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Alban Nikolai Herbst im Gespräch mit Sebastian Fasthuber über literarische Konventionen, seine Nazi-Familie, den Literaturbetrieb und die Börse. VOLLTEXT Unter Büchermenschen gelten Sie als kontroversieller Autor und es herrschen gewisse Animositäten Ihnen gegenüber. Restlos erklären kann das jedoch niemand. Sie?
ALBAN NIKOLAI HERBST (lacht) Nein, wirklich erklären kann ich das auch nicht. Aber seit ich zum ersten Mal im Literaturbetrieb aufgetaucht bin, habe ich in jedem Fall immer aufs heftigste polarisiert. Nun bin ich auch nicht der Mann, mich irgendwelchen Konventionen anzupassen. Meine Erscheinung hat sicher ein übriges zu den vielen Antipathien beigetragen: Ich war schon vor 25 Jahren gern mit Anzug und Krawatte gekleidet und liebte es, mit einem Gehstock herumzulaufen. Damals waren die deutschen Literaturbetriebsler aber komplett auf Jute, Sackpullover und dreckige Fingernägel abonniert, und Eitelkeit ist ihnen bis heute unangenehm.
VOLLTEXT Sie vermischen in Ihren Büchern wild Barock und Science Fiction, Mythologie und deutsche Geschichte. Können Sie es verstehen, wenn Rezensenten Ihnen deshalb Größenwahn vorwerfen?
HERBST Ja.
VOLLTEXT In diesem Punkt treffen sie sich ja auch mit der Rezeption des umstrittenen Künstlers Fichte in ihrem neuen Roman Meere. Sie haben dafür mit Anselm Kiefer auf ein real existierendes Vorbild zurückgegriffen. Inwiefern decken sich Werk und Biografie von Person und Kunstfigur?
HERBST Es deckt sich Kiefers Werk mit dem Werk meiner Kunstfigur; jedenfalls meistens. Deshalb habe ich ja gerade Kiefers Arbeiten gewählt. Aber das ist insgesamt ein Modell, das mit der Realität, jedenfalls Kiefer, gar nichts zu tun hat. Ich weiß von Kiefers Biografie nichts und hätte es andernfalls auch nicht für erlaubt gehalten, damit zu arbeiten. Kiefers Arbeiten ähneln in Atem und Ausmaß( losigkeit) dem, was mein Protagonist Fichte versucht. Und sie leben Fichte sozusagen den Mut vor, so etwas auch Gestalt werden zu lassen.
VOLLTEXT Die Geschichte und Herkunft Fichtes weist auch deutliche Parallelen zu der Ihren auf. Können Sie das ausführen? |
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Montag, 14. Januar 2008 – dradio.de
Montag, 14. Januar 2008 – Frankfurter Rundschau
Montag, 14. Januar 2008 – Die Welt
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Montag, 14. Januar 2008 – Die Presse
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Montag, 14. Januar 2008 – NZZ
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Freitag, 11. Januar 2008 – Berliner Zeitung
Freitag, 11. Januar 2008 – Frankfurter Rundschau
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