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Lieber Freund, die Wochen und Monate, die du in W. verbracht hast, saß ich, wenn nicht gerade in I., an meinem Wiener Schreibtisch. Mein Familienzerfallsroman in neun Tagen (1982, 1938, 1945, 1955 … 2001 plus Rahmen- und Zwischenkapitel) ist auf 400 Seiten angewachsen, das Gröbste ist somit bewältigt, und ich habe einen roten Kopf und ein krummes Kreuz und würde mich gerne an meinen Pfoten in den verspäteten Winterschlaf saugen. 400 Seiten sind für meine Verhältnisse kein Ziegel, sondern ein Schrank, den werde ich noch einige Monate im Kopf hin und her schieben (dort gibt es keine Möbelpacker, da kann mir keiner helfen), und werde weiter Lage auf Lage darin stapeln, bis das Durcheinander ausreichend planvoll ist. Tja, und so ist aus diesen Wochen nicht viel an Äußerem zu berichten. Heute? Vielleicht: Dass Montag Nacht ist, dass ich bei offenem Fenster sitze, weil das Wetter sich hier in Wien sehr freundlich präsentiert, weiters, dass tagsüber Arbeiter begonnen haben, den frostbrüchigen Innenhof aufzuschremmen, und dass ich deshalb viel unterwegs war und auch am Abend in die Arbeit nicht mehr hineinfand und mich jetzt freue, dir zu schreiben. Es geht ohne Hast, das erste Verschnaufen nach dem vorerst letzten Satz am Roman. |
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Freitag, 25. November 2011
Titelgeschichte: Die Geisterstadt
Daniel Kehlmann über Sherwood Andersons einflussreichen Klassiker Winesburg, Ohio
Sebalds Neger
Die Vereinnahmung von W.G. Sebald als Klassiker erfordert ein Ausblenden seiner widerborstigen Seite. Von Uwe Schütte
Tiere und Pflanzen, diese gewaltige Dichtung
Jean-Henri Fabres Erinnerungen eines Insektenforschers. Von Ulrike Draesner
Eigen, skurril, versponnen
Christoph Schröder über Jan Peter Bremers Roman Der amerikanische Investor
„Du elender Hauseingang!“
Klaus Kastberger über Xaver Bayers Wenn die Kinder Steine ins Wasser werfen
„Rache ist ein schlechter Berater“
Christoph Hein spricht mit Katrin Hillgruber über seinen neuen Roman Weiskerns Nachlass.
Dichter unter Hochdruck
Daniela Strigl über Leben und Werk des Lyrikers Walter Buchebner
Neulich
Andreas Maier dümpelt im Moorsee.
Grandioses Cartoon-Gespann
Nicolas Mahler illustriert Thomas Bernhards Alte Meister. Von Thomas von Steinaecker
Lyrik-Logbuch Michael Brauns Eintragungen zu Gedichten der Gegenwart
Lyrischer Moment
Silke Scheuermann als Pandabär in Hongkong
Siebzehn Stufen
Zum Verhältnis von Alltag und Literatur. Von Georg Klein
Wie Literatur funktioniert
Gerrit Bartels über James Woods Die Kunst des Erzählens
Das Fahrrad weiß mehr
Nicht mehr lieferbar! – Eine Serie von Clemens J. Setz über vergriffene Werke bedeutender Autoren. Teil 2: Denton Welch.
„Es ist viel Arbeit, normal zu bleiben“
Die Literatur im Zeitalter von Wordpress und Twitter. Eine Umfrage
Die Bewohner von Château Talbot Von Arno Geiger
Unsere Popmoderne Die Wechselstunden. Von Marc Degens
Sehr gepflegt, aber Perser!
Pavel Kohout entfaltet in seinem neuen Roman Der Fremde und die Schöne Frau ein Panorama alltäglicher Xenophobie. Von Ulrich Faure
Geld und Erlösung
Über Hermann Brochs ökonomische Fantasie. Von Bernhard Fetz
Was kostet ein Broch?
Rezeption und Autografenhandel. Von Michael Hansel
Platzanweisung
Christina Böhms Siegertext beim 19. open mike
Herr Jesus springt
Der Siegertext des FM 4-Literaturwettbewerbs Wortlaut. Von Isabella Straub
Im Schatten der Mauer des Lebens
Mirko Bonné zu seiner Neuübersetzung von Sherwood Andersons Winesburg, Ohio