Willkommen im Museum des Leidens ohne Wehgeschrei

Pau­la Grog­gers Hei­mat­ro­man Das Grim­ming­tor. Von Han­no Mil­le­si

Ermun­tert, mei­ner Genug­tu­ung dar­über Aus­druck zu ver­lei­hen, dass ein bestimm­tes lite­ra­ri­sches Werk end­lich in Ver­ges­sen­heit gera­ten ist – Ver­ges­sen­heit zumin­dest im Ver­hält­nis zu einer Popu­la­ri­tät, die ihm der­einst unver­ständ­li­cher­wei­se zuteil­ge­wor­den ist –, muss­te ich gleich an Pau­la Grog­gers epi­schen Bau­ern­ro­man Das Grim­ming­tor den­ken. Dabei wün­sche ich mir gar nicht, dass sich nie­mand mehr an ein bestimm­tes Buch erin­nert. Hin­zu­kommt, dass ich jenes von Pau­la Grog­ger, als ich mich dazu ent­schloss, zu erläu­tern, wes­halb es mir kei­ner Erin­ne­rung mehr wert scheint, noch gar nicht rich­tig, das heißt zur Gän­ze gele­sen hat­te. Ich hat­te den Berg Grim­ming, die unüber­wind­lich anmu­ten­de Kulis­se der zahl­rei­chen, in die­sem Buch ver­sam­mel­ten Ereig­nis­se rund um eine Ort­schaft im obe­ren Enns­tal zur Zeit der Napo­leo­ni­schen Krie­ge, also noch gar nicht bezwun­gen.

Die Wider­sprüch­lich­keit, mir etwas in Erin­ne­rung zu rufen und genau­er anzu­se­hen, um eini­ger­ma­ßen nach­voll­zieh­bar zu erläu­tern, wes­halb es mei­ner Mei­nung nach, jetzt, da es nicht zu Unrecht in Ver­ges­sen­heit gera­ten ist, auch ver­ges­sen blei­ben soll­te, ist hin­wie­der­um nicht ohne Wir­kung auf mich geblie­ben.

Nicht etwa, dass ich nun­mehr reu­mü­tig unter dem Mot­to „Lesen und lesen las­sen“ in Deckung gehe – das hät­te ich, wenn, dann