Proust stirbt

Die Haus­häl­te­rin Céles­te Alba­ret berich­tet von der letz­ten Nacht im Leben Mar­cel Prousts. Ein Fund­stück aus dem Jahr 1929. Ent­deckt von Rein­hard Pabst.
Marcel Proust © Bibliothèque André Schück

Prousts Leich­nam, foto­gra­fiert von Emma­nu­el Sougez. Prousts Bei­set­zung nach katho­li­schem Ritus fand am Nach­mit­tag des 21. Novem­ber 1922 statt, nicht am 22., wie häu­fig ange­ge­ben wird. In den Tagen und Stun­den zuvor gaben sich Freun­de und Ver­eh­rer in dem Trau­er­haus im 16. Arron­dis­se­ment die Klin­ke in die Hand. Zu dem schier end­lo­sen Defi­lee gehör­ten auch zwei Foto­gra­fen auf Ein­la­dung oder im Auf­trag des Bru­ders: Man Ray und, erst kürz­lich iden­ti­fi­ziert, ein gewis­ser Emma­nu­el Sougez. Des­sen Auf­nah­me ent­stand am Mon­tag, dem 20. Novem­ber 1922 um 18 Uhr, die bekann­te­re von Man Ray, aus einem ähn­li­chen Blick­win­kel, ver­mut­lich am 19. Novem­ber. Foto: Ver­stei­ge­rungs­ka­ta­log Biblio­t­hè­que André Schück

Als der Mann, der sich Geor­ges Bel­mont nann­te, 1973 im Vor­wort zu dem Buch Mon­sieur Proust behaup­te­te, Céles­te Alba­ret, die berühm­tes­te Haus­häl­te­rin der Lite­ra­tur­ge­schich­te, habe „fünf­zig Jah­re lang“ über ihren frü­he­ren Arbeit­ge­ber „nichts sagen“ wol­len, war dies nicht sei­ne ers­te öffent­li­che Lüge.

Sei­ner expo­nier­ten Stel­lung im Pro­pa­gan­da-Appa­rat des