Präauer streamt: „Keine Party“ von Deichkind

„Gegen­warts­sprech und Inter­net­me­mes, Stan­dard­flos­keln zwi­schen Auf­re­gung und Abge­klärt­heit aus dem dis­kur­si­ven Reper­toire der Social Media“
Deichkind, Lars Eidinger

Bemer­kens­wer­te Kon­se­quen­zen hat das kei­ne.

Es gibt in die­sem vier­mi­nü­ti­gen Musik­vi­deo nicht weni­ger als 59 Schnit­te. Die Figur im Vor­der­grund bleibt dabei immer die­sel­be. Sie tanzt wei­ter, als wür­de sie ohne Unter­bre­chung tan­zen, als wäre die Sze­ne­rie bloß ein Blue­screen, auf den jede belie­bi­ge Umge­bung pro­ji­ziert wer­den könn­te, ohne dass die Ver­än­de­rung der­sel­ben eine wesent­li­che Ver­än­de­rung des han­deln­den Akteurs mit sich bräch­te. Er tanzt, und er tanzt wie ein Ham­pel­mann auf Speed, ein hyper­ak­ti­ves Raver-Kid, die Kopf­hö­rer auf den Ohren, mit kräf­ti­gem Trotz die Bei­ne in den Asphalt stamp­fend, ohne dabei je den Rhyth­mus zu wech­seln.

Bemer­kens­wer­te Kon­se­quen­zen hat das kei­ne, kaum einer dreht sich um, kaum einer schaut, kei­ner tanzt mit, kei­ner regt sich auf, es ist ja Ber­lin. Und könn­te auch jede ande­re Stadt sein, wo die Gestal­tung urba­ner Räu­me nach dem Funk­ti­ons­prin­zip vom Qua­drat­me­ter als Nutz­flä­che betrie­ben wird. All die­se Orte des Ver­wei­lens und Pas­sie­rens sind vor dem Reclai­ming durch Stra­ßen­tanz