­keit der Güter- und Chan­cen­ver­tei­lung zwi­schen Arm und Reich immer him­mel­schrei­en­der wird. Ton­an­ge­bend die Devi­se und Durch­hal­te­pa­ro­le Wett­be­werb über alles!, nicht zuletzt im Geschlecht­li­chen. Ein Weg wie von Breu­ghel zu Hie­ro­ny­mus Bosch: Was sich als zünf­ti­ger Unter­ta­nen-Rei­gen anlässt, stei­gert sich zu einer Par­tou­se syba­ri­ti­scher Zom­bies. Unzwei­fel­haft erfüllt von Grau­en, aber immer auch am Hand­lauf der Komik ent­lang. Ernst sei Dank!

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El Hor / El Ha: Die Schau­kel. Schat­ten.

Gegen­wär­tig wer­den ja gefühl­ter­ma­ßen am lau­fen­den Band zweit- bis dritt­klas­si­ge Autorin­nen und Autoren ver­gan­ge­ner Zei­ten wie­der­ent­deckt und ‑ver­öf­fent­licht, die im bes­ten Fall von kul­tur­his­to­ri­schem Inter­es­se sind, im schlech­tes­ten sind sie nicht ein­mal das.

Bei der Per­son, die vor­lie­gen­de Kurz­pro­sa ver­fasst hat, die ich in einer Aus­ga­be vom Steidl Ver­lag aus dem Jahr 1991 (her­aus­ge­ge­ben von Hart­wig Suhr­bier) unlängst geschenkt bekom­men habe, ist nicht ein­mal sicher, ob es sich um eine Autorin oder einen Autor han­delt, denn das Geheim­nis um das Pseud­onym ist bis heu­te nicht gelüf­tet. Das mag wur­men, aber eigent­lich ist es doch egal, Haupt­sa­che, es gibt die­se Tex­te! Wie es El Hor / El Ha gelingt, in weni­gen Zei­len etwa sich lang­wei­len­de Orchi­deen in einem Blu­men­la­den oder einen Vor­stadt­mor­gen oder das Glän­zen eines Opals zu beschrei­ben, prä­zi­se und wie hin­ge­wor­fen wir­ken­de All­tags­be­ob­ach­tun­gen, zeich­net für mich das schma­le Werk als Lite­ra­tur ers­ter Klas­se aus.

Zwi­schen­durch fin­det sich zwar der Zeit – dem expres­sio­nis­ti­schen Jahr­zehnt – geschul­de­tes Pathos, das im Übri­gen auf­fal­lend oft sei­ne Ener­gie aus der Psy­cho­pa­thia sexua­lis von Krafft-Ebing zu schöp­fen scheint, aber auch so etwas ist ja mit­un­ter mit Inter­es­se zu lesen.

Paul Lep­pin mein­te 1922 in einem Arti­kel über die Tex­te von El Hor / El Ha: … seit Peter Alten­berg das feins­te, sub­tils­te Genie der Skiz­ze.

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Alfred Schmel­ler: Seh­schlacht am Canal Gran­de

Und schon wie­der ein Buch, das man nur noch in der Biblio­thek oder anti­qua­risch in die Hän­de bekommt. Eige­ne Ver­su­che in den letz­ten Jah­ren, das Inter­es­se von Ver­la­gen zu gewin­nen, eine neue Aus­wahl von Arti­keln und Brie­fen die­ses wich­ti­gen Kunst­re­zen­sen­ten der zwei­ten Hälf­te des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts her­aus­zu­brin­gen, blie­ben bis heu­te erfolg­los.

Dabei ist Schmel­ler nach mei­nem Dafür­hal­ten ein eben­so her­aus­ra­gen­der Sti­list wie Alfred Pol­gar oder Theo­dor Wolff oder Fried­rich Ach­leit­ner, jedoch fre­cher. Auch sei­ne Bei­trä­ge in unter­schied­li­chen Dehio-Hand­bü­chern sind vor­bild­lich, was Prä­gnanz betrifft. Da liest sich die knap­pe Beschrei­bung einer Kir­che wie die Ide­al­ver­wirk­li­chung der Auf­ga­ben­stel­lung, alles Nöti­ge auf denk­bar kür­zes­te Wei­se zu sagen, ohne dabei Kate­go­rien wie sub­jek­ti­ves Schön­heits­emp­fin­den, Witz und skep­ti­sches Bewusst­sein aus­zu­spa­ren.

In der (von Otto Breicha 1978 her­aus­ge­ge­be­nen) Seh­schlacht am Canal Gran­de bekommt man zusätz­lich einen weit­ge­fä­cher­ten Ein­druck der öster­rei­chi­schen und inter­na­tio­na­len Kunst­sze­ne der Nach­kriegs­jah­re. Die geist­rei­che, ange­nehm respekt­lo­se und von fun­dier­tem Wis­sen getra­ge­ne Kri­tik­fä­hig­keit machen die Lek­tü­re zu einem Ver­gnü­gen und schü­ren zugleich das Bedau­ern dar­über, dass es die­ser Tage in Medi­en kaum nen­nens­wer­te Bespre­chun­gen von zeit­ge­nös­si­schen Aus­stel­lun­gen, Kon­zer­ten, Lesun­gen, Film­vor­füh­run­gen oder Bau­wer­ken gibt, die für sich selbst lite­ra­ri­sche Leis­tun­gen dar­stel­len.

Eben sol­che sind Alfred Schmel­lers aus dem Ärmel geschüt­tel­te Auf­sät­ze und Kri­ti­ken kul­tu­rel­ler Ereig­nis­se der Jah­re 1948 bis 1978.

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Mar­ga­ret Mit­chell: Vom Win­de ver­weht

Vor mei­nem geis­ti­gen Auge ein ver­wais­ter Rum­mel­platz, wie es ihn nicht mehr gibt, ein Rekom­man­deur, der mit einem ble­cher­nen Sprach­rohr ein (eben­falls nicht mehr exis­ten­tes) Publi­kum zur Attrak­ti­on locken will. Ich höre regel­recht sei­ne hei­se­re Stim­me, wie sie ruft: Her­bei, her­bei! Reißt auf die Augen! Ris­kiert einen Blick! Folgt der Geschich­te von Scar­lett O’Hara und Rhett But­ler! Wenn ein Buch mit dem Prä­di­kat Page­tur­ner ver­se­hen wer­den darf, dann die­ses! Nichts für Zim­per­li­che und Über­kor­rek­te! Nur Mut, her­bei, her­bei! Wer­det Zeu­gen, wie die Autorin es schafft, die nicht sehr sym­pa­thi­sche, weil hoff­nungs­los ego­is­ti­sche Hel­din bis zur letz­ten Sei­te als Getrie­be­ne durch die Zeit­läuf­te zu het­zen! Her­bei, her­bei!

Der Aus­ru­fer lässt das Mega­phon sin­ken und blickt auf sei­ne Uhr. Ein schlech­ter Tag heu­te. Kein Mensch weit und breit. Wo sind nur all die Leu­te hin?, denkt er, kratzt sich den ver­schwitz­ten Nacken und blickt in den bewölk­ten oran­ge­far­be­nen Him­mel, als stün­de dort die Ant­wort zu lesen.

 

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Xaver Bay­er, gebo­ren 1977, lebt als Schrift­stel­ler in Wien. Für Geschich­ten mit Mari­an­ne (Jung und Jung) wur­de er 2020 mit dem öster­rei­chi­schen Buch­preis aus­ge­zeich­net. Zuletzt erschien von ihm der Band Poe­sie (Jung und Jung).

Quel­le: VOLLTEXT 1/2025 – 18. März 2025

Online seit: 27. April 2025

Online seit: 27. April 2025

Zuletzt geän­dert: 27. Apr. 2025