Sonntagsverlassenheit

Über Tezer Özlü und das Schrei­ben als Über­le­ben. Zu den Pro­sa­wer­ken Die kal­ten Näch­te der Kind­heit und Suche nach den Spu­ren eines Selbst­mor­des. Von Nor­bert Mül­ler
Tezer Özlü © Kalem Agency / SV

Tezer Özlü: „Mut geben mir nur die Toten.“ Foto: Kalem Agen­cy / SV

Tezer Özlü begeg­net der „Sonn­tags­ver­las­sen­heit“ expli­zit auf einer Rei­se in Genua, doch die­ser Zustand lässt sie an kei­nem ihrer Lebens­or­te los. Er ist in der Istan­bu­ler Bohè­me eben­so prä­sent wie in der west­ana­to­li­schen Klein­stadt Simav, dem Ort ihrer Kind­heit, oder in Ber­lin. Dort ver­fass­te sie Anfang der acht­zi­ger Jah­re als Sti­pen­dia­tin Suche nach den Spu­ren eines Selbst­mor­des direkt auf Deutsch. Spür­bar wird dabei eine bei­na­he zärt­li­che Zunei­gung zu Kom­po­si­ta – einem sprach­li­chen Mit­tel,