Presseschau – 16. April 2026

Michel Hou­el­le­becq / Julia Wolf / Denis Scheck wehrt sich / Moni­ka Marons Tage­bü­cher / Sven­ja Lei­ber / Enri­que Vila-Matas …

NZZ
Eine unfass­bar komi­sche Ode an die Trau­rig­keit: David Vaj­das Debüt­ro­man „Dia­man­ten“
Der aus Mün­chen stam­men­de Autor erzählt eine post­ju­go­sla­wi­sche Fami­li­en­ge­schich­te. Und stellt die Fra­ge: Gehen Künst­ler mit Tra­gö­di­en bes­ser, schlech­ter, anders um als ande­re Men­schen?

Die Welt
„Sie haben nur im Kopf, was ihnen rein­ge­bla­sen wur­de, aber sind immer bes­ser als die ande­ren“
War­um ent­hal­ten Moni­ka Marons Tage­bü­cher kaum Ein­trä­ge zur Gegen­wart – und nichts zu ihrer Poli­ti­sie­rung seit der Flücht­lings­kri­se? Wer das moniert, über­sieht zwei Punk­te.

FAZ
Ein von Maschi­nen­ge­weh­ren gepräg­tes Buch
Ein wag­hal­si­ger Ver­such, vom Grau­en zu erzäh­len: Ana­to­li Kus­ne­zow hat über das Mas­sa­ker von Babyn Jar den „Roman eines Augen­zeu­gen“ geschrie­ben. Nun erscheint er in Neu­über­set­zung.

FAZ
Was Lite­ra­tur von der Gesell­schaft weiß
Nach Pop­li­te­ra­tur kommt New Adult: Stef­fen Mar­tus blickt durch die deut­sche Pro­sa der ver­gan­ge­nen vier Jahr­zehn­te auf die post­he­roi­sche Gegen­wart. Sei­ne Stu­die ist auch ein Gegen­stück zu Erich Auer­bachs Klas­si­ker „Mime­sis“.

FAZ
Der Rechts­ruck bei Hachet­te geht wei­ter
Der rechts­extre­me Mil­li­ar­där Vin­cent Bol­lo­ré ist Haupt­ak­tio­när der fran­zö­si­schen Hachet­te-Grup­pe. Deren renom­mier­te Ver­la­ge öff­nen sich zuneh­mend für rech­te Autoren. Nun ist der Alge­ri­er Boua­lem San­sal dazu­ge­kom­men. Und ein Ver­lags­lei­ter muss gehen.

FAZ
Die ver­dräng­te Sei­te der Eisen­bahn
Arm und Reich wur­den getrennt, allein rei­sen­de Frau­en waren Über­grif­fen bis hin zu Ver­ge­wal­ti­gun­gen aus­ge­setzt: Niklas Webers preis­ge­krön­te Stu­die legt offen, was sich im 19. Jahr­hun­dert in Zug­ab­tei­len abspiel­te.

FAZ
Euro­krat im Auf­trag des Welt­geis­tes
Boris Groys erzählt das Leben Alex­and­re Kojè­ves, der als Den­ker des Endes der Geschich­te berühmt wur­de – und sei­ne Theo­rie kon­se­quent aus­leb­te: als EU-Büro­krat, der den Still­stand ver­wal­tet.

FAZ
Die Stim­me singt etwas fast Unan­stän­di­ges
Gran­di­os und schmut­zig zugleich: Der acht­und­zwan­zig­jäh­ri­ge Vic­tor Mal­zac lässt die fran­zö­si­sche Poe­sie wie­der auf einen Auf­schwung hof­fen.

FAZ
Geball­te Faust in der Man­tel­ta­sche
War­um soll­ten Frau­en sich immer beherr­schen? Die bösen Geschich­ten in Julia Wolfs Erzähl­band „Du, hier“ stel­len die­se Fra­ge auf unter­schied­li­che Wei­se. Er über­rascht nicht zuletzt durch den Kunst­griff des völ­lig uner­war­te­ten Endes.

FAZ
Ein explo­si­ver Mau­er­stein im Haus der Lite­ra­tur
Alles, um nicht „Ich“ sagen zu müs­sen: Enri­que Vila-Matas schich­tet in sei­nem Roman „Die­ser sinn­lo­se Nebel“ Meta­fik­tio­nen über­ein­an­der.

FAZ
Am Anfang war ein Apfel­baum
Im Kern ver­dor­be­ne Welt: Sven­ja Lei­ber erzählt in „Nel­ka“ von einer jun­gen Frau, der das Über­le­ben als Zwangs­ar­bei­te­rin gelingt – allem Lei­den zum Trotz.

Frank­fur­ter Rund­schau
„… wie ein Mensch, der Furcht­ba­res träumt“
Erin­ne­rung an das vom Holo­caust über­schat­te­te Leben von Soma Mor­gen­stern, des­sen 50. Todes­tag erneut Gele­gen­heit gibt, sei­ne Bücher zu ent­de­cken.

Tages­spie­gel
Denis Scheck sucht die „Spra­che der Ster­ne“, nicht den Dia­log über Sexis­mus
Weni­ge Tage, nach­dem ihm als Fern­seh­kri­ti­ker Sexis­mus vor­ge­wor­fen wur­de, stell­te Denis Scheck sein aktu­el­les Fes­ti­val­pro­gramm in Pots­dam vor. Wie ging das zusam­men?

Tages­spie­gel
Wie ein rech­ter Mil­li­ar­där Frank­reich umbaut
Erst hat der Indus­tri­el­le Vin­cent Bol­lo­ré sei­ne Medi­en auf Linie gebracht, nun den Chef eines renom­mier­ten Ver­la­ges ent­las­sen. Die­ser steht jetzt ohne Autoren da.

Tages­spie­gel
„Nost­al­gie ist immer falsch“
Leif Randt und Anna Rol­ler über die Ver­fil­mung von „Alle­gro Pas­tell“

Die Zeit
Lite­ra­tur­kri­ti­ker Denis Scheck reagiert auf Sexis­mus­vor­wür­fe
Denis Scheck wehrt sich gegen Kri­tik. Ihm wird vor­ge­wor­fen, Bücher von Sophie Pass­mann und Ildi­kó von Kür­thy in sexis­ti­scher Wei­se dif­fa­miert zu haben.

Die Zeit
Das Bild schaut uns an
Der fran­zö­si­sche Zeich­ner Luz hat eine famo­se Gra­phic Novel aus einer spe­zi­el­len Per­spek­ti­ve gemacht: der eines Gemäl­des, das auf die Welt blickt.

Der Stan­dard
„Schnat­ter­zo­ne der Damen­toi­let­te“? Hin­ter die­sem Sexis­mus-Vor­wurf steckt mehr
Nach anfäng­li­cher Auf­re­gung spran­gen die deut­schen Feuil­le­tons dem TV-Kri­ti­ker Denis Scheck bei, der Ende März Ildi­ko von Kür­thys Buch „Alt genug“ ver­ris­sen hat­te

Süd­deut­sche Zei­tung
„Schmeißt ihn mir raus!“
Pro­mi­nen­te Autoren wie Vir­gi­nie Despen­tes und Ber­nard-Hen­ri Lévy ver­las­sen unter Pro­test den fran­zö­si­schen Ver­lag Gras­set, weil der rechts­iden­ti­tä­re Mul­ti­mil­li­ar­där Vin­cent Bol­lo­ré dort den erfah­re­nen Ver­le­ger ent­las­sen hat. Sei­ne poli­ti­schen Zie­le dabei sind klar.

Süd­deut­sche Zei­tung
Mann des Jah­res 2026
Skan­dal­au­tor? Wrack? Nein: Super­mann. Michel Hou­el­le­becq bril­liert in Frank­reich als sehr beson­de­rer Exper­te in dunk­len Zei­ten. Sein Cre­do: Es lebe die Lite­ra­tur, es lebe das Chan­son!

 

 

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Online seit: 16. April 2026

Zuletzt geän­dert: 17. Apr. 2026