Presseschau – 15. Juli 2024

E. M. Fors­ter / Joseph von Eichen­dorff / KI und Lite­ra­tur / Say­a­ka Mura­ta / Jan­ko Polić Kamov / Jörg Fau­ser / Nic­las Sey­dack / Mar­ti­na Hef­ter / Sieg­fried Unseld / Anna Mit­gutsch / Inge­borg Bach­mann …

FAZ
Die Deut­schen lie­ben? Dazu war er nicht geneigt
E. M. Fors­ters Erzäh­lun­gen gin­gen um die Welt, sei­ne Essays bis­lang nicht. Ein neu­er Band stellt eini­ge von ihnen erst­mals in deut­scher Über­set­zung vor. Sie trans­por­tie­ren eine Geis­tes­hal­tung, die Auf­merk­sam­keit ver­dient.

FAZ
Als die Trucks den Urwald teil­ten
In Bra­si­li­en wird ein Buch über einen Last­wa­gen­fah­rer gefei­ert, das in dras­ti­schen Wor­ten die jahr­zehn­te­lan­ge Zer­stö­rung der Ama­zo­nas­re­gi­on beschreibt. Jetzt tourt der Autor durch Euro­pa und sagt: Das ist auch eure Geschich­te.

FAZ
Eichen­dorffs Spät­werk: Die Revo­lu­ti­on in Ver­se fas­sen
Eichen­dorffs Dich­tung aus sei­ner zwei­ten Lebens­hälf­te gilt als reak­tio­när. Doch sie hat­te gro­ße Sym­pa­thien für die damals neu­en poli­ti­schen Ent­wick­lun­gen. Ein Gast­bei­trag.

FAZ
Der Geist, der simu­liert
Von Faust und Fran­ken­stein zu ChatGPT: Das Ber­li­ner Sym­po­si­um „Poet­KI“ erör­tert, war­um Künst­li­che Intel­li­genz kei­ne Geschich­ten erzäh­len kann.

NZZ
Say­a­ka Mura­ta ist in Japan ein lite­ra­ri­scher Super­star. In Zürich ist ihr gelun­gen, was sie in Tokio kaum schafft: zu Hau­se zu schrei­ben
Sie ver­brach­te die ver­gan­ge­nen sechs Mona­te als Wri­ter-in-Resi­dence in Zürich. Es war kei­ne leich­te Zeit, wor­über ihr Schrei­ben eine ande­re Far­be annahm.

NZZ
Jan­ko Polić Kamov lieb­te Flü­che, das Ver­stos­sen­sein auch. Sein Roman «Aus­trock­nen» ist eine Lebens­mit­t­schrift aus einer Zeit vor dem Ers­ten Welt­krieg
Der kroa­ti­sche Schrift­stel­ler erzählt mit ver­stö­ren­der Hef­tig­keit von einem jun­gen Mann, des­sen Auf­be­geh­ren die Moder­ne in vie­lem vor­weg­nimmt.

Die Welt
„Der Schrift­stel­ler ist eine Art Tou­rist im Leben, ein die­bi­scher Tou­rist“
Jörg Fau­ser war ein Rebell und wur­de mit Roma­nen wie „Roh­stoff“ zur Kult­fi­gur. 1987 starb er mit nur 43 Jah­ren – als Fuß­gän­ger auf der Auto­bahn. Jetzt sind Leben und Werk des Außen­sei­ters neu zu ent­de­cken. Ein Aus­zug aus der Bio­gra­fie.

Die Welt
„Wir sind die Ers­ten, denen es nie­mals bes­ser gehen wird als unse­ren Eltern“
Wie fühlt es sich an, ein Mil­len­ni­al zu sein? Nic­las Sey­dack lässt es die Gene­ra­tio­nen vor und nach ihm wis­sen. Für „Gol­fer“ liest sich sein Erwach­sen­wer­den noch ver­traut, aber auch schon fremd. Beson­ders ein Bekennt­nis scho­ckiert.

Die Welt
Die Schrift­stel­le­rin als Stunt­frau und Spi­on
Wie kann man heu­te als Frau radi­kal schrei­ben, ohne sich läh­men­den Bli­cken aus­zu­set­zen? Rachel Cusk, die mit Büchern über Tren­nung und Mut­ter­schaft pro­vo­zier­te, hat einen Weg gefun­den, offen und zugleich geschützt zu sein.

Die Pres­se
Künst­li­che Intel­li­genz wird gute Autoren nicht arbeits­los machen
Wenn die KI Kurz­ge­schich­ten schreibt, ähneln sich die­se, wie eine Stu­die zeigt. Span­nung und Ele­ganz wer­den bei unpro­fes­sio­nel­len Autoren aber höher bewer­tet.

Frank­fur­ter Rund­schau
Das Recht, das letz­te Wort zu ver­wei­gern
Kunst ist die Mög­lich­keit, nicht zu tun, was man tun soll – trotz­dem zeigt sich „Para­de“ von Rachel Cusk als fes­seln­der, fun­keln­der Text.

Frank­fur­ter Rund­schau
„Es war jen­seits mei­ner Vor­stel­lungs­kraft, dass ich als Ein­zi­ge geret­tet war“
Andrea Löw lässt in „Depor­tiert“ deut­sche Jüdin­nen und Juden zu Wort kom­men, die ver­folgt, ver­schleppt und gequält wur­den. Sie beschreibt ein Mosa­ik des Schreck­li­chen – und die ver­zwei­fel­te Suche nach einer Gegen­welt im Grau­en.

Frank­fur­ter Rund­schau
Aroa Moreno Durán: „Ruths Geheim­nis“ – Wenn die Trau­rig­keit ans Licht kommt
Nach Fran­co: Die Spa­nie­rin Aroa Moreno Durán legt ihren beklem­men­den Roman „Ruths Geheim­nis“ vor. Es geht um drei Gene­ra­tio­nen bas­ki­scher Frau­en – und um das Ver­schwei­gen des Schmer­zes.

Tages­spie­gel
Mar­ti­na Hef­ters Roman „Hey guten Mor­gen, wie geht es dir?“: Lie­be in Zei­ten von Insta­gram
Die Leip­zi­ger Schrift­stel­le­rin erzählt in ihrem wun­der­ba­ren Roman von der Inter­net-Freund­schaft zwi­schen einer deut­schen Tän­ze­rin und einem nige­ria­ni­schen Love-Scam­mer.

Die Zeit
Char­ly Hüb­ner und Uwe John­son: Jah­res­tag
Der Schrift­stel­ler Uwe John­son wäre jetzt neun­zig gewor­den. Ein Spa­zier­gang mit sei­nem größ­ten Fan.

Die Zeit
Schöp­fer der Suhr­kamp-Kul­tur
Der legen­dä­re Ver­le­ger Sieg­fried Unseld wäre die­sen Herbst 100 Jah­re alt gewor­den. Eine Aus­stel­lung in Mar­bach kommt ihm und sei­nen Erfolgs­ge­heim­nis­sen nun nahe.

Der Stan­dard
„Unzu­stell­ba­re Brie­fe“ von Anna Mit­gutsch: Schei­tern an den Gren­zen des ande­ren
Gegen­wär­ti­ge Ver­gan­gen­heit und erzäh­le­ri­sche Kraft: Die Autorin hat 18 fik­ti­ve Brie­fe an ein einst sehr nahes Du geschrie­ben.

Der Stan­dard
Neu­es Buch „Sen­za casa“ bie­tet Ein­bli­cke in das Leben Inge­borg Bach­manns
Inge­borg Bach­manns Strahl­kraft ist unge­bro­chen. Der neue Band der Salz­bur­ger Bach­mann-Edi­ti­on hin­ter­fragt medi­al über sie ver­mit­tel­te Ste­reo­ty­pe.

Der Stan­dard
Abso­lut monu­men­tal: Hun­dert­sie­ben Män­ner und eine Frau in chi­ne­si­schem Klas­si­ker
Mit der ers­ten Gesamt­über­set­zung des chi­ne­si­schen Klas­si­kers „Voll­stän­di­ge Über­lie­fe­rung von den Ufern der Flüs­se“ liegt ein gewal­ti­ges Epos vor.

Süd­deut­sche Zei­tung
„Ange­wi­dert von ver­le­ge­ri­scher Schlam­pe­rei“
Eine Aus­stel­lung im Mar­ba­cher Lite­ra­tur­mu­se­um der Moder­ne erzählt anhand von Brie­fen vom Ver­hält­nis des Suhr­kamp-Ver­le­gers Sieg­fried Unseld zu sei­nen Autoren.

Süd­deut­sche Zei­tung
So lieb­te und so leb­te er
Die Rede von Ulla Ber­ké­wicz zur Aus­stel­lungs­er­öff­nung von „Sieg­fried Unseld, der Ver­le­ger“ im Lite­ra­tur­mu­se­um der Moder­ne Mar­bach.

Süd­deut­sche Zei­tung
War doch nicht alles schlecht?
Doch. Sha­shi Tha­ro­ors Best­sel­ler „Zeit der Fins­ter­nis“ räumt mit einer gewis­sen Nost­al­gie für die bri­ti­sche Kolo­ni­al­herr­schaft in Indi­en auf. Punkt für Punkt.

 

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Online seit: 15. Juli 2024

Zuletzt geän­dert: 17. Juli 2024