Presseschau – 26. Januar 2026

Hun­ter S. Thomp­son / E.T.A. Hoff­mann / Mar­ga­ret Atwood / Ant­je Rávik Stru­bel / Olga Ravn / Nad­ja Küchen­meis­ter / Sebas­ti­an Gug­golz / Hel­le Hel­le / Bodo Kirch­hoff / Amir Gudar­zi / Andrej Pla­to­now …

NZZ
Wenn der Chat­bot vor „dis­kri­mi­nie­ren­der“ Spra­che warnt – Rie Qudan wirft einen ver­stö­ren­den Blick in die Zukunft
In ihrer Dys­to­pie „Tokyo Sym­pa­thy Tower“ zeich­net die japa­ni­sche Schrift­stel­le­rin Rie Qudan das klaus­tro­pho­bi­sche Bild einer KI-ver­rück­ten, har­mo­ni­e­süch­ti­gen Gesell­schaft. Für ihren sub­ver­si­ven Roman erhielt sie 2023 den begehr­ten Aku­tag­awa-Preis.

NZZ
Der Prompt schult das krea­ti­ve Schrei­ben: Je geist­rei­cher die Ein­ga­be an KI, des­to bes­ser das Ergeb­nis
Die jahr­tau­sen­de­al­te Schreib­tech­nik, deren Unter­gang in der digi­ta­len Kul­tur immer wie­der pro­phe­zeit wur­de, wird aus­ge­rech­net in der KI auf­ge­wer­tet. Wör­ter sind der neue Code.

NZZ
Nur die Lie­be zur Obrig­keit eröff­net in Russ­land eine Chan­ce auf Über­le­ben – das war schon immer so
Ist zum Putin-Regime alles schon gehört und gesagt? Nein, es fehlt die Stim­me des Schrift­stel­lers Michail Sal­ty­kow-Scht­sche­drin, der vor 200 Jah­ren gebo­ren wur­de. In sei­nem Roman «Die Geschich­te einer Stadt» von 1870 beschrieb er das ewi­ge Russ­land; er liest sich wie von heu­te.

Die Welt
„Dem­nächst wird jeder über­all in sei­ner Mut­ter­spra­che reden“
All­täg­li­che Tex­te las­sen sich mit den übli­chen KI-Tools pro­blem­los über­set­zen. Aber was ist mit juris­ti­schen Schrift­sät­zen und tech­ni­schen Doku­men­ten? Und was mit dem gespro­che­nen Wort in schwie­ri­gen Situa­tio­nen? Jarek Kuty­low­ski, Ent­wick­ler bei DeepL, erklärt, was Über­set­zen wirk­lich heißt.

FAZ
Ein Mon­arch fällt in Ungna­de
Was frü­he­re Jahr­hun­der­te in die­sem Herr­scher alles gese­hen und mit ihm aus­ge­drückt haben: Niklas Ben­ders gro­ße lite­ra­tur­wis­sen­schaft­li­che Stu­die zur Rezep­ti­on der bibli­schen Figur des Königs Saul.

FAZ
Kapi­tä­nin ihrer vie­len Papier­schiff­chen
Sie will sich nicht auf ein Gen­re fest­le­gen las­sen, aber Schrei­ben ist ihr alles: Mar­ga­ret Atwoods Erin­ne­run­gen „Book of Lives“ sind jetzt auf Deutsch erschie­nen.

FAZ
Chro­nik gegen das Ver­ges­sen
Die kolum­bia­ni­sche Autorin Mabel San­d­oval Ordó­ñez schreibt mit „An einem Sei­ten­arm des Rio Mag­da­le­na“ die Geschich­te der Gewalt in ihrer Hei­mat neu – aus der Sicht jugend­li­cher Toten. Ein weg­wei­sen­des Buch.

FAZ
Wo es vie­le Frau­en gibt, gibt es viel zu ver­fol­gen
„Wachs­kind“, der neue Roman der däni­schen Schrift­stel­le­rin Olga Ravn, erzählt von Femi­zi­den ver­gan­ge­ner Jahr­hun­der­te. Das Buch ist eine Recher­che über his­to­risch wah­re Bege­ben­hei­ten.

FAZ
Alles außer dem Hund
In Lisa Rid­zéns Roman „Wenn die Kra­ni­che nach Süden zie­hen“ ver­zwei­felt ein grei­ser Hun­de­be­sit­zer, weil ihm der Sohn das Tier weg­neh­men will. Er ver­sucht, so lan­ge wie mög­lich ein selbst­be­stimm­tes Leben zu füh­ren.

FAZ
Hans Magnus Enzens­ber­ger: „das herz von Grön­land“
Unfass­bar, aber nicht dem Zugriff ent­zo­gen: Ein Gedicht über Grön­land, wel­ches zeigt, dass man den Erschüt­te­run­gen der Zeit auch in den Wei­ten des Nor­dens nicht ent­kommt.

FAZ
Was lesen Sie?
Jede Woche fra­gen wir Men­schen aus dem Kul­tur­be­trieb, was sie lesen und wel­ches Buch in ihrem Schrank sie ganz bestimmt nicht lesen wer­den. Dies­mal ant­wor­tet der Ver­le­ger und Vor­ste­her des Bör­sen­ver­ein des Deut­schen Buch­han­dels Sebas­ti­an Gug­golz.

Ber­li­ner Zei­tung
Ber­li­ne­rin Nad­ja Küchen­meis­ter erhält bedeu­ten­den Preis für Lyrik
Geehrt wird sie vor allem für ihr Lang­ge­dicht „Der Gro­ße Wagen“. Das bewegt sich zwi­schen dem Ber­li­ner Wuh­le­tal, Köln und Lis­sa­bon unter dem­sel­ben Him­mel.

Ber­li­ner Zei­tung
„Haf­ni sagt“: Der neue Roman von Hel­le Hel­le spielt mit Iden­ti­tä­ten
Die däni­sche Autorin schickt eine Frau auf Rei­sen und lässt ganz viel gleich­zei­tig pas­sie­ren. Ihre Hel­din ist unbe­re­chen­bar. Die Kri­tik.

Ber­li­ner Zei­tung
Macht Abend­klei­der zu Pyja­mas! Abbas Khi­der erzählt vom Kali­fat
Der Roman „Der letz­te Som­mer der Tau­ben“ steckt vol­ler Gleich­nis­se. Sati­risch und melan­cho­lisch zeigt Abbas Khi­der eine Gesell­schaft mit begrenz­ter Frei­heit. Die Kri­tik.

Tages­spie­gel
Die süßen Schau­er des Unheim­li­chen
Von Spie­geln, Dop­pel­gän­gern und Maschi­nen­we­sen: In sei­nen Erzäh­lun­gen und Roma­nen hat E.T.A. Hoff­mann die Abgrün­de des moder­nen Bewusst­seins vor­weg­ge­nom­men. Eine Inspek­ti­on zum Jubi­lä­um.

Tages­spie­gel
Ant­je Rávik Stru­bels Gespür für Schnee: In ihrem neu­en Buch fährt die Pots­da­mer Autorin Ski – 90 Kilo­me­ter weit
Der Essay „Kein Schnee, nim­mer­mehr“ tarnt sich als Erleb­nis­be­richt eines Mara­thon­laufs, ist jedoch auf­wüh­len­des Gleich­nis: auf das Schrei­ben, das Leben an sich. Und eine Elo­ge auf den Win­ter.

Die Pres­se
Mar­co Bal­za­no: Wer­de­gang eines Mör­ders
Ita­li­ens Best­sel­ler-Autor Mar­co Bal­za­no erzählt in „Bam­bi­no“ von ver­dräng­ten Grau­sam­kei­ten der Faschis­ten und Tito-Par­ti­sa­nen in Tri­est – aus der Sicht eines Täters.

Die Pres­se
Die ein­ma­li­ge Miss Ber­na­dette Swift: Mit Büchern gegen Bul­lies
Eli­za Knight erzählt in „Ber­na­dette Swifts Gespür für Bücher“ von klu­gen Frau­en, die sich in den 1960er Jah­ren was trau­ten.

Die Pres­se
Bücher, Debat­ten und der Bar­de aus 2016
Vor einer Deka­de stan­den die Zei­chen des Lite­ra­tur­be­triebs noch auf Auto­fik­ti­on, sich ver­ste­cken­de Song­wri­ter und Poli­ti­cal Cor­rect­ness. War es eine unschul­di­ge Zeit?

Die Zeit
Was für ein Trau­er­spiel
Der gro­ße Autor Bodo Kirch­hoff hat einen unfrei­wil­lig komi­schen Lie­bes­ro­man geschrie­ben.

Der Stan­dard
Eli­as Hirschl demons­triert im Roman „Schlei­fen“ die Zau­ber­kraft der Spra­che
Der hei­mi­sche Autoren­jung­star ver­schleu­dert in sei­nem neu­en Roman die Ideen nur so. Ein anre­gen­der, geschei­ter, gro­ßer Spaß

Der Stan­dard
Sui­zid von Autor und Jour­na­list Hun­ter S. Thomp­son bestä­tigt
Die Über­prü­fung fand kei­ne neu­en Bewei­se, die die Ein­stu­fung der Todes­ur­sa­che von 2005 wider­le­gen. Thomp­son schrieb „Fear and Loathing in Las Vegas“

Der Stan­dard
Leben unter Fein­den: Phil­ip­pe Coll­ins Roman über den legen­dä­ren Bar­mann Frank Mei­er
„Der Bar­mann des Ritz“: Phil­ip­pe Coll­ins hat einen Roman über den öster­rei­chi­schen Juden Frank Mei­er geschrie­ben, der im besetz­ten Paris klan­des­tin als Bar­mann arbei­te­te

Der Stan­dard
„Mist­kerl“: Wie Sowjet­au­tor Andrej Pla­to­now Sta­lins Zorn über­leb­te
Pla­to­nows Erzähl­samm­lung „Der Staats­be­woh­ner“ lehrt ein­drucks­voll, wie man das Bewusst­sein ver­mit­tels Spra­che mani­pu­liert

Süd­deut­sche Zei­tung
„Der Fluss aus Blut, der bei­de Sei­ten trennt, ist zu breit gewor­den“
Das Regime in Iran hat den Auf­stand nie­der­ge­schla­gen – wie­der ein­mal. Aber was kommt nach der Gewalt? Neue Pro­tes­te, meint der öster­rei­chisch-ira­ni­sche Schrift­stel­ler Amir Gudar­zi, der schon 2009 auf die Stra­ße ging. Ein Gespräch über das Wei­ter­ma­chen.

 

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Online seit: 26.1.2026

Zuletzt geän­dert: 26. Jan. 2026