Präauer streamt: Bauer sucht Frau – 18. Staffel

Von Tere­sa Prä­au­er.
Teresa Präauer streamt "Bauer sucht Frau"

Arne und Ant­je: Hap­py End unter Kühen. Foto: RTL

Ich freue mich schon ein biss­chen auf die Lek­tü­re des Brief­wech­sels von Inge­borg Bach­mann und Max Frisch, her­aus­ge­ge­ben, mit ande­ren, von mei­nem ehe­ma­li­gen und sehr ver­ehr­ten Pro­fes­sor an der Ger­ma­nis­tik, Hans Höl­ler, im Suhr­kamp Ver­lag.

Die Wochen­zei­tung Die Zeit wid­me­te der Neu­erschei­nung jüngst gar ihre Titel­sei­te und sprach von einer „Jahr­hun­dert­lie­be“, auch wenn sämt­li­chen Lese­rin­nen und Lesern, jeden­falls denen, die Ger­ma­nis­tik stu­diert haben in Salz­burg et al., recht klar sein muss, dass das Wort Lie­be im vor­lie­gen­den Fall und das Wort Jahr­hun­dert im All­ge­mei­nen, all­zu deut­lich aus­ge­spro­chen, eini­ges ver­un­klart, was die For­schung doch seit Jahr­zehn­ten frei­zu­le­gen und zu klä­ren sich bemüht. So viel zur Wir­kung der his­to­risch-kri­ti­schen Anstren­gung einer phi­lo­lo­gisch fun­dier­ten Her­aus­ge­ber­schaft auf die jour­na­lis­ti­sche Rezep­ti­on und media­le Ver­mitt­lung. Unter­ti­tel: „Der jetzt erst frei­ge­ge­be­ne Brief­wech­sel der bei­den gro­ßen Schrift­stel­ler ist eine Sen­sa­ti­on: Er zeigt die gan­ze Spann­brei­te des schöns­ten und gefähr­lichs­ten Gefühls der Welt.“

Die­ses Niveau hält die aktu­el­le Staf­fel von Bau­er sucht Frau alle­mal. Inner­halb der gan­zen Spann­brei­te des schöns­ten und gefähr­lichs­ten Gefühls der Welt – schon höre ich die sanf­te, dabei um Gewicht der Aus­sa­ge besorg­te Stim­me Vol­ker Wei­der­manns den Plot von Bau­er sucht Frau nach­er­zäh­len, eine Jahr­hun­dert­lie­be! – sind Milch­bau­er und Käse­her­stel­ler Arne und sei­ne Ant­je im Bereich des Inten­siv-Schö­nen mit wenig Gefähr­lich­keit anzu­sie­deln. Doch unter­schät­ze man mir nicht die Roman­tik der Käse­her­stel­lung! Es ist näm­lich eine gro­ße Freu­de, Arne dabei zu beob­ach­ten, wie er Ant­je von sei­nem Käse erzählt. Er führt sie in den Kel­ler, wo die Käse­lai­be gela­gert wer­den und er deren Rin­de regel­mä­ßig mit Rot­schmie­re­bak­te­ri­en behan­delt. Ant­je darf auch ein­mal die Käse­lai­be ein­bal­sa­mie­ren. Dabei stellt sie fest, wie lie­be­voll und sorg­sam man sei­nen Käse über Mona­te behan­deln muss, um am Ende ein gutes Pro­dukt für den Ver­kauf im Hof­la­den zu erhal­ten.

Ant­je hat Geschmack, und Arne macht guten Käse. Ant­je wird Arne noch davon abbrin­gen, im Schlaf­zim­mer mit Kuh­mo­ti­ven bedruck­te Bett­wä­sche zu ver­wen­den.

Der Käse bei Arne und Ant­je ist ein Sym­bol für die Lie­be. Hät­ten Max und Inge­borg ihre Lie­be gepflegt wie den Rot­schim­mel­kä­se, wäre die Spann­brei­te in Rich­tung Gefahr weni­ger aus­ge­reizt wor­den. Arne zeigt auch vor, wie er Weich­kä­se mit Salz ein­reibt, wie er Mol­ke abschöpft und Käse in Herz­form kne­tet. Ant­je lernt, wie man Kühe melkt und den Stall rei­nigt. Sie hilft Arnes Vater dabei, eine