ANGELIKA KLAMMER Im Zentrum Ihres Romans Neben Fremden steht Rosa, eine pensionierte Krankenpflegerin, die vor kurzem ihren Partner verloren hat, vor der Frage: Was nun? Wir lernen sie kennen, als sie sich einen Kaffee macht und auf den Balkon geht. Balkone, die facettenreichsten, am wenigsten festgelegten Räume einer Wohnung, spielen eine wichtige Rolle in Ihren Büchern. Es sind Schwellenorte: halb drinnen, halb draußen, halb öffentlich, halb privat. Man nimmt ein wenig am Leben anderer teil, ohne sich zu verpflichten.
EVA SCHMIDT Balkone spielen eine wichtige Rolle, ja, und das hängt mit mir zusammen, mit meinen Erlebnissen. Der Kosmos meiner Bücher ist ja klein. Er stimmt geografisch nicht mit der Realität überein, ist aber immer Bregenz. Ich habe lange in einer Wohnung am See gelebt, in einem Hochhaus, und eine meiner Lieblingsbeschäftigungen war es, auf dem Balkon zu sitzen und hinunterzuschauen. Es gab immer einen Menschen, der etwas ausgelöst hat in mir, und wenn er mich lange genug interessierte, folgte ich ihm. So entstehen Geschichten.

KLAMMER Etwas auslösen kann eine Bewegung, ein auffälliges Kleidungsstück, die Gruppe, in der sich jemand bewegt, Stock, Schirm, Hut?
SCHMIDT Oft ist es die Mimik, es sind bestimmte Gesten, oder ich sehe jemanden, der mit einem anderen spricht. Was sie miteinander sprechen, möchte ich gar nicht hören, aber in mir entsteht eine Idee davon.
KLAMMER Das teilen Sie mit Rosa, sie achtet auf dasselbe. Als Krankenpflegerin war sie auch in einem Schwellenbereich tätig, hatte es mit Intimem zu tun, ohne sich aber, im Gegensatz zu den Angehörigen, psychisch zu verstricken.
Es gibt kein Konzept. Es funktioniert für mich nicht, weil das Abenteuer Schreiben dann wegfällt.
SCHMIDT Auch Rosa habe ich auf ihrem Balkon gesehen und mich gefragt: Was hat sie gemacht? Dann ist die Idee mit der Krankenpflegerin gekommen: Rosa hat ihr ganzes Leben gearbeitet, schwer gearbeitet, und plötzlich hat sie Zeit. Was
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