Mein schöner kleiner Biber

Zu Tho­mas Pyn­chons Erzäh­lung Sterb­lich­keit und Erbar­men in Wien. Von Cle­mens J. Setz

Tho­mas Pyn­chon (1955)
Foto: Albert Love Enter­pri­ses

Tho­mas Pyn­chon ist der Autor mei­ner Jugend. Das bedeu­tet aller­dings nicht, dass ich sei­nen Ein­fluss bereits über­wun­den hät­te, im Gegen­teil, ich schwel­ge immer noch regel­mä­ßig in sei­nen herr­li­chen Erfin­dun­gen, den unge­heu­ren Maschi­ne­rien sei­ner Wer­ke. Er ist der viel­leicht letz­te Groß­meis­ter im Her­stel­len von Roma­nen in Form von Wun­der­kam­mern. Als ich mit etwa zwan­zig zum ers­ten Mal Die Enden der Para­bel las und zum Kapi­tel über „Byron, die unsterb­li­che Glüh­bir­ne“ kam, fand ich mich nach der Lek­tü­re voll­kom­men ver­wan­delt. So etwas war tat­säch­lich erlaubt? So durf­te man schrei­ben? So etwas konn­te gelin­gen? Ein gan­zes Kapi­tel über die Erleb­nis­se einer Glüh­bir­ne, die die Eigen­schaft besitzt, nie­mals durch­zu­bren­nen! Nor­ma­ler­wei­se han­del­ten Roma­ne doch von ernst­zu­neh­men­den Men­schen, die an irgend­ei­nem geschichts­er­ns­ten Pro­blem her­um­la­bo­rier­ten. Aber hier