Rassismus und kein Ende

Ein Zwi­schen­ruf von Hans Chris­toph Buch
Jean-Jacques Dessalines (Illustration: Manuel López López Iodibo)

Jean-Jac­ques Des­sa­li­nes, ers­ter Kai­ser von Hai­ti (Jac­ques I.), auf einem zeit­ge­nös­si­schen Stich. Ilus­tra­ti­on: Manu­el López López Iod­i­bo

„Ich bin die am wenigs­ten ras­sis­ti­sche Per­son der Welt“, tön­te Donald Trump im Som­mer 2019, und ver­mut­lich glaub­te er, was er da twit­ter­te, weil in sei­ner Fern­seh­show auch Afro-Ame­ri­ka­ner auf­tra­ten, von denen er wie­der­ge­wählt wer­den möch­te, eben­so wie Lati­nos, die er als Ver­ge­wal­ti­ger dif­fa­miert und mit einem Grenz­zaun aus­sper­ren will. Auf der ande­ren Sei­te der Bar­ri­ka­de ste­hen poli­tisch kor­rek­te Akti­vis­ten, die alle Wei­ßen, ganz gleich was sie sagen, tun, den­ken oder schrei­ben, als Ras­sis­ten beschimp­fen. Als Reak­ti­on auf der­ar­ti­ges Schwarz­weiß­den­ken, das die herr­schen­den Vor­ur­tei­le eins zu eins repro­du­ziert, genügt es nicht, sich selbst eine fort­schritt­li­che Gesin­nung zu beschei­ni­gen, frei von Res­sen­ti­ments und gren­zen­los tole­rant. Die post­mo­der­ne Gesell­schaft, in den USA wie in West­eu­ro­pa, ist alles ande­re als