Presseschau – 19. April 2026

Autoren­auf­stand bei Gras­set / Hou­el­le­becq als Chan­son­nier: Erstaun­lich gut / Judith Schal­an­sky / Dimit­ré Dinev / Rabih Ala­med­di­ne / Die­ter Bon­gartz / Oisín McKen­na …

NZZ
„Ich bin ich, und ich mache, was ich will“ – wie ein rech­ter Mul­ti­mil­li­ar­där Frank­reichs Lite­ra­tur­sze­ne ent­setzt
Pro­mi­nen­te Autoren wie Vir­gi­nie Despen­tes und Ber­nard-Hen­ri Lévy ver­las­sen unter Pro­test den tra­di­ti­ons­rei­chen Ver­lag Gras­set. Der Grund: Vin­cent Bol­lo­ré.

NZZ
„Sie war wuch­tig, als Frau­en zier­lich sein soll­ten, eine Intel­lek­tu­el­le, als Frau­en häus­lich sein soll­ten, que­er, als sie straight sein soll­te“ – Debo­rah Levy über Ger­tru­de Stein
Sie war geni­al, über­heb­lich, begabt im Leben und läu­te­te noch vor James Joy­ce die lite­ra­ri­sche Moder­ne ein. Debo­rah Levy hat der gros­sen ame­ri­ka­ni­schen Autorin und Kunst­samm­le­rin Ger­tru­de Stein ein fas­zi­nie­ren­des Buch gewid­met.

NZZ
Neue Roman: Ein Aus­flug nach Ita­li­en? Nein, eine Ent­füh­rung
Ein Vater ent­führt sei­ne Toch­ter und irrt mit ihr durch Ita­li­en: Gabri­el­la Zalapì schreibt mit gros­ser Inten­si­tät über ein aus­ge­lie­fer­tes Kind. Nun erscheint ihr viel­fach aus­ge­zeich­ne­ter Roman auf Deutsch.

Die Welt
Der letz­te Ver­riss
„Schnat­ter­zo­ne der Damen­toi­let­te“: Denis Scheck ent­sorgt Pass­mann und von Kür­thy – und sofort steht der Sexis­mus-Vor­wurf im Raum. Über einen Lite­ra­tur­be­trieb, der jede Krän­kung mora­lisch auf­lädt – und den Ver­riss selbst zum Skan­dal erklärt.

Die Welt
Rech­ter Ver­le­ger allein zu Hau­se. 115 Schrift­stel­ler ver­las­sen fran­zö­si­schen Ver­lag
Vir­gi­nie Despen­tes, Fré­dé­ric Beigbe­der, Ber­nard-Hen­ri Lévy und Pas­cal Bruck­ner – die Namen der Autoren, die Gras­set ver­las­sen, sind hoch­ka­rä­tig. Pro­vo­ziert sind sie vom Ver­le­ger und vom Streit um ein Buch eines Autors, für den sie sich alle ein­ge­setzt haben.

Die Welt
„Am Ende macht die Mate­rie eben doch, was sie will“
Wäh­rend das Infor­ma­ti­ons­zeit­al­ter an ein Leben ohne Mate­rie glaubt, erin­nert Judith Schal­an­sky, Her­aus­ge­be­rin der berühm­ten „Naturkunden“-Reihe, dar­an, wor­aus die Welt wirk­lich gemacht ist: „Mar­mor, Queck­sil­ber, Nebel“.

FAZ
Die erfolg­reichs­te Autorin der Welt
Aga­tha Chris­tie hat zwei Mil­li­ar­den Bücher ver­kauft und wur­de unend­lich oft ver­filmt. Detek­tiv Her­cu­le Poi­rot tritt jetzt auch in einem Video­spiel auf. Eine Begeg­nung mit ihrem Uren­kel James Pri­chard, CEO von Aga­tha Chris­tie Ltd.

FAZ
Andrucho­wytsch: Heym-Preis „Soli­da­ri­täts­si­gnal für Ukrai­ne“
Als eine der wich­tigs­ten Stim­men der Ukrai­ne hat der Schrift­stel­ler Juri Andrucho­wytsch den Ste­fan Heym-Preis der Stadt Chem­nitz erhal­ten. Der Autor wer­tet das als Signal an sei­ne Hei­mat.

FAZ
Glau­be, Lie­be, Miss­ver­ständ­nis
„John of John“, der neue Roman des Boo­ker-Pri­ze-Gewin­ners Dou­glas Stuart, wur­de sehn­süch­tig erwar­tet. Nun erscheint das Buch – und dürf­te für Ent­täu­schung sor­gen.

FAZ
„Am liebs­ten wür­de ich mich erhän­gen“
Mehr als 170 Autoren haben ange­kün­digt, den fran­zö­si­schen Ver­lag Gras­set zu ver­las­sen. Zuvor hat­te der ultra­kon­ser­va­ti­ve Medi­en­mo­gul Vin­cent Bol­lo­ré den Ver­le­ger Oli­vi­er Nora abge­sägt.

Die Pres­se
Von Wells bis Nai­paul: Das 20. Jahr­hun­dert in 30 Roma­nen
Kön­nen Roma­ne ein Jahr­hun­dert erfas­sen? Ja, meint einer der bes­ten Lite­ra­tur­ken­ner Ame­ri­kas. Sein impo­san­tes Buch „Stran­ger than Fic­tion“ ist auch ein Füh­rer zu gro­ßen, fast ver­ges­se­nen Roma­nen.

Die Pres­se
Hou­el­le­becq als Chan­son­nier: Erstaun­lich gut
Der Schrift­stel­ler Michel Hou­el­le­becq und der Musi­ker Fré­dé­ric Lo ver­bin­den auf „Sou­ve­nez-Vous De L’Homme“ Dys­to­pie und Soft­por­no. Und das hat sei­nen Reiz.

Die Pres­se
Was trau­en Sie sich nicht, Herr Vert­lib? „In Zei­ten wie die­sen mein Geburts­land Russ­land zu besu­chen“
Neun­zehn dis­kre­te Fra­gen an Vla­di­mir Vert­lib

Die Pres­se
Eine Jugend in Bel­grad: „Der Krieg in mir ist noch nicht vor­bei“
Ein Kinn­ha­ken für die Täter: „Upper­cut“ von Maja Iskra ist ein gelun­ge­nes Roman­de­büt.

Die Pres­se
Der Bei­ru­ter Phi­lo­so­phie­pro­fes­sor und sei­ne Mama – Pri­vat­sphä­re gibt es daheim kei­ne
Rabih Ala­med­di­ne erzählt von einem 63-jäh­ri­gen schwu­len Pro­fes­sor, der mit sei­ner Mut­ter in Bei­rut zusam­men­lebt.

Die Pres­se
Ist die­ses Inter­view ein Deepf­ake? Eine lite­ra­ri­sche Sen­sa­ti­on aus den USA
In sei­nem neu­en Roman „Tran­skrip­ti­on“ erzählt der US-Ame­ri­ka­ner Ben Ler­ner, wie es einem Intel­lek­tu­el­len geht, der sein Smart­phone ver­liert. War­um die­ses Buch ein Meis­ter­werk ist.

Die Pres­se
Der Absturz eines Pfle­ge­kinds: Mokhtar Amou­dis Frank­reich-Roman
Der Wech­sel der Pfle­ge­fa­mi­lie macht in „Ein ziem­lich ande­res Leben“ aus einem fran­zö­si­schen Mus­ter­schü­ler einen alge­ri­schen Halb­star­ken der Vor­stadt.

Die Pres­se
Auf die­ses Buch war­te­ten die Rus­sen sehn­süch­tig: eine Eisen­stein-Bio­gra­fie mit spre­chen­den Penis­sen
Gusel Jachi­nas Roman­bio­gra­fie „Eisen“ wird in Russ­land als ­„Roman-Buff“ ver­kauft, als eine Art gro­tes­ke Komö­die. Der rus­si­sche Regis­seur Ser­gej Eisen­stein woll­te ursprüng­lich ins Metier der Kari­ka­tur.

Die Pres­se
Schrift­stel­ler und ihr Alko­hol: Ich trin­ke, also schrei­be ich nicht
Chris­toph Peters schreibt in „Ent­zug“ selbst­mit­leid­los über sei­ne Alko­hol­krank­heit.

Frank­fur­ter Rund­schau
Ein Laden­hü­ter, ein klei­nes Wun­der
Zehn Jah­re nach dem Tod des Schrift­stel­lers Die­ter Bon­gartz erscheint im März Ver­lag des­sen Roman „Vater­land“.

Frank­fur­ter Rund­schau
Sie sind das Gegen­teil von Pro­ble­men
Leo­nie Swanns drit­ter, wie­der lus­tig-phi­lo­so­phi­scher Schaf­s­kri­mi „Wid­der­se­hen“. Von Syl­via Stau­de

Ber­li­ner Zei­tung
Ein Mund, drum­her­um ein Nichts: Anna Feln­ho­fer erzählt von Gesichts­blind­heit
Im Roman „Pro­so­pon“ stirbt ein Kind. Die Mut­ter sucht die Ursa­chen. Was hat das mit dem Vater zu tun, mit der Gesell­schaft? Die Buch­kri­tik.

Die Zeit
Ein Super­rei­cher gegen die fran­zö­si­sche Kul­ture­li­te
Der Mil­li­ar­där Vin­cent Bol­lo­ré dreht Frank­reichs Lite­ra­tur­bran­che auf rechts. Nun ver­las­sen bis zu 200 Autoren des­sen Ver­lag Gras­set. Das hier ist ein ech­ter Kul­tur­kampf.

Der Stan­dard
Siri Hust­vedts Wei­ter­le­ben-Buch nach dem Tod ihres Man­nes Paul Aus­ter
Nach dem Tod Ihres Man­nes hat sich Siri Hust­vedt wie­der an den Schreib­tisch gesetzt und geschrie­ben. „Ghoststo­ries“ ist das Buch einer gro­ßen Lie­be

Der Stan­dard
Ben­ja­min Maack beein­dru­cken­des Tage­buch über die Dia­gno­se Depres­si­on
Der „Spiegel“-Redakteur Ben­ja­min Maack hat mit „Bewer­bun­gen um einen Job als Mensch“ ein Tage­buch über sei­ne schwe­re Depres­si­on und ein Licht am Ende des Tun­nels geschrie­ben

Der Stan­dard
Was ist das Tage­buch, und was kann es? Eine Pro­me­na­de durch ein Gen­re
Das Tage­buch als All­tags­chro­nik, Selbst­ver­ge­wis­se­rung oder Ich-Suche? Ein Über­blick über eine lite­ra­ri­sche Form und ein Rund­gang durch meh­re­re Jahr­hun­der­te und Tau­sen­de von Sei­ten

Süd­deut­sche Zei­tung
Die Gen­tri­fi­zie­rung frisst ihre Kin­der
Die Bri­ten fei­ern Oisín McKen­na für sein Debüt „Hit­ze­ta­ge“: ein que­e­res Por­trät der eng­li­schen Haupt­stadt, deren Cool­ness lang­sam uner­schwing­lich wird. Ein Tref­fen im gera­de noch so bezahl­ba­ren Dum­pling-Laden.

Süd­deut­sche Zei­tung
„Was in Bul­ga­ri­en pas­siert, ist eine War­nung für ganz Euro­pa“
Mehr als 1000 Sei­ten, 13 Jah­re lang mit der Hand geschrie­ben: In „Zeit der Muti­gen“ lässt Dimit­ré Dinev Men­schen an der Geschich­te ver­zwei­feln – er selbst ver­zwei­felt am Zer­fall der Demo­kra­tie in Ost­eu­ro­pa. Ein Gespräch vor der Wahl in sei­nem Hei­mat­land.

 

 

 

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Online seit: 19. April 2026

Zuletzt geän­dert: 19. Apr. 2026