Occupy Bad Münstereifel

Aus­zug aus einem Roman von Marc Degens.

Als ich am Mor­gen zum Haupt­bahn­hof radel­te, ging es mir nicht gut. Zum Früh­stück hat­te ich nur ein paar Schlu­cke Kakao getrun­ken, mir war übel vor Hun­ger und vor Auf­re­gung. Ich fuhr ein­hän­dig. Unter dem Arm hielt ich krampf­haft die Zither, ein­ge­wi­ckelt in einer rie­si­gen Plas­tik­tü­te. Ich war tod­mü­de, aber schnell. Viel zu früh kam ich am Bahn­hof an. René erwar­te­te mich bereits. Er hat­te die Bon­gos und den Akkor­de­on­kof­fer dabei und trug einen Baum­woll­sack über der Schul­ter, der die gan­ze Zeit klap­per­te.

„Was ist los?“, begrüß­te er mich. „Du siehst aus wie ein Alkie aus dem Bon­ner Loch.“

Beim Bäcker kauf­te ich uns vier Bre­zeln. Das Han­dy klin­gel­te schon wie­der. Es war Mama. Wahr­schein­lich hat­te sie das Feh­len der Zither und der bei­den Koch­löf­fel bemerkt und woll­te mich des­halb zur Rede stel­len. Ich nahm das Han­dy und schal­te­te es aus.

Unser Zug hat­te fast eine Vier­tel­stun­de Ver­spä­tung. Er war gespens­tisch leer und wir hat­ten