Für einen erweiterten Übersetzungsbegriff

Der Lyri­ker und Über­set­zer Felix Phil­ipp Ingold stellt im Fol­gen­den einen weit­rei­chen­den Vor­schlag für den pro­duk­ti­ven Umgang mit dem Ver­lust­ge­schäft des Über­set­zens zur Dis­kus­si­on.

I

Das Geschäft des Über­set­zens ist in jedem Fall ein Ver­lust­ge­schäft. Vor­ab die Lyrik­über­set­zung muss sich mit her­ben Defi­zi­ten abfin­den, die nur in sel­tens­ten Fäl­len aus­zu­glei­chen sind. Zu den Ver­lus­ten, mit denen beim Über­set­zen eines Gedichts zu rech­nen ist, gehö­ren – unver­meid­lich – Qua­li­tä­ten wie Into­na­ti­on und Stim­mung, die nur in der Ori­gi­nal­spra­che voll zum Tra­gen kom­men kön­nen. Ein Sonett von Shake­speare mit durch­ge­hend dunk­lem Voka­lis­mus oder eine Okta­ve von Man­del­s­tam mit mehr­fach wie­der­keh­ren­den Kon­so­nan­ten­grup­pen lässt sich auch bei höchs­ter Text­treue in kei­ner Ziel­spra­che adäquat nach­bil­den.

Fast eben­so gra­vie­rend sind die Defi­zi­te auf der Bedeu­tungs­ebe­ne, die not­wen­di­ger­wei­se ent­ste­hen, wenn gleich­zei­tig for­ma­le Vor­ga­ben wie Metrum, Stro­phik, Reim berück­sich­tigt wer­den müs­sen. Jeder Lyrik­über­set­zer hat die­se Grund­satz­ent­schei­dung zu tref­fen: Soll vor­ran­gig die Aus­sa­ge des zu über­set­zen­den Gedichts bezie­hungs­wei­se das Gedicht als Aus­sa­ge in die Ziel­spra­che gebracht wer­den oder des­sen for­ma­le Mach­art, mit­hin das Gedicht als sprach­künst­le­ri­sches Fak­tum?

Wer ein gereim­tes Gedicht in frei­en Ver­sen nach­dich­tet, ver­mag wohl eine weit­ge­hen­de inhalt­li­che Über­ein­stim­mung mit dem Ori­gi­nal zu wah­ren, muss aber die dich­te­ri­sche Instru­men­tie­rung unbe­rück­sich­tigt las­sen. Die­se heu­te weit ver­brei­te­te defen­si­ve Tech­nik der Lyrik­über­set­zung nimmt von vorn­her­ein Ver­lus­te in Kauf, die von der Ori­gi­nal­vor­la­ge nur gera­de den seman­ti­schen Grund­riss erkenn­bar machen, nicht jedoch deren laut­li­che und rhyth­mi­sche Qua­li­tä­ten. Das Pro­blem (und letzt­lich die Unstatt­haf­tig­keit) die­ses Ver­fah­rens besteht dar­in, dass auf sol­che Wei­se nicht das Gedicht als ein Gan­zes über­setzt wird, son­dern ledig­lich – wie ein Pro­sa­text – als eine linea­re Abfol­ge von Wör­tern und Sät­zen. Dabei ist gemein­hin zu beob­ach­ten, dass der­ar­ti­ge „wort­ge­treue“, an der „Aus­sa­ge“ ori­en­tier­te Über­set­zun­gen in aller Regel deut­lich umfang­rei­cher aus­fal­len als die ent­spre­chen­den Ori­gi­nal­tex­te – die quan­ti­ta­ti­ve Meh­rung lässt die qua­li­ta­ti­ven Defi­zi­te umso deut­li­cher her­vor­tre­ten.

Gegen­über (und ent­ge­gen) der Gebrauchs­spra­che zeich­net sich die Dich­ter­spra­che durch eine Viel­zahl von rhe­to­ri­schen – klang­li­chen wie bild­haf­ten – Inten­si­täts­bil­dun­gen aus, die ins­ge­samt zur Ver­knap­pung der Aus­drucks­wei­se füh­ren: Dan­tes Divina Com­me­dia und „Wand­rers Nacht­lied“ von Goe­the, also ein sehr lan­ges und ein sehr kur­zes Dicht­werk, sind dafür glei­cher­ma­ßen bei­spiel­haft.

Ver­knap­pung als sprach­künst­le­ri­sches Prin­zip? Oder – nach Anton Tschechow – die „Kür­ze als Schwes­ter des Talents“?

Kür­ze ist nicht mit Ver­knap­pung zu ver­wech­seln. Kür­ze mag die Fol­ge for­ma­ler Ver­knap­pung sein, Ver­knap­pung also – Vor­aus­set­zung für inten­dier­te Kür­ze. Kür­ze ist ein Fak­tum, Ver­knap­pung ein Pro­zess. Man mag dies mit Talent, mit lite­ra­ri­scher Qua­li­tät zusam­men­den­ken, impli­ziert sind aber auch die Öko­no­mie, die Didak­tik, die Popu­la­ri­sie­rung von Lite­ra­tur. Man den­ke an die zahl­lo­sen Extrak­te und Kom­pi­la­te anti­ker Tex­te ad usum del­phi­ni, an die Erzäh­lun­gen von C. und Mary Lamb nach Wil­liam Shake­speares Dra­men, an Gus­tav Schwabs pur­gier­te Nach­er­zäh­lung der Sagen des klas­si­schen Alter­tums u. a. m.

Heu­te, da allent­hal­ben Pla­gia­te ver­mu­tet und auf­ge­deckt wer­den, dürf­te die Tech­nik der über­set­ze­ri­schen Kom­pri­mie­rung kaum noch auf Inter­es­se sto­ßen.

„10 Klas­si­ker der Welt­li­te­ra­tur, zusam­men­ge­fasst auf 16 Sei­ten“ – dar­un­ter Roman­wer­ke wie Vic­tor Hugos Die Elen­den oder Robert Musils Mann ohne Eigen­schaf­ten – wer­den neu­er­dings bei NZZ Libro ange­bo­ten. Mit Lite­ra­tur als Kunst haben sol­che Text­ver­schnit­te nichts zu schaf­fen, doch sie erin­nern dar­an, dass Lite­ra­tur schon immer durch for­ma­le Ver­knap­pung auf Neben­glei­sen tra­diert und ver­brei­tet wur­de, und es macht den Anschein, als gebe es dafür heu­te ein neu­es Publi­kums­in­ter­es­se, ein Inter­es­se an rasch kon­su­mier­ba­rer Lite­ra­tur gleich­sam in Pil­len­form, was wie­der­um – obzwar auf tri­via­ler Ebe­ne – einem wach­sen­den Bedürf­nis nach Inten­si­tät ent­spricht.

Ver­knap­pung, Inten­si­täts­bil­dung sind bekannt­lich eben­so an tech­ni­schen Objek­ten zu erfah­ren: Die Gerä­te wer­den immer klei­ner, gleich­zei­tig immer kom­ple­xer. Dass der Lite­ra­tur­be­trieb aber wei­ter­hin Mega­ro­ma­ne (etwa von Gad­dis, Wal­lace, Lit­tell, Nádas, Voll­mann, Brown u. a. m.) lan­ciert und belo­bigt, die dem Umfang und also auch dem Lek­tür­epen­sum nach von kaum einem Leser, kaum einer Lese­rin und auch nicht von der pro­fes­sio­nel­len Kri­tik noch bewäl­tigt wer­den kön­nen, macht die­ses Gen­re zu einem obso­le­ten Ana­chro­nis­mus.

Wie aber lie­ße sich nun das Prin­zip der Ver­knap­pung für die Lyrik­über­set­zung nutz­bar machen? Da Über­set­zung ohne­hin ein Minus­ver­fah­ren ist, soll­te man viel­leicht und möch­te ich jeden­falls über­le­gen, ob nicht durch die bewuss­te Radi­ka­li­sie­rung des über­set­ze­ri­schen Ver­lust­ge­schäfts etwas gewon­nen wer­den könn­te; ob nicht viel­leicht durch zusätz­li­che Ein­schrän­kun­gen und Ver­knap­pun­gen neue Qua­li­tä­ten zu erschlie­ßen wären – durch die Fort­las­sung (und Neu­mon­ta­ge) ein­zel­ner Ver­se oder Stro­phen, die Aus­klam­me­rung von Meta­phern oder Ver­glei­chen, den Ver­zicht auf bestimm­te Adjek­ti­ve oder Appo­si­tio­nen, die Bre­chung des Metrums u. ä. m.

Die Fra­ge, die Über­le­gung mag pro­vo­kant sein, ver­liert aber an Schär­fe, wenn man umge­kehrt bedenkt, was es bedeu­ten wür­de, einen vor­lie­gen­den Text – zumal ein Gedicht – in der Über­set­zung und durch die Über­set­zung zu erwei­tern, sie also um zusätz­li­che Ver­se oder Stro­phen zu ergän­zen. Die­ses Ver­fah­ren wäre kom­pro­miss­los abzu­leh­nen, da es dem Ori­gi­nal­text Ele­men­te bei­le­gen wür­de, die der Autor nicht selbst ver­fasst und auch nicht vor­ge­se­hen hat. Anders bei der Kür­zung: Hier wer­den aus­schließ­lich Text­ex­trak­te ver­wen­det, die im vor­lie­gen­den Gedicht jeweils voll­um­fäng­lich ent­hal­ten, wenn auch anders kon­tex­tua­li­siert sind.

Die Kür­zung kann also, da sie den Kon­text der betrof­fe­nen Stro­phe oder des Gedichts ins­ge­samt auf­löst, dazu füh­ren, dass aus einem Land­schafts­ge­dicht ein Lie­bes­ge­dicht oder aus einem Lie­bes­ge­dicht ein reli­giö­ses Gedicht wird, so wie, in struk­tu­rel­ler Hin­sicht, aus einer viel­stro­phi­gen Bal­la­de ein Sonett, aus einem Sonett eine Okta­ve wer­den kann. Und mehr als das – aus einem schwa­chen oder mit­tel­mä­ßi­gen Gedicht kann durch plan­vol­le Reduk­ti­on und Remon­ta­ge des Text­be­stands ein star­kes Gedicht wer­den.

Die Fra­ge nach Form und Bedeu­tung wird damit um die Qua­li­täts­fra­ge ergänzt, die als sol­che die Grund­satz­fra­ge nach sich zieht, ob die Über­set­zung, so prak­ti­ziert, noch als Nach­dich­tung oder bereits als eigen­stän­di­ge Dich­tung zu gel­ten hat und inwie­weit sich bei die­sem Ver­fah­ren der Sta­tus des Nach­dich­ters dem des Ori­gi­nal­dich­ters angleicht. Damit ist auch gene­rell die Demar­ka­ti­ons­li­nie zwi­schen dem Frem­den und dem Eige­nen erreicht, eine Linie, deren Über­tre­tung man ableh­nen mag, aber auch als eine qua­li­ta­tiv neue Schreib­be­we­gung ein­üben kann – sei’s als eine beson­de­re Art der Lyrik­über­set­zung, sei’s als eine neue spe­zi­fi­sche Dich­tungs­tech­nik. Dich­tungs­tech­nik wäre in die­sem Fall eine an (vor­zugs­wei­se gleich­spra­chi­gen) Fremd­tex­ten appli­zier­te Tech­nik der Ver­dich­tung.

Was sich da so inno­va­tiv, so spe­zi­fisch, viel­leicht all­zu for­dernd oder gar unstatt­haft aus­nimmt, ist so neu auch wie­der nicht, wenn man zum Ver­gleich ande­re – außer­li­te­ra­ri­sche – Text­sor­ten her­an­zieht, die eben dadurch cha­rak­te­ri­siert sind, dass ihre Ent­ste­hung not­wen­di­ger­wei­se die Ver­knap­pung eines bereits bestehen­den Fremd­texts vor­aus­setzt. Zu die­sen reduk­tio­nis­ti­schen Text­sor­ten gehö­ren das Exzerpt und das Zitat (Aus­zü­ge aus Fremd­tex­ten), aber auch das Kom­pi­lat oder das Pla­gi­at (Mon­ta­ge von Fremd­tex­ten), das Resü­mee (Zusam­men­zug eines Fremd­texts) und das Abs­tract (Zusam­men­zug eines eige­nen Texts).

Eine Son­der­stel­lung nimmt das Frag­ment ein, das zwar als Kurz­form oder als gekürz­te Form gilt, jedoch nicht durch Kür­zung zustan­de kommt, son­dern dadurch, dass es als Bruch­teil eines geplan­ten, aber nicht abge­schlos­se­nen Texts bezie­hungs­wei­se als Rest­be­stand eines ver­lo­ren gegan­ge­nen Text­gan­zen übrig bleibt. Aus­schließ­lich reduk­tio­nis­tisch funk­tio­niert bekannt­lich auch die Zen­sur, die vor­lie­gen­de Fremd­tex­te durch Kür­zun­gen (Strei­chun­gen) in Über­ein­stim­mung mit offi­zi­el­len, stets inhalt­lich bestimm­ten Vor­ga­ben (ver­bo­te­ne Begrif­fe, Namen, Anspie­lun­gen usf.) zu begra­di­gen hat.

II

Doch zurück nun zu mei­nem Vor­schlag, Lyrik­über­set­zung und Text­re­duk­ti­on simul­tan zu bewerk­stel­li­gen als Kom­pri­mat, das heißt als eine ver­knap­pen­de Nach­dich­tung, die den Ori­gi­nal­text zusam­men­schnei­det, ihn allen­falls von for­ma­len Vor­ga­ben (wie Metrum, Reim usf.) befreit, um ihn in sol­cher­ma­ßen ver­frem­de­ter Gestalt in die Ziel­spra­che zu über­tra­gen. Die unver­meid­li­chen quan­ti­ta­ti­ven Ein­bu­ßen, die die­ses Ver­fah­ren mit sich bringt, müs­sen und kön­nen aus­ge­gli­chen wer­den durch einen Gewinn an Prä­gnanz, an pro­so­discher wie an meta­pho­ri­scher oder rezep­ti­ons­äs­the­ti­scher Inten­si­tät.

Die Ver­knap­pung als sol­che wird dort am unauf­fäl­ligs­ten bewerk­stel­ligt, wo sie Wie­der­ho­lun­gen, Red­un­dan­zen, Pleo­nas­men usf. besei­tigt; sie kann auch die Anzahl gewis­ser Wort­ar­ten – vor­zugs­wei­se Eigen­schafts- und Umstands­wör­ter – redu­zie­ren. Merk­li­che­re Kür­zun­gen und damit tie­fe­re Ein­grif­fe in den struk­tu­rel­len und ideel­len Sta­tus der Über­set­zungs­vor­la­ge erge­ben sich not­wen­di­ger­wei­se durch die Eli­mi­nie­rung gan­zer Vers­grup­pen oder Stro­phen. Durch sol­cher­art kom­pri­mie­ren­de Über­set­zung kann – bei­spiels­wei­se – eine vor­lie­gen­de mehr­stro­phi­ge Ele­gie in der Ziel­spra­che radi­kal auf ein Disti­chon oder gar auf einen apho­ris­ti­schen Ein­zei­ler redu­ziert wer­den. Meist dürf­te die Ver­knap­pung aber so aus­fal­len, dass die Über­set­zung im Ergeb­nis als eine gekürz­te Vari­an­te des Ori­gi­nals erkenn­bar bleibt.

Die­sen ver­fah­rens­tech­ni­schen Hin­wei­sen und Über­le­gun­gen wie auch gene­rell mei­nem Vor­schlag, fremd­spra­chi­ge Poe­sie zumin­dest ver­suchs­wei­se in kom­pri­mier­ter Form nach­zu­dich­ten, ist bei­zu­fü­gen, dass dafür nicht jeder Text glei­cher­ma­ßen geeig­net ist. Lyri­sche Kurz­for­men in der Über­set­zung noch ein­mal zu kür­zen, ist in man­chen Fäl­len zwar durch­aus mög­lich, doch weit weni­ger ergie­big, als wenn ich ein Lang­ge­dicht zu einer acht- oder zwölf­zei­li­gen Stro­phe kom­pri­mie­re.

Darf der Über­set­zer, nun­mehr als Nach­dich­ter eta­bliert, die Autor­schaft des so geschaf­fe­nen Gedichts bean­spru­chen? War­um eigent­lich nicht?

Eine beson­de­re Schwie­rig­keit stellt sich natur­ge­mäß bei gereim­ten Text­vor­la­gen. Da Reim­paa­run­gen – wie auch immer sie ange­legt sind – nicht auf­ge­löst wer­den dür­fen, kön­nen Kür­zun­gen nur im Innern der Ver­se vor­ge­nom­men wer­den, falls man nicht über­haupt auf den Erhalt der Paa­run­gen oder gar auf gan­ze Stro­phen ver­zich­tet. Ein klas­sisch kom­po­nier­tes und gereim­tes Sonett bie­tet, falls über­haupt, nur sehr wenig Spiel­raum für eine reduk­tio­nis­ti­sche Nach­dich­tung, wäh­rend umge­kehrt ein noch so umfang­rei­cher Text in frei­en Ver­sen ent­spre­chend viel­fäl­ti­ge Mög­lich­kei­ten pro­duk­ti­ver Ver­knap­pung bie­tet.

Von allen Über­set­zern hat sicher­lich Ezra Pound die Ver­knap­pung am wei­tes­ten getrie­ben mit einer kom­pri­mie­ren­den Nach­dich­tung, die für die gesam­te früh­grie­chi­sche Lyrik ste­hen soll­te und die gleich­wohl nur vier Wör­ter umfasst: „Spring – Too long – Gon­gyle.“ In einem ein­zi­gen Vers glaub­te Pound eine gan­ze dich­te­ri­sche Epo­che – mit Sap­pho, Gon­gy­la u. a. m. – über­set­zen und als inten­si­ves Klang­er­eig­nis ver­ge­gen­wär­ti­gen zu kön­nen. Ein Meis­ter über­set­ze­ri­scher Ver­knap­pung war auch der rus­si­sche Dich­ter Alek­san­dr Pusch­kin, der – um bloß zwei Bei­spie­le zu nen­nen – ein Gedicht des Xeno­pha­nes in sei­ner rus­si­schen Fas­sung um die Hälf­te kürz­te und John Wil­sons dra­ma­ti­sches Poem The City of the Pla­gue beim Über­set­zen von 400 auf 240 Ver­se zusam­men­strich. In die­sen und sehr vie­len andern – ver­gleich­ba­ren – Fäl­len sind gegen die Eigen­wil­lig­kei­ten der Über­set­zer kei­ne Ein­wen­dun­gen laut gewor­den.

Heu­te, da allent­hal­ben Pla­gia­te ver­mu­tet und auf­ge­deckt wer­den, dürf­te die ohne­hin in Ver­ges­sen­heit gera­te­ne Tech­nik der über­set­ze­ri­schen Kom­pri­mie­rung kaum noch auf Inter­es­se sto­ßen. Der ein­zi­ge zeit­ge­nös­si­sche Prot­ago­nist die­ser Tech­nik, der Über­set­zer und Dich­tungs­theo­re­ti­ker Michail L. Gas­pa­row, hat jeden­falls zu Leb­zei­ten (er starb 2005 in Mos­kau) mit sei­nen zahl­rei­chen kom­pri­mie­ren­den Nach­dich­tun­gen kein nach­hal­ti­ges Inter­es­se aus­ge­löst. Ich selbst möch­te nun – vor­erst in sehr beschränk­tem, rein expe­ri­men­tel­lem Rah­men – eini­ge dies­be­züg­li­che Ver­su­che vor­le­gen und zur Dis­kus­si­on stel­len.

III

Die mit Abstand stärks­te Ver­knap­pung ergibt sich bei mei­ner Über­set­zung von John Ash­be­rys Groß­ge­dicht Flow Chart (1991), das in Buch­län­ge mehr als 6000 freie Ver­se zu einem kol­lo­quial into­nier­ten Mono­log zusam­men­schließt – 6000 Ver­se, die offen­bar exprompt for­mu­liert, wenn nicht über­haupt impro­vi­siert sind, die aber doch mit dem Anspruch daher­kom­men, das Leben, die Epo­che, das Welt­bild des lyri­schen Ich – das in die­sem Fall wohl weit­ge­hend mit dem Autor iden­tisch ist – in einer Pan­ora­ma­fahrt durch wech­seln­de Zei­ten und Räu­me vor­zu­füh­ren. Der mit zahl­rei­chen Lehr- und Leer­for­meln durch­setz­te, über wei­te Stre­cken inko­hä­rent und belie­big wir­ken­de Makro­text wird in mei­ner über­set­ze­ri­schen Kurz­fas­sung zu einem schlich­ten, struk­tu­rell wie gedank­lich strin­gen­ten Gedicht, dem man sei­ne Her­kunft kaum noch anmer­ken kann, obwohl jedes Wort – und jedes Wort in sei­ner ursprüng­li­chen gram­ma­ti­schen Form – dem Ori­gi­nal ent­nom­men ist. Ins­ge­samt 18 Ver­se, im Durch­schnitt nicht ein­mal halb so lang wie bei Ash­be­ry, fügen sich in mei­ner Über­set­zung zu einem quan­ti­ta­tiv wie qua­li­ta­tiv völ­lig neu­en Gebil­de, zu dem der Autor jedoch sämt­li­che Ele­men­te im Ori­gi­nal­text vor­gibt:

Man rügt den Hori­zont dafür,
dass er nichts Bes­se­res zu bie­ten hat.
Nur ist im sel­ben Augen­blick
der gan­ze Tanz oder was auch immer
vor­bei. Wobei mir ein­fällt:
Ich hät­te ger­ne dei­ne Auf­merk­sam­keit,
nicht bloss dei­ne Augen plus
Gesicht. Idio­tisch, fin­dest du nicht? Komm schon,
sprich mit mir hin­ter dem Schirm
des Was­ser­falls, wo’s spukt und Uto­pien
in einem Sekun­den­bruch­teil schei­tern
kön­nen. Es ist Zeit, aus eig­ner Kraft los­zu­gehn.
Nicht um das Auf­däm­mern neu­er Blü­ten
zu erle­ben, denn öd ist nicht öd
genug, solang die Nacht und ihre Lich­ter noch
nah sind. Ich den­ke, ich geh jetzt,
ehr­lich, ich tu’s – jetzt oder Schluss. Bis
zum ver­patz­ten Akkord.

Ich doku­men­tie­re mein Ver­fah­ren zusätz­lich anhand eines der bekann­tes­ten Gedich­te von Syl­via Plath, stel­le hier aber den Ori­gi­nal­text vor­an, um das Vor­ge­hen beim Über­set­zen und Kom­pri­mie­ren leich­ter nach­voll­zieh­bar zu machen.

Ari­el

Sta­sis in dark­ness.
Then the sub­s­tance­l­ess blue
Pour of tor and distances.

God’s lio­ness,
How one we grow,
Pivot of heels and kne­es! – The fur­row

Splits and pas­ses, sis­ter to
The brown arc
Of the neck I can­not catch,

Nig­ger-eye
Ber­ries cast dark
Hooks –

Black sweet blood mouthfuls,
Shadows.
Some­thing else

Hauls meth­rough air –
Thighs, hair;
Flakes from my heels.

White
Godi­va, I unpeel –
Dead hands, dead strin­gen­ci­es.

And now I
Foam to wheat, a glit­ter of seas.
The child’s cry

Melts in the wall.
And I
Am the arrow,

The dew that flies
Sui­ci­dal, at one with the dri­ve
Into the red

Eye, the caul­dron of mor­ning.

Dazu die kom­pri­mier­te Nach­dich­tung:

Ari­el

Sta­sis in Fins­ter­nis. Dann der blaue sub­stanz­lo­se
Aus­stoss von Zacken und Distan­zen.

Löwin Got­tes! Wie wir eins wer­den, Dreh­punkt
Von Fer­sen und Knien! Die Fur­che geht

Auf und davon, Schwes­ter des brau­nen
Nacken­bo­gens, denn ich nicht packen kann.

Mün­der voll von süs­sem Schwarz­blut,
Schat­ten. Als weis­se Godi­va ent­blös­se

Ich mich – tote Hän­de, tote Rigo­ris­men.
Das Wei­nen des Kinds schmilzt in die Wand.

Der Tau, selbst­mör­de­risch, ent­schwin­det, eins
Mit dem Flug ins rote Aug, den Tank, wo’s tagt.

Die ins­ge­samt 30 Ver­se bezie­hungs­wei­se zehn Stro­phen mit jeweils drei unter­schied­lich lan­gen, durch­wegs unge­reim­ten, oft nur lose durch Enjam­be­ments ver­bun­de­nen Zei­len wer­den in der Über­set­zung ver­knappt auf sechs Kurz­stro­phen mit je zwei unge­fähr gleich lan­gen Ver­sen. Das Ori­gi­nal­ge­dicht wird durch die reduk­tio­nis­ti­sche Über­tra­gung in sei­nem Auf­bau völ­lig umge­stal­tet; es ver­liert dadurch ein knap­pes Drit­tel sei­nes Umfangs, aber kaum etwas von sei­ner Aus­sa­ge und sei­ner emo­tio­na­len wie pro­so­dischen Gestimmt­heit.

Was sich natur­ge­mäß eben­falls ändert, ist der Sta­tus der Autor­schaft am Über­set­zungs­text. Auch wenn das gesam­te übrig geblie­be­ne Wort­ma­te­ri­al – Ein­zel­wör­ter, Wort­ver­bin­dun­gen, gan­ze Sät­ze – auf Syl­via Plaths Ori­gi­nal­ge­dicht zurück­ge­führt wer­den kann, ent­spricht das über­setz­te Gedicht weder ihrem for­ma­len Dis­po­si­tiv noch ihrer Fas­sung letz­ter Hand. Ich als Über­set­zer habe zwar aus­schließ­lich Vor­ga­ben aus dem Ori­gi­nal­text in die Ziel­spra­che gebracht, bin mit die­sen Vor­ga­ben aber frei ver­fah­ren, indem ich sie neu kom­po­niert und sie zudem in eine neue stro­phi­sche Anla­ge ein­ge­bracht habe.

Die Funk­ti­on der Über­set­zung wird damit erwei­tert zur aukt­oria­len Nach­dich­tung – der Fremd­text lie­fert ledig­lich die Ver­satz­stü­cke, aus denen in der Ziel­spra­che ein weit­ge­hend eigen­stän­di­ges Gedicht ent­steht. Ob jedoch der Über­set­zer, nun­mehr als Nach­dich­ter eta­bliert, die Autor­schaft des so geschaf­fe­nen Gedichts bean­spru­chen darf, ist eine eben­so offe­ne Fra­ge wie die Gegen­fra­ge – war­um denn eigent­lich nicht? Wodurch unter­schei­det sich eine der­ar­ti­ge Nach­dich­tung von einem Ori­gi­nal­ge­dicht? Dass der Nach­dich­ter sein Wort­ma­te­ri­al nicht aus dem Wör­ter­buch oder aus dem Fun­dus der All­tags­spra­che gewinnt, son­dern aus einer fremd­spra­chi­gen Text­vor­la­ge, ändert nichts dar­an, dass er tech­nisch genau so ver­fährt wie der Ver­fas­ser eines soge­nann­ten Ori­gi­nal­ge­dichts.

Ich füh­re ein wei­te­res Text­bei­spiel an. Es han­delt sich dabei um ein über­set­ze­ri­sches Kon­den­sat, das ich anhand des zwölf­tei­li­gen Gedichts Post aet­atem nost­ram (1970) von Joseph Brod­sky durch diver­se Kür­zun­gen und eine gänz­lich neue stro­phi­sche Anord­nung her­ge­stellt habe. Die Nach­dich­tung aus dem Rus­si­schen beruht auf den unter­schied­lich lan­gen und unter­schied­lich aus­ge­ar­bei­te­ten Sek­tio­nen I bis V, die im Ori­gi­nal 14 Stro­phen umfas­sen; von den ins­ge­samt 107 unge­reim­ten Vers­zei­len sind deren 20 erhal­ten geblie­ben, mit­hin rund ein Fünf­tel des ursprüng­li­chen Gesamt­be­stands. Allen Ver­lus­ten zum Trotz ergibt sich in der Ziel­spra­che ein star­kes Gedicht, das einer­seits künst­le­ri­sche Eigen­stän­dig­keit bean­spru­chen kann und das ande­rer­seits den unver­kenn­ba­ren Sound von Brod­skys lyri­scher Rhe­to­rik bewahrt:

Post aet­atem nost­ram

Ein Land für Nar­ren – das Impe­ri­um. Zwei
mar­mor­ne Figu­ren – Satyr, Nym­phe – fixie­ren
mit dem Blick den Grund des Teichs,
auf des­sen Ober­flä­che Rosen­blü­ten schwim­men.

Die Sta­tu­en, die Tei­che wer­den rarer,
je mehr man sich vom Schloss ent­fernt. Fas­sa­den
ver­lie­ren ihren Putz und Bal­kon­tü­ren
– sofern vor­han­den – blei­ben zu. Den Mau­ern

ist nachts der Schutz der Ruhe vor­be­hal­ten.
Die Bahn des Mon­des strömt, ver­strömt sich,
wird von einem schwar­zen Kahn geschnit­ten,
der kat­zen­gleich vor­über­glei­tet und

sich auf­löst in der Nacht – mit dem Signal:
es loh­ne nicht, sich wei­ter vor­zu­wa­gen.

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(Die Eigen­art der Poe­sie ist die,
dass es für sie kei­ne Begren­zung gibt.)

IV

Je höher der Ver­dich­tungs­grad und der Ver­lust an for­ma­ler wie inhalt­li­cher Über­ein­stim­mung sind, des­to mehr ent­fernt sich die Über­set­zung vom Ori­gi­nal und des­to mehr gewinnt sie damit auch an Eigen­stän­dig­keit. Von daher ist es bloß ein kur­zer Schritt bis hin zur Fra­ge, ob sich das Ver­fah­ren der kom­pri­mie­ren­den Nach­dich­tung nicht auch auf Ori­gi­nal­tex­te inner­halb ein und der­sel­ben Spra­che anwen­den lie­ße; ob also in ähn­li­cher Wei­se deut­sche Gedich­te in deut­scher Spra­che reno­viert und zu Tex­ten eige­ner, viel­leicht ganz ande­rer Qua­li­tät umge­rüs­tet wer­den könn­ten?

Da in die­sem Fall kei­ne Über­set­zung statt­fin­det, sind die Ein­grif­fe in die Text­ge­stalt – und damit der Angriff auf die Autor­schaft! – noch deut­li­cher zu erken­nen als bei zwi­schen­sprach­li­cher Nach­dich­tung. Denn hier wer­den ja doch die vom Autor selbst gesetz­ten Wör­ter buch­sta­ben­gleich, wenn auch nur aus­wahl­swei­se und bei ent­spre­chend ver­än­der­tem Kon­text, über­nom­men. Um die­sen Vor­gang zu ver­deut­li­chen, rücke ich hier mei­ne kom­pri­mie­ren­de Nach­dich­tung eines gro­ßen Gedichts von Rai­ner Maria Ril­ke ein; es han­delt sich um das mytho­lo­gi­sche Erzähl­ge­dicht Orpheus. Eury­di­ke. Her­mes aus dem Jahr 1904, des­sen 95 Ver­se ich auf 17 redu­zie­re und so zu einem qua­li­ta­tiv neu­en und eigen­stän­di­gen Text zusam­men­füh­re:

Fel­sen waren da und Wäl­der. Brü­cken über Lee­res
und jener gros­se graue blin­de Teich
wie eine lan­ge Blei­che hin­ge­legt. Dass eine Welt
aus Kla­ge ward, in der alles noch ein­mal
da war: Wald und Tal und Weg und Ort­schaft,
Feld und Fluss und Tier. Ganz so
wie um die and­re Erde eine Son­ne und ein
gestirn­ter stil­ler Him­mel ging.
Wie eine Frucht von Süs­sig­keit und Dun­kel,
so war sie voll von ihrem gros­sen
Tode, sanft und ohne Unge­duld. Sie war schon
auf­ge­löst wie lan­ges Haar und
aus­ge­teilt wie hun­dert­fa­cher Vor­rat. Und als jäh
der Gott sie anhielt, begriff sie
nichts. Fern aber stand jemand, des­sen Ange­sicht
nicht zu erken­nen war.
Er stand
und sah, unsi­cher sanft und ohne Unge­duld.

Das durch will­kür­li­che Ver­knap­pung gewon­ne­ne Gedicht stammt Wort für Wort von Ril­ke und ist den­noch in die­ser Fas­sung von ihm nicht geschrie­ben wor­den. Wer den Text im neu­en Wort­laut liest, wird ihn ver­mut­lich gleich­wohl dem ursprüng­li­chen Autor zuschrei­ben, des­sen dama­li­ger lyri­scher Stil unver­kenn­bar erhal­ten geblie­ben ist. Die Nach­dich­tung ver­mag hier die Into­na­ti­on des Ori­gi­nals nicht zu beein­träch­ti­gen, sie begra­digt ledig­lich des­sen über­bor­den­den Wort­reich­tum und inten­si­viert damit sei­ne Aus­drucks- und Aus­sa­ge­kraft. Inwie­weit bei die­sem Vor­ge­hen Ril­kes Kunst­wol­len kon­ter­ka­riert wird, ist eben­so schwer aus­zu­ma­chen wie die Eigen­leis­tung des Nach­dich­ters, der kein ein­zi­ges eige­nes Wort in den Text ein­ge­bracht, den Text jedoch als sol­chen voll­um­fäng­lich und eigen­stän­dig kom­po­niert hat.

Mit einem Selbst­ver­such schlie­ße ich die klei­ne Test­rei­he ab. Ich erpro­be das Ver­fah­ren der nach­dich­te­ri­schen Ver­knap­pung an einem von mir ver­fass­ten Lang­ge­dicht, das ich erst­mals 2005 unter dem Titel „Tier­le­ben“ vor­ge­legt habe. Das Gedicht umfasst in der dama­li­gen Redak­ti­on zehn durch­num­me­rier­te Stro­phen und gesamt­haft unge­fähr 300 freie Ver­se, von denen vie­le refrain­ar­tig wie­der­holt wer­den. Die ver­knapp­te Text­fas­sung beruht auf den Stro­phen 0 bis IV, was unge­fähr 130 Ver­sen ent­spricht; davon ver­blei­ben 18 Zei­len, die nun das nach­ste­hen­de, um vie­les kür­ze­re Gedicht kon­sti­tu­ie­ren:

Wo der Ja!-Leib klart. Und
wie im Märch… das Spieg­lein an der Wand! Was
tobt. Die Schön­heit im Auge
des Andern. Ein oft besuch­ter Ort wo Lee­re
staunt. Wo der Leib die Wär­me
oder die Wär­me den Leib sucht. Wo inmit­ten
der Nixe die Quel­le rumort und
leis eine Oper beginnt. Wo Samt und Asche weiss
aber schwarz sind und echt
gefälscht das säch­li­che Geschlecht. Mit dem Gesicht
das lacht wenn die Stra­fe es trifft.
Der Name des­sen der im Spie­gel Schmie­re steht
und ver­geht. Kalt wie jeder Ver­gleich.
Wer wäre er. Der sich ein Gesicht andich­ten lies­se.
Und nes­tel­te dem Nächs­ten – zuck! –
die Mas­ke vom Geschlecht. Sagt statt Amen zwei­mal
Ich! Und schon schiesst das Beu­te­tier
ins Bild. Um nach sich selbst zu schnap­pen. Bis!

Die Fra­ge nach der Autor­schaft der­ar­ti­ger Nach­dich­tun­gen stellt sich hier mit beson­de­rer Dring­lich­keit, da ich ja selbst sowohl die Vor­la­ge wie auch die kom­pri­mier­te Über­tra­gung abge­fasst habe. Lie­gen damit unter mei­nem Namen zwei eigen­stän­di­ge Gedich­te vor oder kann die aktu­el­le Nach­dich­tung bloß als Varia­ti­on auf den Urtext von 2005 gel­ten? Man soll­te sich, auf der Suche nach einer val­ablen Ant­wort, dar­an erin­nern, dass jedes Gedicht das Ergeb­nis radi­ka­ler Strei­chun­gen ist, und auch umge­kehrt – dass jedes Gedicht eine Text­men­ge vor­aus­setzt, die um ein Viel­fa­ches grö­ßer ist als sei­ne defi­ni­ti­ve Fas­sung. Ori­gi­nal­dich­tung und Nach­dich­tung wären dem­nach, so wie ich sie hier dar­stel­le und erpro­be, als ana­lo­ge, qua­li­ta­tiv gleich­wer­ti­ge Schreib­be­we­gun­gen zu begrei­fen, und der Nach­dich­ter hät­te, nicht anders als der Ori­gi­nal­dich­ter, Anspruch auf – Autor­schaft.

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Felix Phil­ipp Ingold lebt als Schrift­stel­ler, Publi­zist und Über­set­zer in Romain­mô­tier. Sei­ne jüngs­ten Ver­öf­fent­li­chun­gen sind der Roman Noch ein Leben für John Poto­cki, die erwei­ter­te Neu­aus­ga­be der Mono­gra­phie Der gro­ße Bruch (Russ­land im Epo­chen­jahr 1913) und – von ihm erst­mals ins Deut­sche über­setzt – eine Text­aus­wahl von Lew Sches­tow unter dem Titel Sie­ge und Nie­der­la­gen. Für eine Phi­lo­so­phie der Lite­ra­tur – alles beim Ver­lag Matthes & Seitz, Ber­lin 2013.

Quel­le: VOLLTEXT 3/2013

Online seit: 3. August 2021

Online seit: 3. August 2021

Zuletzt geän­dert: 3. Aug. 2021