Presseschau – 16. Februar 2026

Arno Schmidts Tagebücher / Bibliothek unveröffentlichter Bücher / Orhan Pamuk / Mariana Enriquez / Magdalena Schrefel / Dimitré Dinev / Leon Engler …

Online seit: 16. Februar 2026

NZZ
Surreal erschreckend und erschreckend real: Kurzgeschichten der «Königin des Horrors» Mariana Enriquez
Sie gilt als eine der aufregendsten Stimmen Lateinamerikas. Nun ist Mariana Enriquez’ Erzählband «Grelles Licht für darke Leute» erschienen.

NZZ
Geburt, Krankheit, Tod: Wie sehr lässt sich eine Biografie verdichten? Fleur Jaeggy schreibt über die Essenz des Lebens
In «Mutmassliche Leben» porträtiert die grosse Schweizer Autorin Fleur Jaeggy die Schriftsteller Thomas de Quincey, John Keats und Marcel Schwob. Es sind Miniaturen, die bewegen und verstören.

Die Welt
Als Harry Mulisch den Basketballer Fidel Castro bewunderte
Kuba war mal sehr angesagt bei westlichen Intellektuellen. Auch der Niederländer Harry Mulisch gehörte zu den Schriftstellern, die sich vom Castro-Regime einladen ließen. 1968 traf er Fidel Castro und staunte über dessen Athletik.

Die Welt
Erst kommt das Essen, dann die Moral
Weltweit boomt die Gig-Ökonomie. Wer aber sind die Diener und Knechte in unserem schönen neuen Zustell-Zeitalter? Tomer Gardi entdeckt in „Liefern“ die Menschen hinter den Kurierfahrern und gibt ihnen ein Gesicht.

Die Welt
Der Niederländer, der die Welt bereiste, um sie zu beschreiben
Cees Nooteboom erlebte als Kind die Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg. Später zog er als Reporter in die Welt – und wurde zum Inbegriff des postmodernen Romanciers. Jetzt ist er im Alter von 92 Jahren gestorben.

FAZ
Gerard Manley Hopkins: „Im Hafen des Himmels
Zwischen sinnlicher Bildlichkeit und Asketentum: Dieses Gedicht führt vom Sehnen nach Weltabgewandtheit zum Bitten um Aufnahme in den Hafen der göttlichen Sphäre.

FAZ
Zwanzig Jahre lang in der Pubertät
„Die Pause ist vorbei“ ist vieles auf einmal: ein Generationsporträt, ein Campusroman, vielleicht sogar ein Krimi. Und bei Millennials in Italien ein Kultbuch. Warum?

FAZ
Aus Solidarität erkranke ich auch
Leon Engler versteht es, noch dem Ernstesten etwas Witziges abzugewinnen: Sein Erzähldebüt „Botanik des Wahnsinns“ ist ein großer Psychiatrieroman.

FAZ
Ein Souverän der literarischen Flucht nach vorn
Wer nur Romane liest, wird mit Alexander Estis einen der originellsten deutschen Prosaisten der Gegenwart übersehen. Ein Porträt des 1986 in Moskau geborenen Autors und seines Schreibens in kleiner Form.

FAZ
Allein Sex hat metaphysischen Gehalt
Kompromisslos erzählt im guten wie im bösen Sinne: Dimitré Dinevs Roman „Zeit der Mutigen“ ist ein 1200-seitiges Monumentalwerk über das Zeitalter der Extreme zwischen Bulgarien und Österreich.

FAZ
Warum sind westliche Besucher so begeistert?
Während Minderheiten in Syrien weiter um ihr Überleben fürchten müssen, wissen westliche Orientreisende nach ihrem Buchmessenbesuch in Damaskus gar nicht mehr wohin mit ihrer Euphorie.

FAZ
Auf Brechts Traktor in die Zukunft
War Bertolt Brecht, Bewunderer sowjetischer Naturbeherrschung, ökologisch auf dem Holzweg oder taugt er doch als Verbündeter in der Krise? Die Brecht-Tage in Berlin wollten es wissen.

Frankfurter Rundschau
Er hat gar nichts gemacht
Norbert Gstreins „Im ersten Licht“ ist ein staunenswert eleganter Roman über die Verheerungen des Krieges und stilles Mitläufertum.

Die Presse
Berührender Roman über das Altern
Die schwedische Autorin Lisa Ridzén traf mit ihrem Debütroman einen gesellschaftlichen Nerv und landete einen Welterfolg.

Die Presse
Der Buchstabe L steht hier für Sex – Arno Schmidts Tagebücher
Die aufwendig edierten Tage­bücher von Arno Schmidt sind gleichermaßen beeindruckende literaturgeschichtliche Quelle und Lesevergnügen der ungewöhn­lichen Art: ein Buch über das ­tägliche „Murksen“ eines höchst eigensinnigen Schriftstellers und intime Details aus dessen Eheleben.

Die Presse
Lesen Sie doch Tolkien, Herr Minister Wiederkehr!
Der letzte bislang unpublizierte Text des „Herr der Ringe“-Autors J. R. R. Tolkien, teilweise in Latein abgefasst, ist eine kleine Sensation und klingt wie eine Warnung. Ein scharfzüngiges Buch, das aktueller nicht sein könnte.

Die Presse
Warum man beim Lesen des neuen Menasse trotz aller Tragik lachen kann
In Robert Menasses Novelle „Die Lebensentscheidung“ trifft ein gescheiterter Idealist und Kleinbürger, der für die Europäische Union arbeitet, eine schwerwiegende Entscheidung – und wird von einem harten Schicksalsschlag getroffen.

Die Presse
Cees Nooteboom, ein ruheloser Reisender, ist tot
Er war einer der großen Autoren des späten 20. Jahrhunderts, der Roman „Rituale“ brachte ihm den Durchbruch: Cees Nooteboom ist mit 92 Jahren gestorben.

Berliner Zeitung
Romandebüt von Magdalena Schefel: Über die Klimakrise und eine komplizierte Familie
„Das Blaue vom Himmel“ heißt das Buch, weil Blau den Himmel ausmacht. Aber was passiert, wenn es verschwindet, verschwinden muss?

Berliner Zeitung
Wie man russische Flugzeuge kauft
Der unerhört komische Roman „Die Reise ans Ende der Geschichte“ lässt einen Dichter zum Spion werden. Leicht und klug führt der Autor durch die Zeit.

Die Zeit
Viel Glück!
Eine Bibliothek zeigt unveröffentlichte Bücher.

Tagesspiegel
Ein Dank an den Komponisten György Kurtág zum 100. Geburtstag
Christoph Hein ist einer der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller. Seiner Frau, der Sängerin Maria Husmann, verdankt er die Bekanntschaft mit dem berühmten Ungarn, für den er nun auch ein Libretto verfasst hat.

Der Standard
Siri Hustvedt sieht wachsenden Widerstand gegen Regierung Trumps
Schriftstellerin meint, Widerstand könnte in den Untergrund gehen

Süddeutsche Zeitung
Das sollen wir gewesen sein?
„Seine Angst vor explodierenden Frauen war groß“: Zwei neue Romane von Bodo Kirchhoff und Christien Brinkgreve erzählen von Ehen in der Rückschau.

Süddeutsche Zeitung
Alles war schön, alles tat weh
Der Schriftsteller Leif Randt hat die perfekt kuratierten Reflexionsschleifen seines Kultromans „Allegro Pastell“ für einen Kinofilm hergerichtet. Auf der Berlinale erntet er damit Ratlosigkeit.

Süddeutsche Zeitung
Wie wär’s mit einem Atomsprengkopf?
Kristof Magnussons Roman „Die Reise ans Ende der Geschichte“ ist eine heitere Geheimagenten-Komödie kurz nach Ende der Sowjetunion.

Süddeutsche Zeitung
„Ich habe Liebe nie als ausschließlich süß und schön erlebt“
Mit dem „Museum der Unschuld“ wurde der erste Roman des Literaturnobelpreisträgers Orhan Pamuk verfilmt – ausgerechnet als Netflix-Serie. Ein Gespräch über die Angst vor Kontrollverlust, die USA als „kleine Türkei“ und das Istanbul aus einer anderen Zeit.