Der Georg-Büchner-Preis
Seit 1951 vergibt die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung alljährlich in Darmstadt den Georg-Büchner-Preis. Die Preissumme betrug anfänglich 3.000 Mark, heute beläuft sie sich auf 50.000 Euro. Satzungsgemäß kommen als Preisträger Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Frage, die „durch ihre Arbeit und Werke in besonderem Maße hervorgetreten sind und die an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben“. Diese Begrifflichkeit – „in besonderem Maße hervorgetreten“, „am deutschen Kulturleben wesentlichen Anteil haben“ – ist vage genug für eine breite Auslese von Kandidaten. Dass dabei ausschließlich die Qualität der intern jurierten Texte für die Zusprache bestimmend sein soll, scheint Konsens zu sein, wird jedoch nicht explizit festgehalten, ebenso wenig die Tatsache, dass der Preis ausschließlich an Mitglieder der Akademie vergeben wird.
Paul Celan: Kein anderer Georg-Büchner-Preisträger hat sich vergleichbar umständlich ausgedrückt, ohne jede Rücksicht auf Anlass und Gelegenheit der Rede.
Der Georg-Büchner-Preis gilt heute als die gewichtigste Auszeichnung im bundesdeutschen Literaturbetrieb. Naturgemäß gewinnen die portierten Autoren mit ihrem Werk allemal, zumindest vorübergehend, an Interesse, wobei ihre Dankesreden bei der Entgegennahme des Preises im Darmstädter Staatstheater in den Fokus rücken. Man erwartet sich davon – nebst der obligaten Ehrenbezeugung für Büchner und für die Hessischen Behörden – Aufschluss der Laureaten nicht nur über ihr eigenes Schaffen, sondern auch über den Status heutiger Literatur insgesamt.
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Das Interesse an den Voraussetzungen, Bedingungen und Zielen literarischer Arbeit hat in jüngerer Zeit stetig zugenommen und steht hinter dem Interesse an den Texten selbst kaum noch zurück. Autoren, Autorinnen nutzen mit großer Selbstverständlichkeit unterschiedlichste Podien und Medien, um ihre Poetik darzulegen, sei’s in Form von Vorträgen, Vorlesungen oder Workshops, sei’s in essayistischer Schriftform. Dass darüber hinaus auch Reden bei Preisverleihungen für poetologische Statements optimal geeignet sind, bestätigt sich jährlich hundertfach.
Die 72 bisher vorliegenden Reden zum Georg-Büchner-Preis sind beispielhaft dafür.
Gesamthaft bieten sie – bald in konventioneller Vortragsform, bald in bekenntnishafter, narrativer oder auch spekulativer Manier – ein vielfältiges Panorama dichtungstheoretischer Reflexion aus acht Jahrzehnten. In Druckfassung sind die Texte bei der Deutschen Akademie abzurufen; für die Jahrgänge 1951 bis 1994 liegen sie bei Reclam in drei Einzelbänden vor.
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In seiner Dankesrede zum Georg-Büchner-Preis von 1954 betonte der
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