Orvieto

Eine Begeg­nung mit Botho Strauß. Von Mar­tin Roda Becher

Durch Ver­mitt­lung einer gemein­sa­men Freun­din, einer Schau­spie­le­rin, hat­te ich Kon­takt zu Botho Strauß auf­ge­nom­men. Als meist­auf­ge­führ­ter Dra­ma­ti­ker sei­ner Zeit war Strauß zum Ein­horn der deut­schen Lite­ra­tur gewor­den, eben­so gehetzt wie bewun­dert. Scheu und zurück­ge­zo­gen, ließ er sich für kein Inter­view, kei­ne Lesung aus sei­nen Wer­ken gewin­nen.

Ich rief ihn eines Tages an, und wir ver­ab­re­de­ten uns zum Abend­essen im Ris­tor­an­te Ciao, gegen­über von der Schau­büh­ne am Leh­ni­ner Platz, wo zu der Zeit sein Stück Der Park mit Bru­no Ganz und Jut­ta Lam­pe auf­ge­führt wur­de. Ich traf da etwas abge­hetzt und mit nas­sen Schu­hen ein, zuvor war ich mit mei­ner Toch­ter im Tier­gar­ten gewe­sen, sie hat­te ein bat­te­rie­ge­trie­be­nes Spiel­zeug­schiff auf dem Teich fah­ren las­sen, wäh­rend der Fahrt hat­te die Bat­te­rie abge­stellt, und das Schiff schau­kel­te fried­lich auf dem Was­ser. Mir war nichts ande­res übrig geblie­ben, als mit auf­ge­krem­pel­ten Hosen in den sump­fi­gen Teich hin­ein­zu­wa­ten und das Schiff wie­der an Land zu holen.

Vor dem Tref­fen mit Strauß im Ciao war mir kei­ne Zeit zum Umzie­hen mehr geblie­ben, so traf ich dort in etwas ram­po­nier­tem Zustand ein. Als ich zu sei­nem Tisch trat, blick­te mich Strauß mit sei­nen hin­ter dicken Bril­len­glä­sern schwim­men­den Kin­der­au­gen etwas ver­wun­dert an.

Posi­ti­ve Kri­ti­ken weg­schie­ben
Aus unse­rem Gespräch ist mir sei­ne Fra­ge in Erin­ne­rung, an was ich gera­de schrei­be. Ich ant­wor­te­te etwas leicht­fer­tig: