Für eine Kleine Literatur

Der Vor­arl­ber­ger Autor Wolf­gang Her­mann.
Leo­pold Feder­mair

Die­ses Jahr begeht die Lite­ra­tur­welt ein unschein­ba­res Jubi­lä­um, das in kei­nem Kalen­der ein­ge­tra­gen ist: Herr Faus­ti­ni wird zwan­zig Jah­re alt. Nicht die Per­son Faus­ti­ni selbst, denn die ist zeit- und alters­los, son­dern sein öffent­li­ches Erschei­nen: 2006 publi­zier­te der Wie­ner Deu­ti­cke Ver­lag, der inzwi­schen das Zeit­li­che geseg­net hat, den Roman Herr Faus­ti­ni ver­reist.

Wolfgang Hermann @ Andrea Peller

Wolf­gang Her­mann: Eines Tages war Herr Faus­ti­ni ein­fach da, wie aus dem Nichts, in einer Zeit von Krank­heit und Depres­si­on, als der Autor noch unter den Nach­wir­kun­gen einer per­sön­li­chen Kata­stro­phe litt. Foto: © Andrea Pel­ler

„Herr Faus­ti­ni hat mich geret­tet“, sagt Wolf­gang Her­mann auf die Fra­ge, wie er zu ihm gekom­men, oder umge­kehrt, wie die­ser zu ihm gekom­men sei. Eines Tages war er ein­fach da, wie aus dem Nichts, in einer Zeit von Krank­heit und Depres­si­on, als Her­mann noch immer unter den Nach­wir­kun­gen einer per­sön­li­chen Kata­stro­phe litt. 1999 war sein Sohn sieb­zehn­jäh­rig an Influ­en­za gestor­ben, und Her­mann kämpf­te dar­um, die­se Erfah­rung – auch lite­ra­risch – zu ver­ar­bei­ten. Das soll­te erst 2012 mit Abschied ohne Ende, einem ein­zig­ar­ti­gen Buch, gelin­gen.