Presseschau – 8. Januar 2026

Uwe Johnson / Peter Wawerzinek / Nora Gomringer / Jon Fosse / Jon Fosse / Alina Bronsky / Carlo Emilio Gadda …

Online seit: 8. Januar 2026

NZZ
Drei Männer und eine seetaugliche Frau – Jon Fosses erster Roman nach dem Literaturnobelpreis erstaunt sogar durch Komik
Die Erhabenheit des Elementaren, das der norwegische Schriftsteller Jon Fosse gerne raunend umkreist, ist nicht jedermanns Sache. Umso erfreulicher ist die Leichtigkeit seines neuen Romans, in dem rast- und punktlose Figurenreden den Leser kunstvoll in Bann schlagen.

Die Welt
„Ich wusste schon sehr früh, worüber man nur zu Hause sprechen durfte“
Die russische Friedensnobelpreisträgerin Irina Scherbakowa lebt seit 2022 im deutschen Exil. Hier erzählt sie, wie ihr das Lesen durch dunkle Sowjet-Zeiten geholfen hat – und welche deutschen Bücher sie schon als Kind kannte.

FAZ
Das Brötchen explodierte in einer Krümelwolke
Gut gewürzt und ohne falsche Rücksichtnahme auf politisch korrekte Empfindlichkeiten: Alina Bronsky richtet eine kulinarische Kurzautobiographie in zwölf Kalendergeschichten an.

FAZ
Der Doktor trägt jetzt Davidstern
Sie hat’s mit den Klassikern. Nach einer frühen Adaption von Shakespeares „The Tempest“ nimmt sich Nele Heaslip Goethes „Faust“ an – und verlagert das Werk in die Nazizeit.

FAZ
In Rage über das Gewinsel
Kommt ein Alpinist nach Celle: Carlo Emilio Gaddas Weltkriegstagebuch von 1915 bis 1919 ist durchzogen von einer ambivalenten Faszination für Deutschland.

FAZ
Wir schlugen Oma tot, weil sie uns störte
Das Genre der Mörderballade war bislang meist Männersache. Juliane Liebert ändert das gründlich. Sie dichtet neue, böse Lieder über Gewaltmenschen und den teils absurden Umgang mit ihnen.

FAZ
Porträt eines Landes in Schockstarre
Eine Flaschenpost im Fluss der Zeit: Der belarussische Autor Viktor Martinowitsch untersucht in seinem neuen Roman, wie man das Böse bekämpft, ohne selbst böse zu werden.

FAZ
Inniger Romolog
Wo Humor sich auch auf Tumor reimt: Peter Wawerzinek erzählt in „Rom sehen und nicht sterben“ von einer Errettung in der Ewigen Stadt und zelebriert das Sprachspiel als Abwehrzauber gegen den Tod.

Berliner Zeitung
Ungeheuern auf der Spur – Christoph Nußbaumeder über Mammuts, Mythen und die Hybris einer jungen Nation
In dem Roman „Das Herz von allem“ von Christoph Nußbaumeder: Ein ehemaliger Pfarrer sucht in den jungen USA nach einem sagenumwobenen Mammut. Wie kann das aktuell sein?

Berliner Zeitung
„Am Meerschwein übt das Kind den Tod“: Ein Mutterbuch mit Witz und Schrecken
Eugen Gomringer, Vater der Konkreten Poesie, Vater einer Tochter, war berühmt. Die Tochter wurde selber Dichterin und erinnert sich hier an die Mutter.

Frankfurter Rundschau
Vom Scharfsinn der Landbewohner
Molly Thynnes heiterer Krimi „Eingeschneit mit einem Mörder“ aus dem Jahr 1931

Tagesspiegel
Die S-Bahn fährt nicht mehr weiter: Uwe Johnson und seine Berliner Sachen
Kein anderer Schriftsteller hat sich nach dem Krieg so intensiv mit den öffentlichen Verkehrsbetrieben in Berlin auseinandergesetzt wie Uwe Johnson. Das hatte auch mit seiner eigenen Fluchtgeschichte zu tun.