Ein Ort, wo kein eisiger Wind bläst

Damon Gal­guts Roman Das Ver­spre­chen. Von Tho­mas Lang
Damon Galgut © Michaela Verity

Erzählt von Ras­sis­mus, Schuld – und Süh­ne: der süd­afri­ka­ni­sche Autor Damon Gal­gut.
Foto: Michae­la Veri­ty

Anton, Astrid und Amor – das sind die Kin­der. Dazu kom­men Pa und Ma, auch Rachel und Mani (Her­man Alber­tus) genannt. Alle hören sie auf den Namen Swart. Sie sind Nach­fah­ren von soge­nann­ten Voortrek­kern, jenen Süd­afri­ka­nern nie­der­län­di­scher, deut­scher und fran­zö­si­scher Her­kunft, die ab 1835 aus der eng­lisch beherrsch­ten Kap­ko­lo­nie aus­wan­der­ten. Bedroht wur­den sie von den Xho­sa, aber auch vom eng­li­schen Ver­bot der Skla­ve­rei. Das neue Land, auf dem sie sich nie­der­las­sen woll­ten, war nicht leer. Dort leb­ten Zulu. Man konn­te sich nicht eini­gen. Die schon da waren töte­ten um die fünf­hun­dert Voortrek­ker und stah­len ihr Vieh. In der Schlacht am Bloodri­ver 1838 wur­den dann die Zulu ver­nich­tend geschla­gen. Es ent­stand die ers­te Buren­re­pu­blik, Natal, die 1842 wie­der­um von den Bri­ten annek­tiert wur­de.

1986, da setzt die Hand­lung des Romans ein, lebt die Fami­lie Swart auf einer Farm. Es herrscht Apart­heid, die soge­nann­te Ras­sen­tren­nung und Unter­drü­ckung der schwar­zen Bevöl­ke­rungs­mehr­heit. Die Swarts beschäf­ti­gen ein schwar­zes Haus­mäd­chen, Salo­me, die in einem klei­nen Haus auf dem Farm­ge­län­de lebt. Sie beschäf­ti­gen einen schwar­zen Fah­rer. In der Stadt gibt es Unru­hen. Die Welt, aus der sie stam­men und die ihre Gedan­ken formt, ist schon dabei zu zer­stie­ben. Aber so rich­tig mer­ken sie das nicht. Und als sie es mer­ken, ändert das nicht viel an ihrem Den­ken.

Hoff­nungs­lo­sig­keit

Ras­sis­mus ist ein eben­so fes­ter Bestand­teil die­ses Den­kens wie eine cal­vi­nis­ti­sche Grund­hal­tung dem