„Sind Sie auch ein Säugetierpatriot?“

Micha­el Braun im Gespräch mit Levin Wes­ter­mann über Poe­sie und Natur­ge­schich­te
Levin Westermann © Bettina Wohlfender

Levin Wes­ter­mann: „Wenn ich im Wald bin, habe ich weni­ger das Gefühl, allei­ne zu sein, als wenn ich in Biel bin“. Foto: Bet­ti­na Wohl­fen­der

Wer sich den Gedich­ten und Essays des Dich­ters Levin Wes­ter­mann aus­setzt, lan­det am Ende der bewohn­ba­ren Welt. Im Gedicht­band bezüg­lich der schat­ten bricht ein Polar­for­scher irgend­wo im rus­si­schen Nor­den auf in ein post­apo­ka­lyp­ti­sches Ter­ri­to­ri­um, in dem auch noch Über­le­ben­de eines End­zeit-Infer­nos umher­ir­ren. Wla­dis­law, der schlaf­lo­se For­scher, durch­quert eine graue Zone aus Eis und Fins­ter­nis, in der Asche und Staub auf den Gesich­tern der weni­gen Men­schen lie­gen. In Wes­ter­manns Essay­samm­lung Ovi­bos moscha­tus sind es die Extrem­land­schaf­ten der nörd­li­chen Ark­tis und ihre Bewoh­ner, die Nat­si­ling­mi­ut (dt. die Net­si­lik-Inu­it), wie auch die Polar­wöl­fe und Moschus­och­sen, die Wes­ter­mann zu