Neulich

Andre­as Mai­er in den Wirt­schaf­ten Bam­bergs

Neu­lich las ich mal wie­der den Zau­ber­berg. Es wur­de auch Zeit. Tho­mas Mann schreibt dar­in: „Ich will dem Tode kei­ne Herr­schaft ein­räu­men über mei­ne Gedan­ken.“

Ich bin im vier­und­fünf­zigs­ten Lebens­jahr, Krank­hei­ten sind noch nicht ent­deckt, mei­ne Leber habe ich seit drei Jah­ren nicht mehr unter­su­chen las­sen, ich bin mir auch nicht sicher, ob es sich bei die­sen Blut­bil­dern nicht um mode­üb­li­ches Geschäft han­delt. Vor Kur­zem sag­te ich jeman­dem: „Mein Leben ist zer­stört.“ Er reagier­te mit einem väter­li­chen „Na! Na!“. Als hät­te ich irgend­et­was leicht Unsitt­li­ches gesagt. Als hät­te ich damit den all­ge­mei­nen Tod und das all­ge­mei­ne Ster­ben mit einem Fremd­par­ti­kel­chen ver­un­rei­nigt.

Da bin ich finan­zi­ell also wie­der da ange­kom­men, wo ich zum letz­ten Mal vor 22 Jah­ren war.

Ich bin nicht leicht in mein Leben hin­ein­ge­kom­men. Die ers­ten Jah­re waren ganz mies, davon habe ich mich nie mehr erholt und längst davon in einem Roman berich­tet. Als Kind sehr iso­liert („am Rand des Autis­mus“ kann man ver­mut­lich auch nicht mehr so leich­ter­hand wie noch vor zehn Jah­ren schrei­ben).

Dann kam eine kur­ze, genia­le Jugend von 13 bis 17 mit Son­ne, Dro­gen, Her­um­tram­pen, Musik und Mäd­chen ohne Ende. Danach war wie­der Schluss mit lus­tig. Schu­li­sche Pro­ble­me waren übri­gens nie vor­han­den, das als Gruß an die PISA-Arbeits­grup­pe.

Stu­di­um – rat­los. Zukunft – kei­ne Ahnung. Irgend­wann fand ich an einem Aus­hän­ge­brett einen

Ich unter­bre­che kurz: Eben klin­gelt der Post­bo­te und bringt mir mei­nen neu­en Roman, der in einer Woche her­aus­kommt. Zugleich ein Brief des Finanz­am­tes: „Ihre Umsatz­steu­er für das vor­an­ge­gan­ge­ne Kalen­der­jahr 2020 hat nicht mehr als 1000 Euro betra­gen. Sie wer­den des­halb von der Ver­pflich­tung zur Über­mitt­lung der ent­spre­chen­den Daten und zur Ent­rich­tung von Umsatz-Steu­er-Vor­aus­zah­lun­gen befreit.“ Da bin ich finan­zi­ell also wie­der da ange­kom­men, wo ich zum letz­ten Mal vor 22 Jah­ren war.

Zet­tel, auf dem jemand (eine Frau) einen Nach­fol­ger für einen Job als Gitarrenlehrer(in?) such­te. Ab da war wenigs­tens Geld da. Zwei Tage die Woche reich­ten. Dann kam die zwei­te Glücks­pha­se in mei­nem Leben: die latei­ni­sche und alt­grie­chi­sche Spra­che bescher­ten mir acht wun­der­vol­le, wenn auch etwas spä­te Semes­ter.

Sich von Grou­pies anhim­meln und ins Bett füh­ren zu las­sen? Als letzt­end­li­cher Lebens­ent­wurf konn­te das nicht die­nen.

Mit dem ers­ten Roman kam