Presseschau – 28. Oktober 2025

Goe­thes Sohn / Édouard Lou­is / Chi Ziji­an / Sven Rege­ner / Roland Schim­mel­p­fen­nig / Vir­gi­nia Woolf / Sabi­ne Scholl / Dan Brown / Bora Chung …

NZZ
1908 hat Vir­gi­nia Woolf Eng­land eine Revo­lu­ti­on ver­heis­sen. Erst heu­te ver­steht man, was sie gemeint hat
Mit 25 Jah­ren hat die eng­li­sche Schrift­stel­le­rin drei Geschich­ten über eine Freun­din auf­ge­zeich­net. Jüngst hat eine For­sche­rin sie unver­hofft ent­deckt. Die Tex­te sind wit­zig, bos­haft und pro­phe­tisch.

Die Welt
War­um die­ses Duo jedes rebel­li­sche Indi­vi­du­um „faschis­tisch“ fin­det
Frü­her ein­mal warn­te die poli­ti­sche Lin­ke vor der repres­si­ven Gesell­schaft, heu­te fin­det sie jede liber­tä­re Sub­ver­si­on ver­däch­tig. Was das neue Buch der Sozio­lo­gen Caro­lin Amlin­ger und Oli­ver Nachtwey über den Abstieg der Kri­ti­schen Theo­rie offen­bart.

Die Welt
Um eine zwei­te Chan­ce müs­sen jun­ge Leu­te aus der Unter­schicht här­ter kämp­fen als Bür­ger­kin­der
Träumt nicht jeder vom sozia­len Auf­stieg und Erfolg? Der fran­zö­si­sche Schrift­stel­ler Édouard Lou­is por­trä­tiert sei­nen Bru­der – der war ein Opfer des Alko­hols, wur­de nur 38 Jah­re alt. Er hat­te alle Chan­cen, aber war in einem Punkt naiv.

FAZ
Wenn die Unto­ten trau­ern
Anne de Marckens Debüt­ro­man „Es währt für immer und dann ist es vor­bei“ erzählt von Trau­er und Ver­lust. Obwohl er von Wesen han­delt, die längst gestor­ben sind. Das eigent­li­che Ereig­nis die­ses Tex­tes aber ist sei­ne Spra­che.

FAZ
Ist das Kitsch und Ver­klä­rung – oder Doku­men­ta­ti­on?
Ein Meis­ter­stück der Über­set­zung, voll­bracht an einem zwei­fel­haf­ten Roman: Chi Ziji­ans „Das letz­te Vier­tel des Mon­des“ erzählt von Feld­ar­beit und schlich­tem Leben in der Pro­vinz.

FAZ
Depres­si­on? Wit­zel­sucht!
Lite­ra­ri­sche Aus­zeich­nung: Der Sän­ger und Schrift­stel­ler Sven Rege­ner wird Main­zer Stadt­schrei­ber des Jah­res 2026. Die Jury lobt ihn für sei­ne gro­ßen Geschich­ten in schein­bar bei­läu­fi­gem Ton.

FAZ
Zum Woh­le des Soh­nes
Vor 195 Jah­ren starb August von Goe­the, Johann Wolf­gang von Goe­thes ein­zi­ges Kind. Nun wur­de des­sen Grab­stein in Rom restau­riert und der Cimi­tero Acat­to­li­co wid­met dem Sohn eine klei­ne Aus­stel­lung.

Die Pres­se
Ita­li­ens Star­au­tor Andrea Baja­ni: „Der Kon­takt­ab­bruch zu den Eltern ist ein Tabu“
Andrea Baja­ni ist Preis­trä­ger des heu­ri­gen Pre­mio Stre­ga, des wich­tigs­ten Lite­ra­tur­prei­ses Ita­li­ens. Ein Gespräch über dys­funk­tio­na­le Fami­li­en, ver­stör­te Leser und Schrei­ben in der Küche.

Frank­fur­ter Rund­schau
Buch­pro­jek­te zur alten BRD – „Eine Zeit, die sich selbst nicht ver­steht“
Harald Jäh­ner und das Autoren­kol­lek­tiv Heinz Bude, Bet­ti­na Munk und Karin Wie­land über ihre aktu­el­len Buch­pro­jek­te, in denen sie die frü­hen 1960er Jah­re befra­gen.

Frank­fur­ter Rund­schau
Schlaf ist Hoff­nung
Roland Schim­mel­p­fen­nig zeigt, dass auch ein exzel­len­ter Lyri­ker in ihm steckt

Frank­fur­ter Rund­schau
Sich auch ein­mal zurück­zie­hen
Zuschrei­ben, for­dern, ver­wei­gern: Grenz­ver­schie­bun­gen sind ein The­ma beim Frank­fur­ter Text­land-Lite­ra­tur­fes­ti­val.

Tages­spie­gel
Max Frischs Erfolgs­ro­man „Stil­ler“ ver­filmt: Mit Pau­la Beer und Albrecht Schuch pro­mi­nent besetzt
Ver­wirr­spiel der Iden­ti­tä­ten in der pie­fi­gen Schweiz der Fünf­zi­ger. Ste­fan Haupt inter­pre­tiert Max Frischs „Stil­ler“ als Demon­ta­ge aggres­si­ver Männ­lich­keit.

Der Stan­dard
Sabi­ne Scholl folgt im Buch „Die zwei­te Haut“ dem Faden der Erin­ne­rung
„Die Haut ist das Gedächt­nis des Kör­pers“: Sabi­ne Scholl blickt in die „Die zwei­te Haut“ scho­nungs­los auf ihre Her­kunft, die sie lebens­lang nicht los­lässt.

Der Stan­dard
Gaël Faye stellt sich in „Jaca­ran­da“ der blu­ti­gen Ver­gan­gen­heit Ruan­das
Der Autor rekon­stru­iert in Rück­blen­den und Erin­ne­rungs­frag­men­ten die Geschich­te sei­ner Fami­lie und ver­sucht, eine Spra­che für das Unaus­sprech­li­che zu fin­den

Süd­deut­sche Zei­tung
Wenn die CIA auf den Golem trifft
Dan Browns neu­er Thril­ler „The Secret of Secrets“ führt nach Prag und ist dem Geheim­nis des mensch­li­chen Bewusst­seins auf der Spur. Das ist span­nend. Aber es gibt nichts, was auf den 800 Sei­ten nicht aus­er­zählt wür­de.

Süd­deut­sche Zei­tung
Er hat doch so viel zu erzäh­len
In „Gold­strand“ erin­nert sich ein einst erfolg­rei­cher Film­re­gis­seur bei jeder Gele­gen­heit an frü­her. Und die Autorin Kate­ri­na Pol­ad­jan lässt ihn reden. Das ist komisch und ermü­dend.

Süd­deut­sche Zei­tung
Wäre Chat-GPT trau­rig, wenn ich ster­be?
Mit skur­ri­len Geschich­ten ist die süd­ko­rea­ni­sche Lite­ra­tur auch in Deutsch­land zum Phä­no­men gewor­den: Bora Chung erzählt in ihrem neu­en Band „Dein Uto­pia“ von einer nahen Zukunft, in der die Maschi­nen mensch­lich wer­den.

Süd­deut­sche Zei­tung
Buch, Buch, Baby!
Öffent­li­ches Lesen ist in den sozia­len Medi­en zum Sta­tus­sym­bol gewor­den. Es gibt auch schon ein pas­sen­des Label dafür: „Per­for­ma­ti­ve Rea­ding“, das insze­nier­te Lesen. Schlimm, oder?

Süd­deut­sche Zei­tung
Und jetzt wie­der lieb haben
Der fran­zö­si­sche Schrift­stel­ler Gaël Faye ist mit sei­nem Debüt­ro­man „Klei­nes Land“ über den Völ­ker­mord in Ruan­da sehr bekannt gewor­den. In sei­nem neu­en Buch fragt er, wie ein Volk nach so einem Ver­bre­chen wei­ter­ma­chen kann – und ver­liert sich in Bana­li­tä­ten.

 

 

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Online seit: 28. Okto­ber 2025

Zuletzt geän­dert: 28. Okt. 2025