„Seltsam, wie alles weitergeht, ohne einen selber“

Emma­nu­el Bove in Tulln. Von Chris­toph W. Bau­er
Emmanuel Bove

Emma­nu­el Bove schrieb Mei­ne Freun­de in Tulln an der Donau.

War­um aus­ge­rech­net Tulln, fra­ge ich mich, als ich vor den Tull­ner Bahn­hof hin­aus­tre­te. Was mag Emma­nu­el Bove vor gut hun­dert Jah­ren hier­her ver­schla­gen haben? Wen mag er getrof­fen haben, wel­che Wege führ­ten ihn durch die Stadt, wäh­rend er an sei­nem Roman Mei­ne Freun­de schrieb – ein Meis­ter­werk, das heu­te als Klas­si­ker der fran­zö­si­schen Lite­ra­tur gilt. Trat er bei sei­ner Ankunft – wie ich gera­de – unschlüs­sig von einem Bein aufs ande­re? Dreh­te er sich um zum Bahn­hofs­ge­bäu­de, in dem Egon Schie­le sei­ne Kind­heit ver­brach­te und ers­te Zeich­nun­gen anfer­tig­te?

Wahr­schein­lich zün­de­te er sich eine Ziga­ret­te an, Bove war Ket­ten­rau­cher, mit­un­ter soll er bis zu hun­dert Ziga­ret­ten am Tag kon­su­miert haben. Wem auch immer Bove in Tulln begeg­net ist, mit Sicher­heit einem Tra­fi­kan­ten. Ich ver­su­che