Wiederholte Lektüre ist nicht nur erneute, es ist immer auch erneuerte Lektüre. Nicht nur erkennt man beim Wiederlesen Stellen im Text, die man einst übersehen oder zwischenzeitlich vergessen hat, bisweilen erschließen sich literarische Werke bei einem zweiten, dritten Durchgang völlig neu, sei es, weil man sie zuvor missverstanden hat oder weil sie überhaupt erst in zeitlicher Versetzung – unter aktuellem Gesichtspunkt – verständlich werden. Nachträglich können sich solche Texte als „prophetisch“ erweisen, wenn ihr ursprünglich utopisches Potential in der Realität oder als Realität wiederkehrt.
Eben diese Erfahrung ist aus dem vor einem halben Jahrhundert erschienenen Roman Djinn von Alain Robbe-Grillet zu gewinnen.* Die französische Erstausgabe hatte ich mir damals, 1981, gleich besorgt und ich hatte es auch – meine Anstreichungen und Randnotizen belegen es – recht sorgfältig gelesen. Neulich kam mir das Buch beim Auf- und Ausräumen meiner Bibliothek erstmals wieder in die Hand, und dessen nochmalige, eher zufällige Lektüre führte mir, durchaus unerwartet, eine fiktive Welt vor Augen, die mit der heutigen realen Welt zu großen Teilen in eins fällt.
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Die heutige reale Welt nimmt unter dem Einfluss neuer Medien und künstlicher Intelligenz zunehmend
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