Presseschau – 14. Januar 2026

Neues Album von Houellebecq / Dilbert-Erfinder Scott Adams ist tot / Schüler verstehen Klassiker nicht / Plagiate von Dylan Thomas / Kikuko Tsumura / Lili Körber …

Online seit: 14. Januar 2026

Die Welt
Berlin kapituliert vor Goethe
An Berliner Gymnasien werden im Deutschunterricht immer öfter vereinfachte Versionen der Klassiker gelesen. Die Originale seien heute für Schüler zu anspruchsvoll, heißt es. Dabei waren sie das schon immer. Genau das ist ihre Stärke.

Die Presse
Erst jetzt entdeckt: „Wunderkind“ Dylan Thomas schrieb seine frühen Gedichte frech ab
Der berühmte britische Dichter galt als frühreifes Genie – aber er schmückte sich anfangs mit fremden Federn, wie sich 72 Jahre nach seinem Tod herausstellt. Über Plagiate in der Lyrik, von Martial bis Brecht.

Die Presse
Lust auf Yakisoba: Wenn Japaner müde werden
Der neue Roman von Kikuko Tsumura führt in die japani­sche Arbeitswelt, garniert mit einem Schuss Mystik.

Berliner Zeitung
Eine Sensation: Nach 80 Jahren erscheint „Abschied von gestern“ erstmals auf Deutsch
Lili Körber, Zeitgenossin von Anna Seghers, schrieb über Menschen, die vor den Nazis in die USA flohen. Nun endlich wurde das Buch publiziert. Die Kritik.

Berliner Zeitung
Joachim Meyerhoff steigt in den dunkelsten Keller seiner Erinnerung
Der Schauspieler und Schriftsteller lädt zu sechs Erzähl- und Leseabenden in die Villa Elisabeth ein. Das Publikum wird zum Co-Autor und geht mit einem Grinsen nach Hause.

Berliner Zeitung
„Juden sind das Thermometer einer Demokratie“: Berliner Autor sieht Parallelen zwischen Donbass und Ostdeutschland
Mihail Groys zieht Vergleiche zwischen der Entfremdung im Donbass der 90er-Jahre und der Stimmung im heutigen Ostdeutschland. Die Berliner Zeitung war bei seiner Lesung im Feinbergs.

FAZ
Dienstschluss für Dilbert
Mit dem Comic-Strip „Dilbert“ über einen stinknormalen Büroangestellten machte der amerikanische Comicautor Scott Adams sein Glück. Jetzt ist er im Alter von 68 Jahren gestorben.

FAZ
„Ich weiß nur, wir werden andere sein“
Was kommt da auf uns zu? Aiki Mira, eine der interessantesten Stimmen heutiger Science-Fiction in deutscher Sprache, spielt mit ernsten Antworten auf diese existenzielle Frage.

FAZ
Heile heile Büchlein, es wird nicht wieder gut
Gute Lektüre sieht anders aus: Was David Foenkinos’ Roman „Das glückliche Leben“ alles vermissen lässt.

FAZ
Am Ende schrieb auch er
Er war der Jüngste in der Reihe berühmter Brüder und Mitgründer der Kommune 1: Jetzt ist der Schriftsteller Ulrich Enzensberger im Alter von 81 Jahren in Berlin gestorben.

FAZ
Das rückläufig buchstabierte Geheimnis
Dieses Buch beherrscht alle Register, vom Nonsense bis zur literaturwissenschaftlichen Exegese: Zu Peter Waterhouses dreiteiligem Roman „Z Ypsilon X“.

FAZ
Wie man das Schweigen benennt
Frauen, die von einer selbstbestimmten Zukunft träumen: Mit dem Roman „Trag das Feuer weiter“ schließt Leïla Slimani ihre Marokko-Trilogie „Das Land der anderen“ ab.

Tagesspiegel
Debatte um vereinfachte Literatur in der Schule: Ein bisschen Überforderung tut gut
Unsere Leserin, selbst Literaturlehrerin, fürchtet um die Fähigkeit der Kinder, an Schwierigem zu wachsen. Auch der Charme des Klassischen käme zu kurz. Und wie sehen Sie’s?

Tagesspiegel
Wenn die woke Bereitschaft zur Denunziation der Demokratie schadet
Bücher, die den Verstand aufweichen, die sich zu sehr anempfindeln oder komplexe medizinische Sachverhalte erklären: Literaturkritiker Denis Scheck über die erfolgreichsten Sachbücher dieser Woche.

Frankfurter Rundschau
Sie hatten keine Ahnung, wer sie waren
Jung sein in Marokko: Leïla Slimani schließt ihre Familientrilogie ab und erzählt in „Trag das Feuer weiter“ lebhaft aus der Zeit ihrer eigenen Kindheit.

Frankfurter Rundschau
Wenn sie still ist, kann er nicht verärgert sein
„Die Nachbarin“, ein so zarter wie scharfsichtiger 50er-Jahre-Eheroman von Elizabeth Jenkins.

Der Standard
Autor Michel Houellebecq bringt Album heraus und plant Tournee
„Souvenez-vous de l’homme“ soll im März erscheinen – Zusammenarbeit mit dem Komponisten Frédéric Lo

Der Standard
Michael Köhlmeier erhält Max Frisch-Preis 2026
Die alle vier Jahre vergebene Auszeichnung der Stadt Zürich wird im Schauspielhaus der Stadt vergeben – Ozan Zakariya Keskinkiliç bekommt den Förderpreis

Süddeutsche Zeitung
„Ich misstraue dem Happy End“
Julian Barnes hat mit seinen Romanen verändert, was im literarischen Erzählen möglich ist. Jetzt leidet der Brite unter einer seltenen Krankheit, sein Buch „Abschied(e)“ soll ein „letztes Gespräch“ mit den Lesern sein. Zeit für ein paar Worte davor.

Süddeutsche Zeitung
Manche Dinge sagt man nicht in der Öffentlichkeit
In Frankreich gehört die Schriftstellerin Leïla Slimani seit Jahren zu den wichtigsten und beliebtesten Frauen des Landes. Mit dem Roman „Trag das Feuer weiter“ schließt sie jetzt ihre große franko-marokkanische Familientrilogie ab.