Freiheitsliebende Sklavenhalterinnen

Zu Recht ver­ges­sen: Mrs. E.D.E.N. Sou­thwort­hs Süd­staa­ten­hel­din­nen. Von Bet­ti­na Balà­ka

Ruhm ist flüchtig. Die meist­ge­le­se­ne ame­ri­ka­ni­sche Autorin der zwei­ten Hälf­te des 19. Jahr­hun­derts ist heu­te im deutsch­spra­chi­gen Raum so gut wie unbe­kannt, obwohl sie zu Leb­zei­ten nicht nur ins Deut­sche, son­dern auch ins Fran­zö­si­sche, Spa­ni­sche, Chi­ne­si­sche und sogar Islän­di­sche übersetzt wor­den sein soll.

„Mrs. E.D.E.N. Sou­thworth“ nann­te sich in einem klin­gen­den Akro­nym die 1819 in Washing­ton gebo­re­ne Emma Doro­thy Eli­za Nevit­te Sou­thworth – wobei Nevit­te ihr Mäd­chen­na­me ist und Sou­thworth der Name des Man­nes, den sie im Alter von ein­und­zwan­zig Jah­ren hei­ra­te­te. Ihm, einem erfolg­lo­sen Erfin­der, ist es auch zu ver­dan­ken, dass sie zu einer frucht­ba­ren, gefrag­ten und äußerst wohl­ha­ben­den Schrift­stel­le­rin wur­de. Nach nur vier Ehe­jah­ren setz­te Fre­de­rick H. Sou­thworth sich als Gold­grä­ber nach Bra­si­li­en ab und ließ sie mit zwei klei­nen Kin­dern allein. Obwohl sie schon seit ihrer Hei­rat als Leh­re­rin gear­bei­tet hat­te, reich­te das aus die­ser Tätig­keit bezo­ge­ne Ein­kom­men nicht aus – Emma Sou­thworth begann Geschich­ten für Zei­tun­gen zu schrei­ben, die vor allem beim weib­li­chen Publi­kum äußerst popu­lär wur­den. Eini­ge ihrer frühen Tex­te erschie­nen in The Natio­nal Era, jenem aboli­tio­nis­ti­schen Blatt, in dem auch der Roman Uncle Tom’s Cabin ihrer Freun­din Har­riet Bee­cher Sto­we ver­öf­fent­licht wur­de.

Wich­tig erscheint allen­falls, dass man sei­ne Skla­ven gut behan­delt, nicht so sehr die Fra­ge, ob man überhaupt wel­che haben soll­te.

1857 unter­schrieb Sou­thworth einen Exklu­siv­ver­trag für den New York Led­ger, der den Groß­teil ihrer über sech­zig Roma­ne publi­zier­te. Sie war nun eine der best­ver­die­nen­den ame­ri­ka­ni­schen Autoren. Mr. Sou­thworth hin­ge­gen fand in Bra­si­li­en kein Gold, hat­te aber plötz­lich gro­ßes Inter­es­se an sei­ner Gat­tin