Presseschau – 18. März 2026

Colm Tóibín / Elizabeth Strout / Lukas Rietzschel / Daniel Faßbender / Jacqueline Harpman / Siri Hustvedt …

Online seit: 18. März 2026

NZZ
Colm Tóibíns Erzählung «Die Schwestern» ist ein psychologisches Lehrstück über Familienbande
Wenn man das Gefühl hat, ein Niemand zu sein, bleibt der Wunsch, jemand anderes zu sein.

NZZ
Schöner trauern mit Siri Hustvedt
Die US-Autorin schreibt über den Verlust ihres Mannes Paul Auster – online und in einem Buch. Kann sie es verhindern, dass so viel Intimität in Kitsch kippt?

Die Welt
Die Ost-West-Debatte ist wieder am Anfang – bei den Büchern
Es gebe keine lesenswerte DDR-Literatur, sagt Maxim Biller

Die Welt
Schlagworte, aus einem Land, das es nicht mehr gibt
Bestsellerautor Bruno Preisdendörfer geht wieder auf Zeitreise. Dieses Mal in die Bundesrepublik. Für Menschen, die sie gekannt haben, ist das Buch ein bisschen erschreckend.

Die Welt
Wie Geschlecht zu Gender und zu LGBTQIA+ wurde
„Geschlechterverwirrung“ sollte Judith Butlers „Gender Trouble“ vor 35 Jahren eigentlich heißen. Nachdem die Aktivistin und Autorin dagegen protestiert hatte, erschien die Bibel der Gender-Studien auf Deutsch unter einem Titel, der noch heute falsch verstanden wird.

FAZ
Wie aktuell ist Thomas Manns Zauberberg?
Thomas Manns „Zauberberg“ bleibt ein Publikumsliebling. Beim Roman-Herzog-Institut in München zeigt sich, warum die Deutschen „ihren“ Mann so gerne lesen – das hat nicht nur inhaltliche Gründe.

FAZ
Wiedersehen in Shirley Falls
Elizabeth Strout schreibt Literatur für Erwachsene. Altern begreift sie in ihrem Roman „Erzähl mir alles“ nicht als Reifeprozess, sondern als eine andere Form des Denkens.

FAZ
Nicht nur die Gruppe 47 wird hier neu frisiert
Das Beste aller guten Dinge ist das sechste: Elias Hirschls ebenso provokativ verirrender wie produktiv verwirrender Roman „Schleifen“.

FAZ
Leise Stimme gegen die maximale Lautstärke
In ihren Romanen erzählt Elizabeth Strout die sozialen Konflikte der USA als Familiengeschichte. Im Moment der Polarisierung sind ihre intimen Bücher über die Menschen von der Ostküste das, was es jetzt braucht. Ein Porträt.

FAZ
Wie man Ostdeutschland erzählen kann
Seit Thomas Brussigs „Helden wie wir“ ist der Wenderoman so etwas wie der Prüfstand der deutschen Literatur. Lukas Rietzschel fügt der Reihe nun einen besonderen hinzu: „Sanditz“.

Die Presse
Der surfende Detektiv im Drogenkrieg
Daniel Faßbender zeigt auf beeindruckende Weise, dass auch deutschsprachige Autoren „Noir“ schreiben können.

Die Presse
Witzige Parodie auf Managementseminare
Ohne Empathie kein Karrieresprung: Maxim Leo nimmt in „Einatmen. Ausatmen.“ die Selbstoptimierung aufs Korn.

Die Presse
BookTok-Hype: Warum ein 30 Jahre alter Roman den Nerv junger Frauen trifft
1995 veröffentlichte Jacqueline Harpman ihren Roman um eingesperrte Frauen. Warum »Ich, die ich Männer nicht kannte« ein Meisterwerk ist.

Frankfurter Rundschau
Uwe Neumahr über die „Buchhandlung der Exilanten“ – Als Hemingway eine Buchhandlung stürmte
Uwe Neumahr hat die faszinierende Geschichte zweier Buchhändlerinnen in Paris gehoben, die das geistige Leben der Seine-Metropole zwischen den Kriegen prägten.

Frankfurter Rundschau
Rückkehr der alten Gespenster
Slobodan Šnajders anspielungsreiches Geschichtsepos „Engel des Verschwindens“.

Der Standard
Navid Kermani: „Wünsche mir kein normales Verhältnis Deutschlands zu Israel“
In „Sommer 24“ macht der Autor und Intellektuelle sich Gedanken über den Zustand der Welt zwischen einer Vielzahl an Krisen.

Tagesspiegel
„Wir dürfen den Buchhandlungen gar nichts sagen. Wir kennen die Details gar nicht.“
Am Tag der Eröffnung der Leipziger Buchmesse erklärt sich der Kulturstaatsminister in einem Interview und im Kulturausschuss des Bundestags. Den wichtigsten Fragen weicht er aus.

Tagesspiegel
Die Gegenwart ist ein einziger Fluch
Ist Heilung noch möglich? Oder geht es nicht ohne Schmerz? Junko Takase, Asako Yuzuki und Hiroko Oyamada erkunden in ihren Romanen moderne Arbeitswelten und kritisieren die japanische Gesellschaft.

Tagesspiegel
„Der neue Goethe ist ein illegaler Migrant“
Der bosnisch-kroatische Schriftsteller Miljenko Jergović wird mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung geehrt.

Süddeutsche Zeitung
Bloß nicht wie in Stuttgart
44 Millionen Euro soll der Neubau des Deutschen Literaturarchivs kosten. Man könnte sich für die Kultur im Land freuen – hätte Wolfram Weimer nicht fast gleichzeitig den Umbau der Nationalbibliothek in Leipzig gestrichen.

Süddeutsche Zeitung
Weimer sagt Rundgang auf Leipziger Buchmesse ab
Auf der Messe hätte der Deutsche Buchhandlungspreis verliehen werden sollen, den Weimer nach Kontroversen um Nominierte und den Verfassungsschutz absagen ließ.

Süddeutsche Zeitung
Der vielleicht schönste Gedichtband des Frühjahrs
Mit dem Preis der Leipziger Buchmesse soll jedes Frühjahr das Beste aus Belletristik, Sachbuch und Übersetzung prämiert werden. Diese 15 Titel stehen auf der Shortlist.

Süddeutsche Zeitung
Der Mann ohne Gesicht
All diese schrecklichen Gestalten, die die Grausamkeit des Krieges mit sich herumtragen, ohne darüber sprechen zu können: Norbert Gstreins Roman „Im ersten Licht“ ist so großartig wie quälend wahrhaftig.

Süddeutsche Zeitung
In ihm tobt der Krieg noch immer
Miljenko Jergović entwickelte sich vom Verdichter des bosnischen Kriegsalltags zum europäischen Romancier. Jetzt wird ihm der Leipziger Buchpreis zur europäischen Verständigung verliehen.

Die Zeit
Kulturstaatsminister Weimer bei Leipziger Buchmesse ausgebuht
Bei der Eröffnung der Leipziger Buchmesse hat das Publikum Wolfram Weimers Rede mit Buhrufen unterbrochen. Er hatte drei Buchläden vom Buchhandlungspreis ausgeschlossen.

Die Zeit
Der Verleger der Stunde
Seit 1979 betreibt Klaus Bittermann die Edition Tiamat, doch jetzt boomt sein Kleinverlag so richtig. Denn hier wird furchtlos aktueller Antisemitismus seziert.