• Einkaufswagen Einkaufswagen
    0Einkaufswagen
Volltext
  • Inhalt
    • Texte
    • Nachrichten
    • Preis-Telegramm
  • Abo
  • Unterstützen
  • Ausgaben
  • Newsletter
  • Über uns
    • Magazin
    • Autoren
    • Mediadaten
    • Datenschutz
    • Kontakt
    • Impressum
  • Suche
  • Mein Konto
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü
Shop
Norbert Gstrein: Wo du wolle?

Norbert Gstrein: Wo du wolle?

€2,00

Nor­bert Gst­reins Kolum­ne „Wri­ter at Lar­ge“
Umfang: ca. 11.600 Zei­chen
For­mat: PDF
Quel­le: VOLLTEXT 2/2018
Die Datei ist durch ein digi­ta­les Was­ser­zei­chen mar­kiert und durch ein Pass­wort geschützt. Das Pass­wort zum Öff­nen der PDF-Datei ist Ihre E‑Mail-Adres­se.

Kategorie: Artikel
  • Beschreibung

Beschreibung

Tu sei bian­co tu sei nero
tu sei qua­si jugo­sla­vo
– Gian­na Nan­ni­ni

Ich weiß nicht, ob sie in mir den Aus­län­der sahen. Es waren zwei Män­ner und eine Frau. Sie stan­den vor dem Ein­gang zur Ham­bur­ger Kul­tur­be­hör­de und rauch­ten. Ich soll­te dort meh­re­re Exem­pla­re mei­ner Bücher ablie­fern, zwölf ins­ge­samt, auf vier Pake­te ver­teilt. Dafür hat­te ich lau­ter gebrauch­te ama­zon-Ver­pa­ckun­gen ver­wen­det, und einer der drei Rau­chen­den trat mir jetzt in den Weg und frag­te, zu wem ich wol­le, er erwar­te von der Fir­ma eine Sen­dung. Damit deu­te­te er auf den ama­zon-Schrift­zug auf einem der Pake­te, und ich ertapp­te mich dabei, wie ich mich augen­blick­lich ver­hielt, als wäre ich tat­säch­lich der Aus­trä­ger. Ich ver­such­te, mög­lichst unbe­darft zu schau­en und mein schöns­tes Armer-Leu­te-Kind-Gesicht auf­zu­set­zen, um ihm die Sache zu erleich­tern. Zudem ließ ich die Schul­tern hän­gen, senk­te den Blick und bemüh­te mich sogar, ver­wa­schen undeut­lich zu spre­chen, als wäre mei­ne Mut­ter­spra­che ganz sicher nicht Deutsch. Doch der Mann hat­te sich schon ent­täuscht abge­wandt, und ich husch­te an ihm vor­bei ins Gebäu­de. Bis Weih­nach­ten waren es nur noch weni­ge Tage, wahr­schein­lich hat­te er auf die Geschen­ke für sei­ne Fami­lie gehofft, die er sich ins Amt brin­gen ließ, und ich wuss­te es zu schät­zen, dass er nicht auf die Idee kam, mich für einen Schrift­stel­ler zu hal­ten oder, viel schlim­mer, für einen rich­ti­gen Künst­ler mit Künst­ler­at­ti­tü­de, ein wenig ver­schmockt viel­leicht, wie es sich gehör­te, und Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rung, das dro­hen­de Alter im Nacken, die nie­der­schmet­ternds­ten Bitt- und Bet­tel­gän­ge bei Ämtern und Behör­den noch vor mir …

[…]

Ich ver­such­te, mög­lichst unbe­darft zu schau­en und mein schöns­tes Armer-Leu­te-Kind-Gesicht auf­zu­set­zen, um ihm die Sache zu erleich­tern.

[…]

Ein hal­bes Leben davor hat­te ich mir wäh­rend mei­nes Mathe­ma­tik­stu­di­ums in Inns­bruck eines Tages ein­ge­bil­det, ich müs­se für eine
Zei­tung schrei­ben. 

[…]

Wenn es den Vor­stel­lun­gen der Gäs­te ent­sprach, zöger­te ich also auch nicht, aus mei­nem Vater einen bru­ta­len Sauf­kopf zu machen, der sei­ne Kin­der beim gerings­ten Anlass win­del­weich schlug.

[…]

Er hat­te mich gefragt, ob ich mit ihm einen Kaf­fee trin­ken gin­ge, und als ich merk­te, dass er nicht auf einen Cof­fee Shop zusteu­er­te, war es
schon zu spät.

[…]

Ähnliche Produkte

  • Michael Braun / H. C. Buch: Das Unbeschreibliche – hier ist’s getan!

    €2,00
  • Felix Philipp Ingold: Grenzgänge der Literatur III

    €2,00
  • Thomas Kunst: Der Angler und die Fische

    €2,00
  • Thomas Lang: Der Poet, der aus der Kälte kam

    €2,00
  • Newsletter
  • Abo
  • AusgabenE-Paper-Ausgaben enstprechen inhaltlich und in der Gestaltung exakt der jeweiligen Print-Ausgabe. Sie werden als PDF mit digitalem Wasserzeichen für den Download bereitgestellt. Das Passwort zum Öffnen der PDFs ist Ihre E-Mail-Adresse
  • Impressum
  • Mediadaten
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen