„Fünf Tipps für deine Trauer“

Prä­au­er streamt.

Vor Kur­zem habe ich eine Par­te im Inter­net gefun­den. Eine Bekann­te im sehr erwei­ter­ten Umfeld war gestor­ben, und ich mach­te mich auf die digi­ta­le Suche nach dem Stück Papier, das sonst auch vor dem Fried­hof in einem Glas­kas­ten ange­schla­gen hängt, um die Mit­tei­lung über den Tod eines Men­schen öffent­lich zu machen. Die­se Doku­men­te des Abschieds fas­zi­nie­ren mich, genau­so wie mich die Inschrif­ten auf Grab­stei­nen inter­es­sie­ren. All die lie­be­vol­len Zuschrei­bun­gen, voll­mun­di­gen Behaup­tun­gen, sprach­li­chen Toll­pat­schig­kei­ten. Tra­gisch ist das, und ein biss­chen komisch auch. Die ver­gilb­ten Fotos, die ver­al­te­ten Berufs­be­zeich­nun­gen. „Haus­be­sit­zer“ fin­det sich da auch gele­gent­lich stolz ver­kün­det unter einem Namen. Auf den Grä­bern hand­schrift­li­che Abschieds­grü­ße, Kuschel­tie­re, Engel und Put­ten aus dem Bau­markt. Beson­ders impo­sant sind die ser­bi­schen Grä­ber am Wie­ner Zen­tral­fried­hof. Immer mit ein­gra­vier­ten Foto­por­träts und jeder Men­ge Glanz und Glit­zer!

An der aktu­el­len Par­te nun fiel mir fol­gen­der Spruch auf, in die Wol­ken eines gepho­to­shop­ten Hin­ter­grunds gesetzt: „Die Sor­ge um ihre Liebs­ten, erfüll­te ihr Leben.“ Das Kom­ma war nach dem Wort Liebs­ten genau so gesetzt, dann folg­te der Rest des Sat­zes in, der zwei­ten Zei­le. Ich ver­su­che hier, die krea­ti­ve Kom­ma­set­zung zu imi­tie­ren, und wenn das Kor­rek­to­rat den Inhalt mei­ner Zei­len liest, wer­den die­se Kom­ma­ta auch so ste­hen blei­ben. Man muss ja um sei­ne sprach­lichen und sti­lis­ti­schen Wit­ze in Tex­ten immer kämp­fen.

Ich habe ein­mal, da war ich gera­de mit dem Stu­di­um fer­tig, in Wien als Film­kri­ti­ke­rin für ein Online­ma­ga­zin begon­nen. Ich habe dafür nichts bezahlt bekom­men, aber ich war damals schon dank­bar für die freie Kino­kar­te und die exklu­si­ve Vor­füh­rung in kleins­ter Run­de im Film­haus-Kino am Spit­tel­berg. Das Online­ma­ga­zin hat mir dann nach Text­ab­ga­be und Kor­rek­tur immer Gram­ma­tik­feh­ler ein­ge­baut, der Grund dafür war sicher­lich eine Art von Ter­ri­to­ri­al­ver­hal­ten des Online­ma­ga­zin­be­trei­ber­ehe­paars. Die Tex­te hät­te man ohne die­se Ver­schlimm­bes­se­rung näm­lich gut publi­zie­ren kön­nen. Ich hab dann aus gram­ma­ti­ka­li­schen Grün­den bei ihnen, auf­ge­hört (zwei­ter Kom­ma­set­zungs­witz).

Ger­ne, wer­den Kom­mas nach dem Wort ger­ne gesetzt. Auch