Presseschau – 9. Februar 2026

Felix Philipp Ingold / Barbara Honigmann / Hirnerweichende Sexschwarten / Sebastian Schmidt / Leon Engler / Gert Jonke / Leykam stellt das Literaturprogramm ein …

Online seit: 9. Februar 2026

NZZ
Gegengeschichte zum fröhlichen Wegsehen: Barbara Honigmann erzählt in „Mischka“ von der monatelangen Dunkelheit im Gulag
Barbara Honigmanns „Mischka“ ist die Geschichte von Wilhelmine Magidson, die zehn Jahre im Gulag bei Workuta überlebt. Das Buch zeigt auch, wie viele im Westen die Lager und den stalinistischen Terror einfach nicht wahrhaben wollten.

NZZ
Einsamkeit, Anpassung, Erfolg – eine Kulturgeschichte des russischen Exils in Paris
Der Slawist Felix Philipp Ingold legt eine eingehende Darstellung der vor den Sowjets geflohenen Russen im Pariser Exil vor. Dabei wählt er einen originellen Zugang. In vierzehn Doppelporträts beschreibt er überlappende und manchmal auch konfligierende Lebenswelten.

FAZ
Er muss eine Sprache lehren, die von den Sowjets erfunden wurde
Düstere Fiktion mit realistischen Elementen: Iulian Ciocans Roman über eine russische Invasion in die Republik Moldau liegt nun in deutscher Übersetzung vor.

FAZ
Emily Dickinson: „Mein Hirn entfiel mir“
Von der Lähmung zur Steinwerdung: beispiellose Verse aus dem krisengequälten Innenleben einer Dichterin zu Beginn der amerikanischen Moderne.

FAZ
Er ist unerwünscht, er ist ein Mensch
Eisen, Tränen, Rost: „Neues von den Unerwünschten“, eine Auswahl von Erzählungen J. M. G. Le Clézios, zeigt den Literaturnobelpreisträger in schwankender Form.

FAZ
Der Roboter Charly ist so ignorant wie seine Entwickler
So geht sozial bewusstes Erzählen: Sebastian Schmidts ebenso technologiekundiger wie gesellschaftskritischer Roman „Powerschaum“ schildert das prekäre Leben. Und fragt: Wie kommen wir da raus?

Tagesspiegel
Hirnerweichende Sexschwarten
Anregende und unterkomplexe Familiengeschichten, fantasielose und grobmotorische Romantasy, ein toller Thriller, der auch ein erkenntnisreicher Sozialreport ist: Literaturkritiker Denis Scheck über die erfolgreichsten Romane dieser Woche.

Tagesspiegel
Stargäste beim Literaturfestival Lit:Potsdam: Salman Rushdie und Siri Hustvedt stellen ihre neuen Bücher vor
Salman Rushdie legt sein erstes Belletristik-Werk seit dem Anschlag auf sein Leben 2022 vor. Im März präsentiert er in Potsdam den Erzählband „Die elfte Stunde“. Siri Hustvedt stellt ihr Buch „Ghost Stories“ vor.

Berliner Zeitung
„Mein gelber Pullover“ zeigt, wie soziale Unterschiede schon Kinderbeziehungen bestimmen
Das eine Mädchen bestimmt nur über den Urlaub der Familie, das andere kennt gar keine Grenzen. „Mein gelber Pullover“ ist ein Buch über Erinnerung. Die Buchkritik.

Der Standard
Wie Autorin Renate Welsh nach ihrem Schlaganfall wieder zur Sprache fand
Im filmischen Porträt „Renate“ begleitet Regisseur Martin Nguyen feinfühlig eine Autorin, die nach einem Schlaganfall ihre Sprache neu erlernen musste

Der Standard
Leykam-Verlag stellt sein Literatur- und Kinderbuchprogramm ein
Der österreichische Verlag führt „wirtschaftliche Gründe“ für die Maßnahme an

Der Standard
Leykam-Verlag schließt die Publikumssparte: Zu hohe Verluste
Der heimische Verlag hat sich mit feministischer und Kinderliteratur profiliert. Fortan setzt er auf Wissenschaftsbücher, die sich nicht durch Verkauf finanzieren müssen

Der Standard
Die eigene Familiengeschichte bewältigen: Leon Englers „Botanik des Wahnsinns“
Alkoholkranke Mutter, depressiver Vater, bipolare Großmutter, der Großvater in Steinhof: Das beeindruckende Debüt über die psychiatrische Verfasstheit einer Familie.

Der Standard
„Klanglandschaftsbildner“: Autor Gert Jonke wäre am Sonntag 80 geworden
Der aus Klagenfurt gebürtige Dichter und Unruhegeist musizierte, indem er famos lange Sätze bildete. Seine Stücke gehören neu ins Theater

Der Standard
Von Handkes Jugoslawien-Text zu Booktok: Als die Literatur zum Spektakel wurde
Der Berliner Professor Steffen Martus erzählt die Literaturgeschichte des frühen 21. Jahrhunderts in Themen, Trends, Debatten. Man ist nach der Lektüre firm

Die Presse
Leykam-Verlag stellt seine gesamte Publikumssparte ein
Mit 2027 wird der ganze Bereich der Literatur, Sachbücher und Kinderbücher eingestellt. Das Wissenschaftssegment bleibt.

Die Presse
„Renate“: Die Autorin, die wieder sprechen lernte
Renate Welsh versuchte stets, anderen eine Stimme zu geben – und verlor dann ihre eigene. In „Renate“, einem behutsamen, berührenden Filmporträt, erzählt die österreichische Autorin von ihrem Leben.

Die Presse
Abbas Khider: Leben und Überleben im Kalifat
Abbas Khider macht Tauben zum Symbol für die Freiheit und zum Trost für Menschen in einer Zwangsherrschaft.

Die Presse
„Der andere Arthur“: Das Gewicht der Einsamkeit
Mit „Der Gott des Waldes“ gelang Liz Moore ein Welterfolg. In ihrem frühen Roman „Der andere Arthur“ sendet sie einen Hoffnungsstrahl und fesselt mit starken Charakteren.

Die Zeit
Funkenflug der Intelligenz
Die Engländerin Lizzie Pook schreibt die wildesten aller wilden Kriminalromane.

Die Zeit
Wenn die Worte versiegen
Der Weltautor Julian Barnes ist an Leukämie erkrankt. In einem letzten Buch nimmt er Abschied von seinen Lesern.

Die Zeit
40 Tage kein Bissen
Klassiker der Weltliteratur, neu erzählt für (ewige) Kinder – diesmal: „Ein Hungerkünstler“ von Franz Kafka

Die Zeit
Wenn das Herz vergeblich klopft
Die berühmte Thrillerautorin Liz Moore hat einen verdammt anrührenden Roman über die Einsamkeit geschrieben.

Die Zeit
Hinein ins Geisterreich
Hiroko Oyamada schreibt die vielleicht unheimlichsten Romane unserer Zeit. Eine Begegnung in Tokio

Suttgarter Zeitung
„Über die Dummheit von Herrschenden zu lachen, hat etwas Befreiendes“
In seinem neuen Roman „Der unaufhaltsame Aufstieg des Ministers Karsten Richter“ wagt sich der Stuttgarter Autor Wolfgang Schorlau auf das Gebiet der Satire: Kann das gut gehen?

Süddeutsche Zeitung
Leben nach der Katastrophe
In „Mischka“ erzählt Barbara Honigmann von Freunden ihrer Eltern, die den Nazis entkamen. Es sind Protokolle brutaler Schicksale, aber auch Geschichten des Weitermachens und der Würde.

Süddeutsche Zeitung
Arlene wird vergesslich
Ein Kleinod über das Altern: In Stewart O’Nans Roman „Abendlied“ passiert auf die schönstmögliche Weise so gut wie gar nichts. Die Hauptfiguren sind die Zwischentöne.