Presseschau – 2. April 2024

Mary­se Con­dé 1934–2024 / Ser­hij Zha­dan mel­det sich zur Armee / Kehl­manns Kaf­ka-Serie / Eliza­beth Strout / Iris Wolff / Fang Fang …

NZZ
Mary­se Con­dé galt lan­ge als Kan­di­da­tin für den Lite­ra­tur­no­bel­preis. Nun ist die aus Gua­de­lou­pe stam­men­de Autorin neun­zig­jäh­rig gestor­ben
Die 1934 gebo­re­ne Autorin hat ein viel­sei­ti­ges und lite­ra­risch hoch­ran­gi­ges Werk geschaf­fen. Sie erzählt dar­in die Geschich­te Afri­kas kon­se­quent aus afri­ka­ni­scher und weib­li­cher Per­spek­ti­ve.

NZZ
Dani­el Kehl­mann hat eine bril­lan­te Kaf­ka-Serie geschrie­ben, und Joel Bas­man ver­kör­pert den Dich­ter, ohne in die Fal­le der alten Mythen zu stol­pern
Zum hun­derts­ten Todes­tag von Franz Kaf­ka erzäh­len eine TV-Serie und ein Kino­film das Leben eines der rät­sel­haf­tes­ten Dich­ter in poe­tisch genau­en Bil­dern noch ein­mal neu.

NZZ
Der ukrai­ni­sche Schrift­stel­ler Ser­hij Zha­dan mel­det sich zur Armee und tritt in ein Kampf­ba­tail­lon ein
Lan­ge hat der Schrift­stel­ler mit Wor­ten und als Musi­ker mit sei­ner Band für die Sache sei­nes Lan­des gekämpft. Nun ist für ihn der Zeit­punkt gekom­men, die Waf­fe in die Hand zu neh­men.

NZZ
Die Dämo­nen der Ver­gan­gen­heit geben kei­ne Ruhe. Ser­gei Lebe­dew schenkt in sei­nen Erzäh­lun­gen den Opfern der rus­si­schen Gewalt­herr­schaft ein zwei­tes Leben
Ser­gei Lebe­dews Gespens­ter­ge­schich­ten sind von beklem­men­der Aktua­li­tät. Aus den Archi­ven des Schre­ckens schöpft der rus­si­sche Schrift­stel­ler den Stoff für sei­ne Lite­ra­tur.

NZZ
Eine Ame­ri­ka­ne­rin flieht wäh­rend der Pan­de­mie aufs Land und taucht dort aus der Gegen­wart in die Erin­ne­rung ab
Eliza­beth Strout hat mit dem Roman «Am Meer» eine Coro­na-Idyl­le gezeich­net, in der die Dämo­nen der Ver­gan­gen­heit umso vehe­men­ter zurück­keh­ren.

FAZ
Das radi­ka­le Bekennt­nis der Con­stan­ze Debré
Von nun an ver­sto­ßen: Con­s­tance Debré ver­lässt ihr bis­he­ri­ges Leben – den Mann, den Beruf und auch ihren Sohn. Sie hat ein Buch dar­über geschrie­ben, das in Frank­reich zur Sen­sa­ti­on wur­de.

FAZ
Wie auch ein Buch ver­schwin­den kann
Angst vor Wert­kon­ser­va­ti­vis­mus. Hans Trax­lers Ver­la­ge haben sein neu­es Buch abge­lehnt.

FAZ
Wie es ihr gefällt
Yan­dé Seck ist Psy­cho­the­ra­peu­tin für Kin­der und Jugend­li­che. Jetzt hat sie ihren ers­ten Roman geschrie­ben: „Wei­ße Wol­ken“. Sei­ne Haupt­fi­gu­ren sind Schwa­ger und Schwä­ge­rin, die gegen­sätz­li­cher kaum sein könn­ten.

FAZ
Sie wuss­te, was Leid in der Welt ist
Post­ko­lo­nia­le Meis­te­rin: Die aus Gua­de­lou­pe stam­men­de und über afro­ame­ri­ka­ni­sche Iden­ti­tät schrei­ben­de Mary­se Con­dé ist gestor­ben. Sie wur­de 90 Jah­re alt.

FAZ
Wo die Spit­ze des Zir­kels anzu­set­zen ist
Erzäh­lung als Essay: Søren Ulrik Thom­sen schreibt in „Store Kon­gens­ga­de 23“ fein­sin­nig über das Lebens­en­de sei­ner Mut­ter. Aller­dings ent­hält der Text eine gefähr­li­che Emp­feh­lung für den Umgang mit psy­chi­schen Krank­hei­ten.

FAZ
Von der Bedro­hung der Kunst durch die Dilet­tan­ten
Wer für die Kunst lebt, setzt für sie oft genug finan­zi­el­le Sta­bi­li­tät, fami­liä­res Glück und die Gesund­heit aufs Spiel. Was bedeu­tet es, dass die Hälf­te aller Deut­schen ein Buch schrei­ben will? Ein Gast­bei­trag.

FAZ
An einem fer­nen, rei­chen Ort
So vie­le neue geheim­nis­vol­le Bücher und Seri­en für ein jun­ges Publi­kum spie­len in Inter­na­ten und auf Eli­te-Col­leges, dass man dem Phä­no­men einen Namen gege­ben hat: Was steckt hin­ter dem Gen­re „Dark Aca­de­mia“?

FAZ
Der Hase hört ihr zu
Kon­se­quen­te Fort­set­zung eines lite­ra­ri­schen Pro­gramms: Maren Kames begibt sich mit ihrem Roman „Hasen­pro­sa“ in bes­te lang­oh­ri­ge Gesell­schaft.

Die Welt
Als die Lite­ra­tur noch ihren Ort hat­te
Sie träum­ten sich in Kel­ler­lö­cher und Gar­ten­lau­ben – oder vege­tier­ten in der „Matrat­zen­gruft“ vor sich hin: Die Orte, an denen Dich­ter von Rous­se­au bis Tho­mas Bern­hard sich zum Schrei­ben zurück­zo­gen, in ihrer Fan­ta­sie oder ganz real, sagen viel dar­über aus, was heu­te ver­lo­ren gegan­gen ist.

Die Welt
Das Miss­ver­ständ­nis von der kaf­ka­es­ken Jus­tiz
Rich­ter, Staats­an­wäl­te, Advo­ka­ten: Da denkt man gleich an Josef K. Ein noto­ri­scher Delin­quent aber konn­te nur mit dem Kopf schüt­teln: „Habe mit die­sem Kaf­ka nichts zu tun.“ Denn der sei blind für das straf­recht­lich Unbe­wuss­te, meint jetzt auch ein Phi­lo­soph.

Die Pres­se
Vigdis Hjorth: Ein Recht auf die eige­ne Geschich­te
Mit unglaub­li­cher psy­cho­lo­gi­scher Tie­fen­schär­fe schreibt die nor­we­gi­sche Autorin Vigdis Hjorth über eine Toch­ter, deren Geschich­te von ihrer Mut­ter und ihren Geschwis­tern ver­leug­net wird.

Die Zeit
Bedrü­cken­de Lie­be
Die Nie­der­län­de­rin Fien Veld­man schreibt hin­rei­ßend von der Zunei­gung zu einer Maschi­ne. Und von den elen­den Büro­jobs unse­rer Gegen­wart – in denen viel geschieht, aber ohne rech­ten Sinn.

Die Zeit
Auch Wer­wöl­fe lie­ben ein­ver­nehm­li­chen Sex
Ali Hazel­wood ist Pro­fes­so­rin für Neu­ro­bio­lo­gie und schreibt Lie­bes­ro­ma­ne über Vam­pi­re, Wer­wöl­fe oder Natur­wis­sen­schaft­ler. Damit wur­de sie zum Book­Tok-Star. Ein Tref­fen

Die Zeit
Der ent­lau­fe­ne Stu­di­en­rat
Ste­phan Wack­witz erzählt in sei­nen Lebens­er­in­ne­run­gen von der lang­sa­men Ein­wan­de­rung in das eige­ne Land.

Die Zeit
Schuld und Scham
Ein Roman, der Lesen­de ver­wun­det zurück­lässt: Deniz Ohde erkun­det in „Ich stel­le mich schla­fend“ eine gewalt­vol­le Bezie­hung.

Die Zeit
All die viel zu zar­ten Wesen
Elsa Moran­te erzählt vom Über­le­ben der ein­fa­chen Leu­te – und der Kat­zen.

Die Zeit
Zur Welt­la­ge
Mat­thi­as Nawrat reist mit gro­ßer Beob­ach­tungs­kunst durch den Osten Euro­pas.

Tages­spie­gel
Jeman­dem beim Exis­tie­ren zuse­hen
Albrecht Sel­ges Roman „Silence“

Tages­spie­gel
Andrea Gio­ve­nes fünf­bän­di­ge „Auto­bio­gra­fie des Giu­lia­no di San­se­vero“
Gro­ße, erschüt­tern­de Pro­sa: Der 1995 in Nea­pel gestor­be­ne ita­lie­ni­sche Schrift­stel­ler hat einen ita­lie­nisch-euro­päi­schen Jahr­hun­der­t­ro­man geschrie­ben, den es unbe­dingt zu ent­de­cken gilt.

Süd­deut­sche Zei­tung
Die Vor­rei­te­rin
Mary­se Con­dé schrieb erst­klas­si­ge Roma­ne in fran­zö­si­scher Spra­che, als dies schwar­zen Frau­en noch kaum zuge­traut wur­de. Jetzt ist die Schrift­stel­le­rin im Alter von 90 Jah­ren gestor­ben.

Süd­deut­sche Zei­tung
Das Unglück aus­las­sen
Ein Erzäh­len, das sich kei­ne Schwä­chen erlaubt und das Pathos nicht scheut, dar­in besteht die Grö­ße Chris­toph Rans­mayrs. Geschich­ten aus vier Jahr­zehn­ten erschlie­ßen sei­nen Kos­mos.

Süd­deut­sche Zei­tung
Auf ein Stück Tor­te mit Iris Wolff
Die preis­ge­krön­te Schrift­stel­le­rin hat einen neu­en Roman geschrie­ben, end­lich. Zeit für ein Tref­fen.

Süd­deut­sche Zei­tung
Es war ein­mal in Wuhan
In Chi­na wer­den die Bücher von Fang Fang unter­drückt, beson­ders ihr berühm­tes Covid-Tage­buch. Jetzt erscheint ihr star­ker, zärt­li­cher Fami­li­en­ro­man „Glän­zen­de Aus­sicht“ end­lich auf Deutsch.

Süd­deut­sche Zei­tung
Rich­tig ver­schwen­den
Gegen die nagen­de Angst, das Leben zu ver­säu­men, hilft eins garan­tiert: Ilo­na Hart­manns zwei­ter Roman „Klar­kom­men“.

Der Stan­dard
Lite­ra­tur­fes­ti­vals in Rau­ris und Wien in die­ser Woche
Auf­wach­sen, Kli­ma­kri­se und neue Män­ner­bil­der sind bei den viel­fach jun­gen Schrei­ben­den der Ver­an­stal­tun­gen die The­men

Der Stan­dard
War­um Johan­nes Mario Sim­mel von der Zeit über­holt und ent­wer­tet wur­de
Clau­dia Graf-Gross­mann wid­met dem frü­he­ren Best­sel­ler-Autor Johan­nes Mario Sim­mel, der am 7. April 100 Jah­re alt gewor­den wäre, eine durch empa­thi­sche Bio­gra­fie.

Der Stan­dard
Israe­li­scher Erfolgs­au­tor Nevo über das Schrei­ben im Schat­ten des Trau­mas
Esh­kol Nevo über die Zeit seit dem 7. Okto­ber, Schuld­fra­gen und Ver­ant­wor­tung, Schreib­work­shops gegen das Grau­en und sei­nen neu­en Roman „Trü­ge­ri­sche Anzie­hung“

Der Stan­dard
Kin­der­buch­au­tor Heinz Janisch erhält Chris­ti­ne-Nöst­lin­ger-Preis 2024
Der Kin­der­buch­au­tor und Ö1-Redak­teur erhält die mit 10.000 Euro dotier­te Aus­zeich­nung

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Online seit: 2. April 2024

Zuletzt geän­dert: 3. Apr. 2024