Presseschau – 20. April 2026

Frankreichs Verlagswelt zittert / Thomas Melle erhält den Kleist-Preis / Esther Schüttpelz / Ali Smith / Russische Buchmesse in Berlin …

Online seit: 20. April 2026

NZZ
„Was für ein Schlamassel überall“ – Elizabeth Strouts warmherziger Roman über Menschen, die die Last ihrer Vergangenheit tragen
Die amerikanische Pulitzer-Preisträgerin Elizabeth Strout kehrt in ihrem neusten Buch „Erzähl mir alles“ nach Maine zurück. Und erzählt das Schwere wunderbar leicht.

NZZ
Die Austreibung der bösen Frau aus der Literatur
Die unbequeme Frau ist als literarische Figur verschwunden. Heute schreiben erfolgreiche Autorinnen lieber pseudofeministische Wellnessliteratur. Eine Analyse von Sara Rukaj.

FAZ
Frankreichs Verlagswelt zittert
Mehr als 200 Autoren verlassen den französischen Verlag Grasset aus Protest gegen den rechtsextremen Chef der Hachette-Gruppe, Vincent Bolloré. Während die Linke empört aufschreit, kommt aus dem rechten Lager kein Ton.

FAZ
Der Mensch, er weint im Bakteriozän
Zwischen parodistischem Remix und neuen Formen: Beim Hildesheimer Literaturfestival „Litglow“ trifft jugendlicher Charme auf erwachsene Existenzsorgen. Und, kann man davon leben?

FAZ
Schriftsteller Thomas Melle erhält Kleist-Preis
Mit 30.000 Euro ist der Kleist-Preis in diesem Jahr so hoch dotiert wie nie zuvor – ausgezeichnet wird Melle für sein „im besten Sinne verstörendes“ Werk, das der Gegenwart einen kunstvoll-realistischen Spiegel vorhält.

Die Presse
Kulturkampf in Frankreich: So viele Autoren haben wohl noch nie einen Verlag verlassen
Der renommierte Verlag Grasset hat auf einen Schlag über 170 Autoren verloren, weit mehr fordern eine gesetzliche „Gewissensklausel“. Wie weit rechts ist der Medienmogul Bolloré, der das Beben ausgelöst hat? Und wird der algerische Autor Sansal zu Unrecht hineingezogen?

Die Presse
Immer weiterfahren, in ein neues Leben
In Esther Schüttpelz‘ Roman „Grüne Welle“ mündet die nächtliche Irrfahrt einer Frau in einen Akt der Selbstermächtigung.

Frankfurter Rundschau
Die rote Linie
„Gliff“: Mit Ali Smith in die kapitalistische Hölle von demnächst und in einen neuen Smith-Kosmos.

Berliner Zeitung
Russische Literatur unzensiert: Berlin als Messeplatz für putinkritische Bücher
Nicht Puschkin, sondern Putin ist der Feind: Die Vielfalt auf Russisch geschriebener Texte will zum zweiten Mal eine Messe in Berlin zeigen. Sie beginnt am 1. Mai.

Die Zeit
Was ein Werk seiner Meisterin antut
Lena Dunham, die Erfinderin der Kultserie »Girls«, hat ein ehrliches, witziges Memoir geschrieben. Es handelt von Ruhm, Sex und dem Feind im eigenen Körper.

Süddeutsche Zeitung
das ende vom lied
Bomben auf Teheran, Tel Aviv, Shiraz und Beirut: Ein kleines Gedicht zur Lage in Nahost.
Von Albert Ostermaier

Der Standard
Besorgte Literatur ist noch keine gute: Ali Smith gegen den Überwachungsstaat
In „Gliff“ redet die schottische Autorin mit Jugendbuchflair menschlichen Tugenden das Wort. Eine dröge Lektüreerfahrung

Der Standard
Thomas Melle wird mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet
„Wer diesen Autor liest, dessen Leben wird verändert“ – das Preisgeld beträgt neuerdings 30.000 Euro – Verleihung ist am 22. November in Berlin