Was Sie nie über Sex hören wollten, aber trotzdem lesen könnten*

Nor­bert Gst­reins Kolum­ne „Wri­ter at Lar­ge“

He stared at ruin. Ruin stared straight back.
He thought they was old fri­ends.
John Ber­ry­man

Auf das Risi­ko hin, dass Leser mir unter­stel­len, ich sprä­che von mir, unter­neh­me ich das Wag­nis, die Geschich­te eines Freun­des zu erzäh­len, der mir die­ser Tage wie­der ein­mal mit sei­nen Sor­gen in den Ohren lag. Er war Schrift­stel­ler – wenn Sie wol­len, kön­nen Sie ihn Nor­bert nen­nen, mit einem Stern­chen und der Fuß­no­te „Name von der Redak­ti­on geän­dert“ – und mach­te alle paar Jah­re die Erfah­rung, dass ihm jemand sag­te, er kom­me in einem Roman vor, was ihn eigent­lich nicht wun­dern durf­te, weil er sich selbst die Frei­heit her­aus­nahm, sich mit sei­nem Schrei­ben in ande­rer Leu­te Leben auf nicht ganz kosche­re Wei­se umzu­tun. Gewöhn­lich war er so klug, die Bücher links lie­gen zu las­sen, aber weil er dies­mal ein Exem­plar in einer Ramsch­kis­te ent­deck­te, hat­te er den Feh­ler gemacht, es für ein paar Euro zu kau­fen. Sei­ne Bestür­zung war nun nicht, dass er sich dar­in fand, son­dern dass er sich nicht dar­in fand und sich frag­te, war­um ihn sowohl ein Freund aus Wien als dann auch noch sei­ne Schwä­ge­rin dar­auf hin­ge­wie­sen hat­ten, eine Leh­re­rin in Kla­gen­furt, die brav las, was die öster­rei­chi­schen Gazet­ten von Woche zu Woche emp­fah­len und allein schon des­halb nie rich­tig in die Welt hin­aus­kam und immer nur wie­der in den öster­rei­chi­schen Glanz und in das öster­rei­chi­sche Elend zurück­ge­führt wur­de, was oft genug ein und das­sel­be war. Die längs­te Zeit wuss­te mein Freund gar nicht, mit wel­cher Figur er sich über­haupt iden­ti­fi­zie­ren sol­le, und er war mit der Lek­tü­re schon mehr als zur Hälf­te durch, als er end­lich sicher war, dass es natür­lich nur die sein konn­te, auf deren schwa­che Schul­tern die Autorin, mit der ihn eine fast drei­ßig­jäh­ri­ge gegen­sei­ti­ge Abnei­gung ver­band, bei jedem Auf­tre­ten ihre nega­ti­ven Pro­jek­tio­nen ablud. Was ihn dar­an offen­sicht­lich kränk­te, war aber ledig­lich, wie sehr sie ihn unter­schätz­te, wie wenig sie wuss­te, wie böse, durch­trie­ben und intri­gant er wirk­lich war, wie so gar nicht sie sich aus­zu­ma­len ver­moch­te, wel­che zer­stö­re­ri­sche Ener­gie einer­seits in ihm pul­sier­te und wie schwer es ihm ande­rer­seits fiel, von Tag zu Tag auch nur den Ver­stand zu bewah­ren und nicht schrei­end auf die Stra­ße hin­aus­zu­lau­fen und in Erman­ge­lung einer Schuss­waf­fe wild um sich zu schla­gen und so die Gespens­ter, die ihn bedräng­ten, wohl eher noch mehr anzu­zie­hen als zu ver­scheu­chen, wel­che Gefahr er also war, für sich selbst und für ande­re.

Bis dahin war sein Lamen­tie­ren nur all­zu durch­schau­bar, und wir hät­ten es schnell ver­ges­sen kön­nen, aber es wur­de dann doch inter­es­san­ter, als mein Freund sag­te, die Figur, die er sein sol­le, wer­de dadurch cha­rak­te­ri­siert, dass sie noch nie Anal­ver­kehr gehabt habe, exakt in die­ser doch etwas stin­ki­gen und gleich­zei­tig absurd beam­ten­haft anmu­ten­den, einen Roman, wenn man nicht sehr vor­sich­tig sei, jeden­falls schnell ver­pes­ten­den For­mu­lie­rung. Er hat­te recht, wenn ein Mann sich das erlaubt hät­te, wür­de man ihm allein dafür den Kopf abschla­gen. Trotz­dem woll­te er nicht gleich den Euro­päi­schen Gerichts­hof für Men­schen­rech­te anru­fen und sich lie­ber über­le­gen, wie die Autorin dar­auf kam und was sie damit woll­te außer ihn natür­lich mit der Unter­stel­lung eines ekla­tan­ten Erfah­rungs- und Vita­li­täts­man­gels zu brand­mar­ken.

Nun hat­te es eine Zeit­lang, zumin­dest war das mein Ein­druck, kaum einen Roman eines jun­gen deutsch­spra­chi­gen Autors oder einer jun­gen deutsch­spra­chi­gen Autorin gege­ben, in dem es nicht frü­her oder spä­ter – blei­ben wir bei dem Wort – zum Anal­ver­kehr gekom­men wäre, und ich hat­te mich schon gefragt, was das für eine Epi­de­mie ist, was die Leu­te einem damit sagen woll­ten, ob sie das für das wil­de Leben hiel­ten, von dem sie alle träum­ten, ob es ent­spre­chen­de Hil­des­hei­mer oder Leip­zi­ger Vor­schrif­ten für eine neue Art des dir­ty rea­lism gab oder ob es ein­fach nur eine Wie­der­kehr der sieb­zi­ger Jah­re war mit die­ser beson­ders trau­ri­gen Abtei­lung der Lite­ra­tur, in der sich der Grad der Authen­ti­zi­tät danach bemaß, dass man alle paar Sei­ten ein­mal das Wort „Schwanz“ oder das Wort „Fot­ze“ ver­wen­de­te und die Welt­re­vo­lu­tio­nä­re und edlen Kämp­fer für das Gute nach Her­zens­lust bum­sen, pudern oder viel­leicht auch nur vögeln und dabei mög­lichst kräf­tig ihren Schweiß ver­strö­men und ihren Alko­hol­dunst aus­at­men ließ. Mensch, der man war, durf­te man noch Tier sein und sich dem ande­ren in sei­ner gan­zen Ani­ma­li­tät zumu­ten. Was man heu­te Welt­hal­tig­keit nennt, waren sei­ner­zeit die Kör­per­säf­te und die Aus­düns­tun­gen des inne­ren Schwei­ne­hunds mit sei­nem dau­er­be­ne­bel­ten und dog­men­ver­seuch­ten Hirn und sei­nen lang­sam ver­mo­dern­den Ein­ge­wei­den gewe­sen. Ich hat­te irgend­wann auf­ge­hört zu zäh­len, wie häu­fig ich in Büchern jener lite­ra­risch so fins­te­ren Epo­che die Wen­dung „Dann drang er in sie ein“ fand, aber soll­te ein Anal­ver­kehr auch damals schon Pflicht gewe­sen sein, ist mir das ent­gan­gen, und genau­ge­nom­men haben mich die Anal­ver­keh­re – sofern das der Plu­ral ist – in der deutsch­spra­chi­gen Lite­ra­tur nur in Maßen inter­es­siert, als For­de­rung an einen Autor klin­gen sie wie ein lach­haf­tes Echo auf die auch schon blin­de For­de­rung einer ande­ren Zeit, ein Schrift­stel­ler müs­se im Krieg gewe­sen sein, sonst wür­de er nie etwas Rich­ti­ges schrei­ben. Die inter­na­tio­na­le Lite­ra­tur, soweit ich sie ken­ne, hat nie ein sol­ches Gedöns dar­um gemacht, und aus dem Stand fal­len mir auch nur zwei Stel­len dazu ein, eine bei Hugo Claus, wo der Anal­ver­kehr in einer bestimm­ten Com­mu­ni­ty eine nur all­zu nahe­lie­gen­de (und tat­säch­lich auch nahe lie­gen­de) Metho­de ist, sei­ne ach so gehei­lig­te Jung­fräu­lich­keit zu bewah­ren, eine ande­re bei dem sonst von mir gelieb­ten V.S. Nai­paul, der in einem Essay auf fast selbst schon per­ver­se Art über die­se angeb­lich per­ver­se Unart wet­tert.

Aber ich will ja kei­ne Diplom- oder Dok­tor­ar­beit schrei­ben und sie dann womög­lich an der Uni­ver­si­tät Inns­bruck ein­rei­chen unter dem Titel „Der Anal­ver­kehr in der deutsch­spra­chi­gen Lite­ra­tur unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung des Wer­kes von …“. Ich will die Geschich­te mei­nes Freun­des wei­ter­erzäh­len, der sich längst so weit hin­ein­ge­stei­gert hat­te, dass er sei­ne Zurech­nungs­fä­hig­keit mehr und mehr ver­lor. Er erin­ner­te mich jetzt an den neu­en ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­den­ten, den im Wahl­kampf das Gere­de von sei­nen zu kur­zen Fin­gern und was dar­aus fol­ge so sehr in Rage gebracht hat­te, dass er kurz davor war, vor lau­fen­den Kame­ras sei­nen Hosen­stall auf­zu­knöp­fen und sein Rie­sen­ding oder, poli­tisch kor­rek­ter, wenn auch für den Welt­frie­den viel­leicht pro­ble­ma­ti­scher, sein noch nicht ein­mal ange­lob­tes Würm­chen her­vor­zu­ho­len … Ich weiß nicht … Mein Freund, das will ich damit sagen, hät­te am liebs­ten ehe­ma­li­ge Freun­din­nen und Freun­de als Kron­zeu­gin­nen und Kron­zeu­gen auf­ge­bo­ten, und ich frag­te ihn, ob er ver­rückt sei, ich frag­te ihn, wie er sich das vor­stel­le, ich frag­te ihn, Kron­zeu­gin­nen und Kron­zeu­gen wofür, ob er sie anru­fen wol­le und sie bit­ten, ihm auf amt­li­chem Papier oder unter Eid zu bestä­ti­gen, dass sie mit ihm … Wenn die Geschich­te stimm­te, dass Heming­way und Scott Fitz­ge­rald aufs Pis­soir gegan­gen waren und dort anein­an­der Maß genom­men hat­ten, um es mög­lichst unver­fäng­lich aus­zu­drü­cken, war das etwas ande­res als die aber­wit­zi­gen Fan­ta­sien, die mei­nen Freund jetzt über­fie­len. Er konn­te doch nicht mit einer Frau in die­sen Wett­streit ein­tre­ten und sie auf­for­dern, ihre Hosen oder ihren Rock her­un­ter­zu­las­sen und zu zei­gen, was sie vor­zu­wei­sen habe, wie vie­le Zen­ti­me­ter, wenn sie sich schon gebär­de­te wie eine Rasen­de, die alles flach­leg­te – obwohl die Män­ner, in ihrem Roman wohl­ge­merkt, mit denen sie es zu tun hat­te, in der Regel alte Säu­fer waren, die ihre Pim­mel­chen nicht mehr hoch­be­ka­men und wahr­schein­lich allein schon mit dem Pin­keln alle Hän­de voll zu tun hat­ten, sodass von Anal­ver­kehr wohl kei­ne Rede sein konn­te.

In dem Buch gab es ein Alter Ego von ihr, eine Frau, die nach lan­gen Behand­lun­gen im Kran­ken­haus, wenn sie nach Hau­se kam, dem dort ver­füg­ba­ren Mann die Klei­der vom Leib riss und ihn zu Boden zerr­te, kaum dass sie die Tür hin­ter sich zuge­macht hat­te. Es war eine trau­ri­ge Geschich­te, nicht wegen des Sexu­al- und Vita­li­täts­ge­prot­zes, das man sonst eher von Män­nern kann­te, trau­rig in ihrem unmä­ßi­gen Anspruch, dem Tod und also dem Leben näher zu sein als ande­re – we just don’t know –, und als mein Freund sie mir erzähl­te, muss­te ich an den Kauf­mann Otto aus mei­nem Hei­mat­dorf den­ken, der nach vie­len Jah­ren der Not von einem Bal­ken im Dach sei­nes Stalls in das Seil und in den Tod gesprun­gen war. Wir hat­ten ihn so genannt, weil er den klei­nen Laden betrie­ben hat­te, in dem wir als Kin­der unse­re Süßig­kei­ten kauf­ten, und er war immer von Neu­em für Wochen oder Mona­te auf Ent­zie­hungs­kur gewe­sen, wenn es mit dem Trin­ken gar nicht mehr ging, und saß dann bald wie­der im Café und bald auch wie­der vor einem Glas Wein und gab sei­ne Schnur­ren zum Bes­ten, wie er im Sana­to­ri­um aus dem Schlaf erwacht war und als ers­tes die Frau des Pri­mars gese­hen hat­te, die neben sei­nem Bett stand und sich sofort über ihn her­mach­te, kaum dass er die Augen auf­schlug, sofort sei­nen treu­en Gefähr­ten in die Hand nahm, wie er sich aus­drück­te, und hin­ge­bungs­voll dar­an her­um­nu­ckel­te. Der Kauf­mann Otto, groß und gebeugt, war vom jahr­zehn­te­lan­gen Trin­ken dürr und hager wie ein Strich­männ­chen gewor­den. Er schau­te einen mit ver­schwim­men­den Augen hin­ter sei­nen dicken Bril­len­glä­sern an und sah manch­mal wei­ße Mäu­se, bestand aber dar­auf, dass man ihm in den wirk­lich wich­ti­gen Din­gen immer noch aufs Wort glau­ben konn­te.

Die Geschich­te mei­nes Freun­des war indes­sen auch die Geschich­te eines gro­ßen Miss­ver­ständ­nis­ses. Er hat­te mir schon min­des­tens ein hal­bes Dut­zend Mal erzählt, wie es zum end­gül­ti­gen Bruch gekom­men war, nach­dem sie sich jah­re­lang so inein­an­der ver­zahnt hat­ten, er und die­se Autorin, dass man nur ihren Namen erwäh­nen muss­te, damit er sich bedroht fühl­te wie als Kind in den Ber­gen, wo man die größ­te Unbill immer von den Aller­nächs­ten zu erwar­ten hat­te und sich des­halb in sei­nen Häu­sern gegen Freund und Feind ver­bar­ri­ka­dier­te. Sie hieß Mari­an­ne, und ich wuss­te nie, ob ich ihm glau­ben konn­te, wenn er mir sein Schlüs­sel­er­leb­nis mit ihr erzähl­te, weil es für mich wie die reins­te Män­ner­fan­ta­sie klang, ja, tat­säch­lich wie etwas, das der Kauf­mann Otto in sei­nen bes­ten Zei­ten von sich gege­ben haben könn­te. Angeb­lich war es auf einer Tagung gewe­sen, sie hat­ten zum ers­ten Mal seit Jah­ren wie­der mit­ein­an­der gespro­chen und waren eines Abends noch als letz­te Gäs­te in der Hotel­bar geses­sen, als mein Freund den Feh­ler began­gen hat­te, mit dem Satz „Gehen wir schla­fen“ zum Auf­bruch zu drän­gen.

Für ihn war es unmiss­ver­ständ­lich, weil nichts, was sie davor gesagt oder getan hat­ten, eine ande­re Deu­tung zuließ, als dass jeder jetzt in sein Bett ging, aber als der Lift im drit­ten Stock hielt und er ihr eine gute Nacht wünsch­te, begriff er, was er ange­stellt hat­te, oder viel­mehr, was ihm da unter­lau­fen war. Er war gera­de in sein Zim­mer gekom­men, hat­te abge­sperrt, sein Nacht­hemd ange­zo­gen und den Tep­pich für das Abend­ge­bet aus­ge­rollt, als sie klopf­te. Sicher hät­te sich alles noch auf­klä­ren las­sen, wenn er geöff­net hät­te, aber er ent­schied sich, so zu tun, als wür­de er nichts hören. Er putz­te sich die Zäh­ne, wusch sich und leg­te sich hin, aber das Klop­fen woll­te nicht auf­hö­ren. Zudem klin­gel­te jetzt auch noch das Tele­fon, ein Mal, zwei Mal, drei Mal, er begann erst mitt­den­drin zu zäh­len und kam doch bis zwan­zig, bevor es ver­stumm­te, aber schon piep­te sein Han­dy, und er hat­te eine SMS, „War­um machst du nicht auf?“, gefolgt von fünf wüten­den Fra­ge­zei­chen, und gleich dar­auf eine ande­re, „Mach doch auf, du Voll­idi­ot, du schwu­ler!“, und aus den Fra­ge­zei­chen waren Aus­ru­fe­zei­chen gewor­den.

Ich muss­te lachen, als er erzähl­te, dass es erst ende­te, als er sich im Bade­zim­mer ein­schloss, bei­de Häh­ne auf­dreh­te, Was­ser in die Wan­ne pras­seln ließ, sich direkt neben der Toi­let­te auf den Boden setz­te und, sei­ne Fäus­te gegen die Ohren gepresst, eine geschla­ge­ne Stun­de ver­ge­hen ließ. Zu der Zeit rich­te­te er sich an den Gedich­ten von John Ber­ry­man auf, den er erst kürz­lich ent­deckt hat­te, und er sag­te, sei­ne Ret­tung war, dass er laut ein paar Ver­se dekla­mier­te, die er im Kopf hat­te. Dass ich ihn den­noch für ver­lo­ren hielt, ver­schwieg ich ihm. Sich von den harm­lo­ses­ten weib­li­chen Avan­cen so ins Bocks­horn oder viel­mehr in den Abort jagen zu las­sen, muss­te ihm in Mark und Bein gehen, dass er danach nie mehr der­sel­be war. Er war ohne­hin ein ängst­li­cher Zeit­ge­nos­se, der viel zu oft nein zum Leben sag­te, wenn das Leben es gut mit ihm mein­te und ja zu ihm sag­te und ihm viel­leicht sogar Won­nen anbot, von denen er nichts ahn­te. Das konn­te ich ihm natür­lich nicht sagen, aber wenn ich ihn mir in dem Bade­zim­mer neben der Toi­let­te sit­zend vor­stell­te, dach­te ich manch­mal, dass die Beschrei­bung – so däm­lich sie sein moch­te – am Ende womög­lich doch auf ihn zutraf und dass er viel­leicht wirk­lich noch nie Anal­ver­kehr gehabt hat­te, um gar nicht davon zu reden, ob aktiv oder pas­siv, eine Wahl, die er als Mann immer­hin hät­te, soll­te der Voll­zug selbst „alter­na­tiv­los“ sein, und dass genau das sein Pro­blem war und er nur des­halb so ver­lo­ren und allein auf der Welt wirk­te, als war­te­te er dar­auf, erst noch gebo­ren zu wer­den.

(*) Der ursprüng­li­che Titel „Arsch­pu­dern“ oder gut wie­ne­risch und nicht nur natur­ge­mäß, son­dern auch tra­di­ti­ons­ge­mäß viel tie­fer „Oasch­pu­dan“ wur­de vom Her­aus­ge­ber in Abspra­che mit dem Autor ver­wor­fen. Die eng­li­sche Über­set­zung der Erzäh­lung, geplant für The Atlan­tic, vor­mals The Atlan­tic Month­ly, wird mit „Sexu­al Harass­ment“ über­schrie­ben sein. In Frank­reich will die Libé­ra­ti­on den Text in gekürz­ter Form abdru­cken, und dort soll er – viel­leicht am tref­fends­ten – „Amour fou“ hei­ßen.

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Nor­bert Gst­rein, gebo­ren 1961, lebt als frei­er Schrift­stel­ler in Ham­burg. Zuletzt ver­öf­fent­lich­te er im Han­ser Ver­lag die Roma­ne Die gan­ze Wahr­heit (2010), Eine Ahnung vom Anfang (2013) sowie In der frei­en Welt (2016).

Quel­le: Voll­text 1/2017

Online seit: 13. April 2017

Online seit: 13. April 2017

Zuletzt geän­dert: 13. Apr. 2017