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Norbert Müller: Easy Deutschland (E-Book)

Norbert Müller: Easy Deutschland (E‑Book)

€6,90

Roman
432 Sei­ten (in der Print­aus­ga­be)
For­mat: E‑PUB

 

Kategorie: Bücher
  • Beschreibung

Beschreibung

Stim­men zum Buch

„Man hat eine Men­ge zu lachen, und laut habe ich das beim Lesen eines Romans lan­ge nicht mehr gemacht.“  – Katha­ri­na Rutsch­ky, Frank­fur­ter Rund­schau

„Das Komi­sche in dem Tra­gi­ko­mi­schen der Hand­lung ist dabei so sehr auf die Spit­ze getrie­ben, dass man dar­in unwill­kür­lich den Aus­gleich eines ver­mie­de­nen gestei­ger­ten Tra­gi­schen ver­mu­tet.“ – Dirk Knipp­hals, taz

„In die­ser Span­nung zwi­schen selbst­ver­lieb­ter Selbst­wahr­neh­mung und gna­den­lo­ser Fremd­wahr­neh­mung liegt der Humor des Romans. Und sei­ne Lebens­nä­he.“ – Cor­ne­lia Gell­rich, Ber­li­ner Zei­tung


Der Autor
Nor­bert Mül­ler, gebo­ren 1963 in Aachen, lebt in Ber­lin. Im Resi­denz Ver­lag erschie­nen: Der Sor­gen­ge­ne­ra­tor (2004), Fei­er­abend (2005) u. Easy Deutsch­land (2007). Zahl­rei­che Sti­pen­di­en und 2013 der Würth-Lite­ra­tur­preis. Jüngs­te Ver­öf­fent­li­chung: „Die Nacht­kom­mo­de“ in miro­m­en­te 56, Bre­genz 2019. Spielt gern Pétan­que.


PERSONENVERZEICHNIS

Haupt­fi­gu­ren

Arthur Schul­ze: Ange­stell­ter bei der Relo­ca­ti­on-Agen­tur Easy Deutsch­land, vor­mals Thea­ter- und Fern­seh­re­gis­seur, Erfin­der der TV-Serie Dok­tor Mar­kus
Carol Tol­bert: Eigen­tü­me­rin von Easy Deutsch­land
Eck­hard: ehe­ma­li­ger Dra­ma­turg, Spon­so­ren­ak­qui­si­teur beim Thea­ter 94, ver­hei­ra­tet mit Carol
Erik König: Deutsch-Pro­gramm­lei­ter an der Volks­hoch­schu­le Groß­fel­de-Mari­en­ra­de, Audi­fah­rer
Mari­on König: Mul­ti-Künst­le­rin, ver­hei­ra­tet mit Erik
Gui­do Duvall: Dar­stel­ler des Dok­tor Mar­kus, inte­ri­mis­tisch Haus­mann und Vater
Ann Char­lot­te Sau­ber: Schrift­stel­le­rin, Freun­din von Mari­on

Neben­fi­gu­ren

Simo­ne: Invest­ment­ban­ke­rin, ver­hei­ra­tet mit Gui­do Duvall
Zoe und Tho­mas: Königs Kin­der
Jus­tin: Sohn von Simo­ne und Gui­do Duvall
Phil­ip Gold­berg: Kun­de von Easy Deutsch­land
Ellen: sei­ne Toch­ter
Wal­traud Kurz-Kowal­ski: kom­mis­sa­ri­sche Lei­te­rin der Volks­hoch­schu­le Groß­fel­de-Mari­en­ra­de
Möl­len­köt­ter: Lek­tor von Ann Char­lot­te Sau­ber
Fritz Näge­le: Lei­ter des Thea­ters 94
Sabi­ne, Kers­tin, Annet­te, Franz, Ros­wi­tha, Hil­de­gard: Kurs­lei­ter an der Volks­hoch­schu­le Groß­fel­de-Mari­en­ra­de
Hei­di Brock­mann: Schau­spie­le­rin, Namens­ge­be­rin einer Strick­blu­sen­kol­lek­ti­on
Max Perl­mann: Schau­spie­ler, Autor von Sen­ti­men­tal Escape
Aria­ne Jobst: Schau­spie­le­rin
Frau Weiss: Pfle­ge­rin von Perl­mann
Gil­li­an und Dick Tol­bert: Carols Eltern
Cor­ne­li­us Schre­ker: Künst­ler, Kunst­leh­rer
Ade­le Güs­sing: Ärz­tin


KAPITEL

Schat­zi­hass­rück­fall
„Die Schat­zi­hass­so­ße koch­te wie­der hoch. Bei Schat­zi dach­te er weni­ger an Lie­be als an Mord.“

Relo­ca­ti­on-Agen­tur
„Arthur hat­te sich bis­her bei Easy Deutsch­land immer an Regel Num­mer eins gehal­ten: Sprich nie über Poli­tik, Reli­gi­on oder Sex, es sei denn, der Kun­de will es.“

Anruf­be­ant­wor­ter
„Nor­ma­ler­wei­se hat­te er kei­ne Pro­ble­me mit Anruf­be­ant­wor­tern, im Gegen­teil, es gab Anru­fe, bei denen er fürch­te­te, statt des Anruf­be­ant­wor­ters könn­te sich die Per­son mel­den.“

Bur­meis­ter
„Über­haupt das Wort Ver­schwö­rung, benut­zen Sie es in mei­ner Gegen­wart nicht. Das gan­ze Leben ist eine ein­zi­ge Ver­schwö­rung, dar­über brau­chen wir nicht zu reden.“

Inter­view
„Was heißt Ver­kehr: Motor ein­schal­ten, Dings rein, Dings raus, Motor aus­schal­ten. Das war die Ehe. Das war auch die Ehe. Von wegen, Herr Bischof, die Ehe sei ein wun­der­ba­res, unver­gleich­li­ches Gut!“

Dok­tor Mar­kus
„Auf dem Höhe­punkt der Dok­tor-Mar­kus-Hys­te­rie hat­te er sich ohne ange­kleb­ten Voll­bart und eine Son­nen­bril­le, die das hal­be Gesicht bedeck­te, nicht aus der Woh­nung getraut.“

Ent­span­nung
„Schon bei der Namens­ge­bung der ers­te Streit: Volks­hoch­schu­le Groß­fel­de-Mari­en­ra­de oder Mari­en­ra­de-Groß­fel­de? Bei Groß­fel­de-Mari­en­ra­de Zurück­set­zung der Mari­en­ra­der, bei Mari­en­ra­de-Groß­fel­de Zurück­set­zung der Groß­fel­der.“

Amo­re
„Frau­en­arzt Dok­tor Mar­kus nur als Zwi­schen­sta­ti­on gedacht auf dem Weg zu einem zwei­ten Fran­çois Truf­f­aut.“

Prinz Eugen
„Auf dem Bett lie­gen und die Decke anstar­ren, Schu­bert hören und in Melan­cho­lie ver­sin­ken, das war ein mit­tel­eu­ro­päi­sches Hob­by. War man stolz drauf.“

Klein­schrei­bung
„Ohne Bus­si­bus­si ging es nicht, schon gar nicht beim Thea­ter. Aber auch im Lite­ra­tur­be­trieb längst nicht mehr. Frü­her hat­te sie sich gegen das Bus­si­bus­si gesperrt, gera­de­zu unter einer Bus­si­bus­si­all­er­gie gelit­ten.“

Tie­fe
„Das Pro­blem mit der Tie­fe: Sein Schwanz fand nicht mehr aus ihr her­aus, sei­ne See­le noch nicht in sie hin­ein.“

Spon­so­ring
„In den spä­ten Acht­zi­gern, vor der Wen­de, war Fritz der schwä­bi­sche Che Gue­va­ra von Green­wich Vil­la­ge.“

Gebo­te
„Für Kun­den von Easy Deutsch­land war das in den ers­ten Wochen die Bibel. Alle For­mu­la­re wur­den dar­in erklärt, mit denen Aus­län­der bei deut­schen Behör­den kon­fron­tiert waren, eben­so Müll­tren­nung, Miet­ver­trä­ge, Fahr­erlaub­nis.“

Vater
„Die S‑Bahn voll mit Rad­fah­rern. Vie­le Sech­zig- bis Acht­zig­jäh­ri­ge dabei. Trai­nier­ten am Wochen­en­de, um in der Woche fit für Demons­tra­tio­nen gegen Ren­ten­kür­zun­gen zu sein.“

Nase­boh­ren
„Und was für ein Auf­tritt. Film­his­to­ri­ker wür­den sich spä­ter den Qua­li­täts­sprung nicht erklä­ren kön­nen, den er nach der drit­ten Dok­tor-Mar­kus-Fol­ge nahm.“

Gru­ne­wald
„Es muss­te eine Frau bei der Han­dy­an­schaf­fung im Spiel gewe­sen sein. Es waren immer Frau­en im Spiel, wenn Män­ner ihre Ver­bohrt­hei­ten über­wan­den.“

Zie­gel­hof­weg
„Vom Zie­gel­hof­weg erhol­te man sich nicht mehr. Vom Zie­gel­hof­weg ging’s gleich auf den Got­tes­acker.“

Gefühls­grüt­ze
„Die­ser grau­sa­me Duras-Abklatsch. Was bei Duras furcht­bar war, war bei Mari­on noch furcht­ba­rer. Gab gar kein Wort dafür, am ehes­ten noch See­len­pud­ding. Oder Gefühls­grüt­ze.“

Café Oren
„Wer die Dativ­hür­de nahm, wür­de auch ande­re Hür­den neh­men. Und Ellen hat­te die Dativ­hür­de genom­men, dank sei­ner Hil­fe. Und anschlie­ßend auch die Dop­pel­hür­de der fes­ten Prä­po­si­tio­nen und der Wech­sel­prä­po­si­tio­nen.“

Dozen­ten­raum
„Seit neun­zehn Jah­ren war König mit Mari­on ver­hei­ra­tet, aber seit min­des­tens drei­ßig Jah­ren mit der Zei­tung. Und nach der sich immer deut­li­cher abzeich­nen­den Schei­dung von Mari­on wür­de die Zei­tung noch wich­ti­ger wer­den.“

PEKiP
„Dok­tor Mar­kus war ja nach Goe­the und Becken­bau­er der bekann­tes­te Deut­sche, das hat­te nicht allen gepasst.“

Lebens­end­tas­te
„Er hat­te gleich einen Plan, für den er nur Münz­geld, eine Tele­fon­zel­le und ein Taschen­tuch bräuch­te.“

Kotz­la­che
„Dann begann das War­ten dar­auf, dass sich die Redak­teu­rin mel­de­te: einen Tag, zwei Tage, drei Tage. Am vier­ten Tag schau­te sie im Duden nach, wie dem­nächst defi­niert wur­de.“

Hor­ny
„Wie ein Gewit­ter hing das hor­ny schon wie­der über ihm. Beim Spa­zier­gang im Gru­ne­wald, beim Bum­mel auf dem Ku’damm, in den Cafés in Mit­te, immer und über­all das Hor­ny-Gewit­ter.“

Gar­ten­schlauch
„Zoe jeden­falls ist auf einem sehr span­nen­den Weg. Auf der Suche näm­lich, wie ich vor­hin sag­te … auf der Suche nach dem ver­lo­re­nen gan­zen Men­schen.“

Kaf­fee­ko­chen
„Eck­hard woll­te wie­der nicht mit, hing in sei­nem Ses­sel, Chips und Erd­nüs­se neben sich und Ober­inspek­tor Der­rick in einer Wie­der­ho­lungs­fol­ge vor sich.“

Kri­se
„Hat­te ihm nicht einer sei­ner Kun­den erzählt, dass es im Chi­ne­si­schen für Kri­se und Chan­ce das­sel­be Schrift­zei­chen gibt?“

Auto­bio­gra­phie
„Er las wei­ter, über ihren spä­ten Durch­bruch in: Eva-Marie Stol­zen­burg – eine Frau in den bes­ten Jah­ren. Und dann über die Idee zu ihrer Hei­di-Brock­mann-Strick­blu­sen­kol­lek­ti­on, die sie auf einem Home­shop­ping­ka­nal ver­trieb.“

Deal
„Es gab lef­to­vers von chi­cken à la Gran­ny Lui­se, die noch staub­tro­cke­ner als das letz­te Mal in Ber­lin waren, aber er war nicht als Gour­met her­ge­kom­men, son­dern als zukünf­ti­ger Geschäfts­mann.“

Freund
„Der Brock­mann schweb­te eine fil­mi­sche Medi­ta­ti­on vor, eine Art Tere­sa Terz ohne Mord­fall, ihm dage­gen … kei­ne Ahnung. Tra­gi­ko­mö­die viel­leicht oder Far­ce. Far­ce ging irgend­wie immer.“

Pond­e­ro­sa
„Lag er nicht im Bett, schau­te er Dok­tor-Mar­kus-Vide­os. Nach zwei inten­si­ven Dok­tor-Mar­kus-Video­wo­chen stell­te ihn die Simo­ne vor die Wahl: Dok­tor Mar­kus oder ich.“

Ame­ri­ka
„In fünf, sechs Jah­ren eine fes­te Grö­ße in Hol­ly­wood sein. Viel­leicht doch eher Main­stream als inde­pen­dent. Eher Wil­der als Cas­sa­ve­tes.“

Lie­be
„Er woll­te Lie­be, kör­per­lich und see­lisch, aber eben nicht von und mit Mari­on. Nicht mehr von und mit Mari­on. Nie mehr von und mit Mari­on.“

Begeg­nung
„Sie sag­te ihm jetzt, was er zu lesen habe. Sag­te, du musst unbe­dingt Lacan lesen, musst unbe­dingt Der­ri­da lesen, musst unbe­dingt Luh­man lesen. Las aus Trotz Donald Duck.“

Ver­nis­sa­ge
„Was sehen wir hier? Was ist der Stein des Ansto­ßes? Was wir sehen, ist eine Son­nen­göt­tin in Zwie­spra­che mit einem Erden­men­schen.“

Ten­nen­baum
„Dei­ne Frau, die muss ja den kari­ta­ti­ven Maso­chis­mus einer Mut­ter Tere­sa in sich haben, um mit dir zusam­men zu sein.“

Pep­pe­ring
„Was soll an Main­stream schlimm sein? Shake­speare ist Main­stream. Goe­the ist Main­stream. Kaf­ka ist Main­stream. Die Bibel ist Main­stream.“

Spu­ren­su­che
„Und jetzt acht­hun­dert Kilo­me­ter zurück. Wie­der acht­hun­dert Kilo­me­ter in der Todes­zo­ne. Und für was? Für ein Hirn­ge­spinst!“

Kurs­ver­tei­lung
„Gegen Abend zar­te Trau­rig­keits­at­ta­cken, Melan­cho­lie­an­fäl­le. Drei­und­fünf­zig Jah­re war er alt und hat­te davon mehr als fünf­und­zwan­zig an der Volks­hoch­schu­le ver­bracht.“

Kos­me­tik­kof­fer
„War­um spiel­te der sich jetzt so auf? Bewarb sich der ehe­ma­li­ge schwä­bi­sche Che Gue­va­ra schon jetzt um die Nach­fol­ge von Lea Rosh?“

Dosis
„Die Trau­rig­keit der fran­zö­si­schen Tex­te lang­weilt mich seit Jah­ren. Auch die Trau­rig­keit der deut­schen. Die­se gan­ze Melan­cho­lieschei­ße, die­ses Depres­si­ons­ge­heu­le, zum Kot­zen.“

Pick­nick
„Er trau­te die­sem Kerl ein­fach nicht mehr. Auch nicht Hei­di, er trau­te nur der Simo­ne und sei­ner Robert-de-Niro-ohne-Schweiß-kein-Preis-Metho­de.“

Ultra­schall
„Die Pfüt­ze, das Bil­ly-Regal der Kurz­ge­schich­te; Oben, unten, das Metha­don für Ing­mar-Berg­mann-Abhän­gi­ge auf Ent­zug; Das Mäd­chen mit der Per­len­ket­te, das Red Bull für Rosa­mun­de-Pilcher-Abge­schlaff­te.“

Mid­life
„Und als die Mau­er fiel, fuh­ren die ande­ren zum Par­ty­fei­ern nach Ber­lin, wäh­rend er zum Wan­dern in den Baye­ri­schen Wald fuhr.“

Bur­ger
„Bur­ger las Ibsen, obwohl Ibsen auch nicht melo­dra­ma­tisch war. Ibsen konn­te ja nichts dafür, dass die Bur­ger sei­ne Stü­cke las, spiel­te und in den Sand setz­te.“

Sprach­kri­se
„Ler­ner­ori­en­tier­te Qua­li­täts­tes­tie­rung – bei­de Wör­ter gehö­ren sicher auch nicht zu den im Bach­mann­schen Sin­ne wah­ren Wör­tern.“

Hop­per
„Komisch, sie war glück­lich, aber es reich­te nicht. Nicht das stil­le Glück. Nicht, wie sie an Schre­kers Sei­te durch die­se wun­der­ba­re Hop­per-Land­schaft fuhr, mit dem Hop­per-Him­mel, den Hop­per-Häu­sern, den Hop­per-Sand­dü­nen.“

Hor­ror Vacui
„Aber lieb­te er nicht gera­de die­se Pen­zin­ger Nai­vi­tät an ihr? Die Frit­t­a­ten­sup­pen­her­zig­keit? Die Tafel­spitz­se­lig­keit? Die Top­fen­stru­del­un­schuld?“

Perl­mann
„Sie brauch­ten einen pro­mi­nen­ten Juden mit einer ein­drucks­vol­len Ver­folg­ten­vi­ta. Für mich als Mensch haben Sie sich einen Dreck inter­es­siert.“

Ter­ror
„Eine Süd­ti­ro­ler Berg­bau­ern­toch­ter wein­te nicht so ein­fach drauf­los. Eine wei­nen­de Süd­ti­ro­ler Berg­bau­ern­toch­ter hät­te es nicht in die Lite­ra­tur­welt geschafft.“

Dimi­nu­tiv­schock
„Wahr­schein­lich bekam man gar kei­ne Bau­ge­neh­mi­gung für den Zie­gel­hof­weg, wenn man nicht einen Sohn und eine Toch­ter hat­te. Den Fami­li­en­hund nicht zu ver­ges­sen.“

Netz­werk­flie­se
„Glaubst du etwa, die per­ma­nen­ten Wei­ter­bil­dungs­ver­an­stal­tun­gen, die Jours fixes, die Qua­li­täts­tes­tie­rung, die Dau­er­eva­lua­ti­on, die­ser gan­ze büro­kra­ti­sche Mist ist mei­ne Idee?“

Auf­zug
„Ich habe die Nazis über­stan­den, ich habe das Exil über­stan­den, ich habe die Rück­kehr nach Wien über­stan­den, ich über­ste­he Wien und die Zumu­tun­gen des Alters jeden Tag aufs Neue, aber ob ich den heu­ti­gen Abend über­ste­he?“

Come­back
„Gui­do-Duvall-Blick weg­ma­chen, Dok­tor-Mar­kus-Blick anknip­sen. Funk­tio­nier­te noch immer, und auch das Dok­tor-Mar­kus-Lächeln.“

Kost­kin­der
„Und ihre Eltern waren erst recht durch, durch die Kost­kind­kind­heit, und hat­ten mit ihrer kar­gen Berg­bau­ern­e­xis­tenz fünf Kin­der in die Welt gesetzt. Und durch den Lite­ra­tur­be­trieb, da muss­te man ja auch erst durch.“

Win­del­dis­kurs
„Ihre größ­te Angst war … ja … nun … eine Spie­ße­rin zu wer­den! Wo sie die Spie­ßer immer nur in den ande­ren gese­hen hat­te. Spie­ßer, das sind nicht die ande­ren, das bist du sel­ber!“

Volks­hoch­schul­leit­bild­be­auf­trag­ter
„Die Rea­li­tät sieht lei­der so aus, dass an der Volks­hoch­schu­le nord­ko­rea­ni­sche Ver­hält­nis­se herr­schen. Kei­ner macht den Mund auf aus Angst, sei­nen Job zu ver­lie­ren.“

Tod
„Der Hor­ror Vacui begann ihn zu beschimp­fen, und des­sen gro­ßer Bru­der box­te ihn in die Rip­pen. Ver­ra­ten hast du mich, sag­te der Hor­ror Vacui, betro­gen.“

Traum
„Er hat­te zwi­schen sech­zehn und zwan­zig den gan­zen Chand­ler gele­sen, hat­te aber nichts genutzt. Auch die Bogart-Fil­me nicht.“

Ehren­grab
„Gut, er fühl­te sich noch immer alt und hat­te außer zwei­hun­dert­ein­und­drei­ßig Fol­gen Dok­tor Mar­kus bis­lang kaum blei­ben­de Spu­ren auf Erden hin­ter­las­sen.“

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