Neulich

Andre­as Mai­er im Aus­land.

Neu­lich war ich im Aus­land. Frem­de Men­schen kamen da mir frem­den Hand­lun­gen nach. Sie saßen in Cafés auf Stra­ßen, die mir fremd waren. Ich lief da her­um, fand das alles inter­es­sant, aber sag­te mir: Es ist die Frem­de, und du wirst nie zu ihr dazu­ge­hö­ren. So war ich eine Wei­le Tou­rist. Der Him­mel über mir war klar, es flo­gen kaum Flug­zeu­ge, und die Men­schen sahen rela­tiv jung und gesund aus, wie sie da in ihren Cafés saßen, als hät­ten sie sonst nichts zu tun.

Aus­land war für uns schon immer wich­tig. Wir hat­ten schon von jeher einen Hang zur Exo­tik. Allein die Schla­ger frü­her. Ivan Rebroff. Bata Illic. Nana Mouskou­ri. Selbst die ein­hei­mi­sche Alex­an­dra sang ja haupt­säch­lich von der Tai­ga. Dazu kam der Toast Hawaii, kamen die Can­nel­lo­ni, spä­ter Sushi und sol­che Sachen, jetzt haben wir Kreuz­küm­mel-Tees. Dage­gen gab es natür­lich die Händ­käs-mit-Musik-Apfel­wein-Frak­ti­on im Blau­en Bock mit Heinz Schenk. Aber da tra­ten sie ja auch alle auf, von Ivan Rebroff über Bata Illic bis hin zu Nana Mouskou­ri. Und Ada­mo. Ver­mut­lich auch Ada­mo. Und wäh­rend den Senio­ren­hes­sen der Schop­pen im Glas warm wur­de (die Saal­be­leuch­tung galt als berüch­tigt), sang Udo Jür­gens Grie­chi­scher Wein.

Ja, neu­lich war ich im Aus­land, näm­lich in Born­heim, zwei Kilo­me­ter ent­fernt über den Main. Frem­de Born­hei­mer Men­schen kamen da frem­den Born­hei­mer Hand­lun­gen nach. Anschlie­ßend fuhr ich nach Bocken­heim (da ist mein Fri­seur). Die Bocken­hei­mer Stu­den­ten kann­ten von jeher Sach­sen­hau­sen. Die Sach­sen­häu­ser kann­ten noch nie Bocken­heim. Die Sach­sen­häu­ser sind von jeher daheim­ge­blie­ben.

Der Sach­sen­häu­ser bewegt sich nicht. So wie der Main die natür­li­che Gren­ze ist, wo die Welt endet, sind die Mör­fel­der jetzt die natür­li­che Gren­ze, was die Flug­zeu­ge angeht. In Sach­sen­hau­sen beginnt die Wahr­heit, und sie setzt sich süd­lich der Mör­fel­der fort, mit zuneh­men­der Laut­stär­ke.

Allein die Schla­ger frü­her. Ivan Rebroff. Bata Illic, Nana Mouskou­ri. Selbst die ein­hei­mi­sche Alex­an­dra sang haupt­säch­lich von der Tai­ga.

In Born­heim, dort in der Frem­de, besich­tig­te ich eine Woh­nung in einer frem­den Stra­ße. Der Him­mel war blau, ich stieg bis unters Dach, vor mir rag­te die Him­mels­li­nie Frank­furts auf. Fern da hin­ten auch der Hen­nin­ger­turm. Da wur­de ich schon wie­der trau­rig. Ich stand