Verstehen neben dem Verstehen

Tho­mas Stangl über Geor­ges Per­ros’ Kle­be­bil­der
Georges Perros (c) Marc Foucault

Geor­ges Per­ros: „All den unge­stü­men Wesen, die sich unter mei­nem erbärm­li­chen Namen regen, das Wort geben.“ (Foto: Marc Fou­cault)

Man sagt mir, ich sei gebo­ren / aber in so einem komi­schen Ton“, mit die­sem Satz beginnt Geor­ges Per­ros „Gedicht­ro­man“ Luft­schnap­pen war sein Beruf. Er beginnt also sozu­sa­gen mit dem Anfang; und mit dem Zwei­fel (einem ziem­lich weit­rei­chen­den Zwei­fel). „Nun gut es ist ja gleich / Ich bin für die mensch­li­che Rede / … / Ver­zweif­lung heißt schwei­gen“, setzt er fort. Mit die­sen Sät­zen ist gleich die Spann­wei­te von Per­ros’ Schrei­ben aus­ge­mes­sen; die Sprün­ge und Gegen­sät­ze zwi­schen Spra­che und Schwei­gen, der eige­nen Bio­gra­fie, Lite­ra­tur und Wirk­lich­keit, die es, mit über­ra­schen­den Vol­ten auf engs­tem Raum, aus­misst.

Per­ros hat lie­ber gele­sen als geschrie­ben und nur wider­wil­lig Bücher ver­öf­fent­licht.

Luft­schnap­pen war sein Beruf ist das ein­zi­ge Buch von Per­ros, das „…roman“ als Gat­tungs­be­zeich­nung trägt; und Roman ist es, wenn über­haupt, auch nur zur Hälf­te. Der Rest von Per­ros’ Werk besteht aus einem wei­te­ren Gedicht­band und aus Noti­zen, Papiers col­lés, Kle­be­bil­dern, drei Bän­de, die nun zu sei­nem post­hu­men und unserm aktu­el­len Glück auf Deutsch erschie­nen sind, in einer Über­set­zung von Anne Weber, die den zar­ten und den gro­ben Tönen Per­ros’ mit der­sel­ben Fein­heit gerecht zu wer­den ver­steht wie sei­nen ver­win­kel­ten Gedan­ken­gän­gen und ‑sprün­gen.

Per­ros hat lie­ber gele­sen als geschrie­ben und nur wider­wil­lig Bücher ver­öf­fent­licht. Er redet gern vom Wind, der ihn umge­trie­ben hat, einem Wind, der „schräg in die Gewiss­hei­ten fährt“; er war gern mit dem Motor­rad in der Bre­ta­gne unter­wegs, wo er einen gro­ßen Teil sei­nes nicht lan­gen Lebens ver­bracht hat; er ließ sich gern ablen­ken, vom Wind oder von sonst­was (das nann­te er sei­ne Faul­heit und sah die Form sei­ner Tex­te davon bestimmt). Einen Roman oder auch eine Erzäh­lung zu schrei­ben hat immer etwas Auf­dring­li­ches; es bedürf­te dazu, meint Per­ros, einer Art von