Presseschau – 10. Mai 2026

Ben Lerner / Elena Ferrante / Dana Grigorcea / Ivan Cankar / Ursula Krechel / Ali Smith / Elspeth Barker / Elias Hirschl / Lena Gorelik …

Online seit: 10.5.2026

NZZ
Das Gespenst der Wahrheit: Wer sind wir ohne Smartphone?
Ben Lerner, der neue Star der amerikanischen Literatur, verhandelt in seinem Roman «Transkription» wieder eine grosse Frage der Gegenwart. Inhaltlich dicht und glücklich machend.

NZZ
„Immer war es eine Männerstimme, die aus den Büchern zu mir sprach“: Elena Ferrantes feministische Essays
Die grosse italienische Autorin, die sich seit ihrem ersten Roman der Anonymität verschrieben hat, legt einen persönlichen Essayband vor. In „An den Rändern“ erkundet Elena Ferrante das Lesen und Schreiben als Frau und fordert: „Keine Zeile darf im Wind verwehen.“

Die Welt
„Der Amerikaner kennt die Völker des Orients nicht“
Der Nahe Osten ist das größte Pulverfass der Moderne. Verantwortlich für seine explosiven Grenzen ist eine einzige Frau unter lauter Männern, Spionin und Abenteurerin, ein weiblicher Lawrence von Arabien: Gertrude Bell.

FAZ
Gisela Kraft: „iran“
Schüsse, Steine, Wein und Blut: Dieses Gedicht entstand 1989, im Jahr der friedlichen Revolution. Heute erinnert es uns an Persiens Poesie und an die Opfer eines zynischen Regimes.

Frankfurter Rundschau
„Hast du Angst?“ – „Nein, leg los“
Dana Grigorceas so raffinierter wie offenherziger Roman „Tanzende Frau, blauer Hahn“ erzählt von der Liebe und so weiter. Und vom Sommer.

Frankfurter Rundschau
Volker Reinhardt entlarvt Rousseaus Selbstmythologisierung
Der Historiker liest die „Bekenntnisse“ als Lebensroman. Rousseau deutet jede Kränkung zur Weltdeutung um und macht sich selbst zum natürlichen Menschen.

Frankfurter Rundschau
Das Leben im Krieg und danach
Kleine Ukraine-Bibliothek (79): Hryhir Tjutjunnyks „Drei Kuckucke und eine Verbeugung“.

Tagesspiegel
So witzig und verrückt ist Wissenschaft
Krank durch Sprache wird man in diesem Buch, geheilt durch Worte auch. Von Ideen übersprudelnd, sehr komisch und auch zeitkritisch ist der Roman.

Die Presse
Dichterin der Woche: Ursula Krechel
Genaue Beobachtungen und zeitkritische Kommentare finden sich in den Gedichten von Ursula Krechel.

Die Presse
Ein unbequemes Familienmitglied wird zum Star
Mit „Tod der Autorin“ zeigt die Science-Fiction-Autorin Nnedi Okorafor, wie souverän ein Roman Genregrenzen überschreiten kann.

Die Presse
Im Elend von Ottakring schrieb er Werke von Weltrang – Ivan Cankar und seine Wiener Jahre
Ivan Cankar ist der wichtigste Autor der slowenischen Moderne. Ein großer Teil seines Werks ­entstand im Wiener Arbeiter­bezirk Ottakring, wo er tief ins Vorstadtmilieu eintauchte und über Arbeitslosigkeit, Hunger, Raumnot schrieb. Am 10. Mai ist sein 150. Geburtstag.

Die Presse
Als Jugendliche suchte sie schon ihr Grab aus
„O Caledonia“, der einzige ­Roman von Elspeth Barker, ist auf schräge Weise verstörend.

Die Presse
Wenn die KI alles übernimmt sind Pferde die letzte Hoffnung
Die schottische Autorin Ali Smith entwirft in ihrem Roman „Gliff“ das schreckliche Bild einer Welt, in der die künstliche Intelligenz omnipräsent ist. Wird das unsere Zukunft sein?

Die Presse
Absturz einer Tradwife: Burkes „Yesteryear“
Natalies Leben ist perfekt. Zumindest auf Instagram. Caro Claire Burkes Sozialthriller über die Mutterrolle ist das Buch der Stunde.

Die Zeit
„Er war ein großes Kind“
Am 31. Mai wäre James Krüss 100 Jahre alt geworden. Kaum einer kannte ihn so gut wie sein Lebensgefährte Darío Pérez. Friederike Oertel hat ihn auf Gran Canaria besucht.

Der Standard
Lena Goreliks neuer Roman über Mütter und Nicht-Mütter
Lena Goreliks „Alle meine Mütter“ ist ein collageartiger Roman, der sich ins Herz bohrt – und dort bleibt

Der Standard
David Guldas Buch „Loew“ über eine Familie – und seine Mutter Paola Loew
Verschüttete Zeit: David Gulda, der Sohn Friedrich Guldas, hat ein Buch über die Geschichte und die Lebenswege der jüdischen Familie Loew geschrieben

Der Standard
Pascale Hugues berührendes Mutter-Buch „So voller Leben“
Pascale Hugues hat ein Buch über ihre zwischen zwei Sprachen und zwei Epochen stehende Mutter geschrieben, in dem sie auch das Schweigen bricht, in dem ihre Mutter eingemauert war.

Süddeutsche Zeitung
Dieses Buch kommt genau im richtigen Moment
Beispielhaft scharfsinnig erzählt Sebastian Haffner in „Der Teufelspakt“ die Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen als großes historisches Drama. Jetzt erscheint eine Neuauflage.

Süddeutsche Zeitung
Die Geschichte stimmt wohl nicht ganz
Günter Grass pflegte den Mythos, er habe die „Blechtrommel“ rauschhaft in einem Zug heruntergeschrieben. Jetzt sind 450 unbekannte Seiten des Manuskripts aufgetaucht, die etwas anderes vermuten lassen.

Süddeutsche Zeitung
Kein Punkt in Sicht
In den bedeutendsten Romanen der Gegenwart ziehen sich die Sätze mitunter über Hunderte Seiten hin. Darin äußert sich vor allem eins: Die Literatur besinnt sich ihrer religiösen Wurzeln.

Süddeutsche Zeitung
Eigener Mensch mit eigenen Schmerzen
In einer Zeit der kühlen Hypervereinzelung hat Lena Gorelik einen Roman über Töchter, Mütter und deren Mütter geschrieben. Aus dem Elend der Wirklichkeit hebt sie bedachtsam eine Poetik der Zuwendung.