Thomas Weiler erhält den Paul-Celan-Preis

Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert, spe­zi­ell gewür­digt wird die Über­tra­gung von Alhierd Bachare­vič‘ Roman Euro­pas Hun­de.

Der vom Deut­schen Lite­ra­tur­fonds ver­ge­be­ne Paul-Celan-Preis für her­aus­ra­gen­de Über­set­zun­gen ins Deut­sche geht in die­sem Jahr an Tho­mas Wei­ler. Der Preis ist seit 2024 mit 25.000 € dotiert.

In der Begrün­dung der Jury heißt es:

„Sein facet­ten­rei­ches über­set­ze­ri­sches Gesamt­werk erschließt dem deutsch­spra­chi­gen Publi­kum hier­zu­lan­de wenig bekann­te Lite­ra­tur aus dem Bela­rus­si­schen, Pol­ni­schen und Rus­si­schen, so von Artur Klin­au, Vik­tor Mar­ti­no­witsch, Vol­ha Hapeye­va, Alex­an­dra Lit­wi­na, Zie­mo­wit Szc­ze­rek und Julia Cima­fie­je­va. Die Gen­res sei­ner Über­tra­gun­gen rei­chen von kom­ple­xer Pro­sa über hoch­an­spruchs­vol­le Kin­der­li­te­ra­tur bis zu fein­sin­ni­ger Lyrik. Den Paul-Celan-Preis 2024 erhält Tho­mas Wei­ler im Beson­de­ren für sei­ne Über­set­zung des Romans Euro­pas Hun­de von Alhierd Bachare­vič, der in Bela­rus ver­bo­ten und als extre­mis­tisch ein­ge­stuft ist. Der 2017 erschie­ne­ne Text nimmt die Lesen­den mit auf eine so düs­te­re wie wit­zi­ge Rei­se durch Ver­gan­gen­heit und ima­gi­nier­te Zukunft von Bela­rus (und Euro­pa) und behan­delt dabei in pro­phe­tisch anmu­ten­der Prä­zi­si­on The­men von höchs­ter Aktua­li­tät.“

Die Jury wür­digt Wei­lers Über­tra­gung, „in der er die unter­schied­lichs­ten Stim­men im Roman mit beein­dru­cken­der Krea­ti­vi­tät und Sprach­freu­de zu Gehör bringt und dabei bril­lant so unter­schied­li­che Regis­ter wie Slang, Archa­ik, Mytho­lo­gie und Sati­re zieht. Neben dem Bela­rus­si­schen und Rus­si­schen, in denen Euro­pas Hun­de ver­fasst ist, hat­te Tho­mas Wei­ler auch ein Wör­ter­buch der Kunst­spra­che Bal­bu­ta zu über­set­zen, die in der Roman­hand­lung ent­wi­ckelt und gespro­chen wird. Mit sei­nen expe­ri­men­tier­freu­di­gen Sprach­spie­len, sei­nem fei­nen Sinn für Rhyth­mik und Klang auf unter­schied­li­chen Text­ebe­nen und sei­ner Akri­bie, die ihn die zahl­rei­chen kul­tu­rel­len Anspie­lun­gen des Romans nach­zeich­nen lässt, schenkt Tho­mas Wei­ler der deutsch­spra­chi­gen Leser­schaft uner­hör­ten Sprach­ge­nuss und den Zugang zu einem bis­her unbe­kann­ten Stück Welt­li­te­ra­tur.“

Der Jury gehö­ren die­ses Jahr Karin Betz, Ursu­la Grä­fe, Patri­cia Klo­bu­sicz­ky, Chris­tia­ne Kör­ner und Ulrich Son­nen­berg an.

Der Preis wird zusam­men mit dem Gro­ßen Preis des Deut­schen Lite­ra­tur­fonds und wei­te­ren Aus­zeich­nun­gen am 21. Novem­ber 2024 im Lite­ra­ri­schen Col­lo­qui­um in Ber­lin über­reicht.

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Online seit: 13. August 2024

Zuletzt geän­dert: 13. Aug. 2024