Du wirst mich nie wieder los

Ein­ein­halb Jahr­zehn­te nach dem Ver­bot erscheint Alban Niko­lai Herbsts Roman Mee­re in der ori­gi­na­len Fas­sung. Von Chris­toph Jür­gen­sen

Sie haben ihre je eige­nen Schick­sa­le, die Büchlein“, wuss­te schon der spät­an­ti­ke Phi­lo­lo­ge Ter­en­ti­a­nus Mau­rus, und min­des­tens eben­so sehr gilt die­se ewig gültige Ein­sicht für ihre Autoren – und manch­mal sind die­se Schick­sa­le in beson­de­rer Wei­se mit­ein­an­der ver­floch­ten. Ein sol­cher Fall liegt auch mit Alban Niko­lai Herbsts Roman Mee­re vor, der fast ein­ein­halb Jahr­zehn­te nach sei­nem Ver­bot nun wie­der in der ursprünglichen Fas­sung erscheint, wie damals im Mare-Ver­lag. Fast kommt es einem vor, als hät­te Mau­rus sein geflügeltes Wort vor­aus­schau­end für die­sen Fall geprägt.

Bli­cken wir zurück. Leicht zeit­ver­setzt wur­den im Jahr 2003 unter gro­ßer Beach­tung der lite­ra­ri­schen Öffent­lich­keit zwei Bücher ver­bo­ten, weil sich wirk­lich wah­re Men­schen in fik­ti­ven Figu­ren wie­der­erkannt haben woll­ten und auf Ver­let­zung ihrer Per­sön­lich­keits­rech­te klag­ten – seit der Aus­ein­an­der­set­zung um Mephis­to von Klaus Mann Mit­te der 1960er-Jah­re waren Lite­ra­tur und Wirk­lich­keit nicht mehr in die­ser Wei­se zusam­men­ge­sto­ßen.

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Die­ser Text ist nur in der Aus­ga­be 3/2017 ver­füg­bar.

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Online seit: 12.10.2017

Zuletzt geän­dert: 20. Okt. 2017