Die Kunst der Literaturkritik

Andre­as Platt­haus über Ursprünge, Ansprüche und Real­be­trieb der deut­schen Lite­ra­tur­kri­tik.

Die­ser Text ist nur in der Print­aus­ga­be 3/2017 ver­füg­bar.

Zita­te aus die­sem Bei­trag:

„Kri­tik ist kei­ne Kunst und nicht ein­mal ein Hand­werk, Kri­tik ist ein Mach­werk, blo­ße Mei­nungs­ma­che näm­lich, getra­gen nicht sel­ten von nied­ri­gen ego­is­ti­schen, womög­lich kom­mer­zi­el­len Beweggründen und/oder man­geln­der Kunst­fer­tig­keit. Was kann man dem ent­geg­nen?“

„Die Ver­lo­ckung, sich in wis­sen­schaft­li­chem Jar­gon und her­me­ti­schem Den­ken zu ver­lie­ren, ist groß, weil man sich damit um ein kla­res, nach­voll­zieh­ba­res Urteil her­um­mo­geln kann.“

„Wir den­ken bei der Aus­wahl zu rezen­sie­ren­der Bücher viel weni­ger stra­te­gisch, als es uns Redak­teu­ren von außen unter­stellt wird.“

„Aber es ist tat­säch­lich so, dass die F.A.Z. sehr hohe Ansprüche an das Ethos erhebt, das durch Lite­ra­tur ver­tre­ten wird, gera­de auch im Blick auf deutsch­spra­chi­ge Autoren.“

„Es ist inter­es­sant, dass offen­kun­dig auch von außen her und aus einer pseu­do­ob­jek­ti­ven Lite­ra­tur­per­spek­ti­ve, wie sie die Nobel­preis­ju­ry ein­nimmt, gegenüber der deut­schen Nach­kriegs­li­te­ra­tur ein extrem poli­ti­scher Anspruch erho­ben wird, der bei ande­ren Spra­chen nicht der­art kon­se­quent Gel­tung bean­sprucht.“

„Vor zehn Jah­ren galt bei mei­ner Zei­tung noch eine zwei­te, groß­ar­tig arro­gan­te Regel: Ein Buch ist dann erschie­nen, wenn es in der F.A.Z. bespro­chen wur­de.“

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Online seit: 12.10.2017

Zuletzt geän­dert: 20. Okt. 2017