Ronya Othmann erhält den Mara-Cassens-Preis 2020

Der Preis wird von einer Leser­ju­ry ver­ge­ben und ist mit 20.000 Euro dotiert.

Ronya Oth­mann wird für ihren Debüt­ro­man Die Som­mer mit dem Mara-Cas­sens-Preis des Lite­ra­tur­hau­ses Ham­burg aus­ge­zeich­net. Die Aus­zeich­nung ist mit 20.000 Euro dotiert und soll AutorIn­nen die Chan­ce bie­ten, sich nach dem ers­ten Roman für eine gewis­se Zeit ganz dem Schrei­ben zu wid­men.

Ronya Othmann © Cihan Cakmak

Ronya Oth­mann. Foto: Cihan Cak­mak

Der von der Hol­ger und Mara Cas­sens-Stif­tung finan­zier­te Preis wird von einer ehren­amt­li­chen Leser­ju­ry ver­ge­ben, 15 Mit­glie­der des Lite­ra­tur­haus-Ver­eins lasen in ihrer Frei­zeit die 58 ein­ge­reich­ten Debüt­ro­ma­ne. Nach der Vor­auswahl der Jury stan­den 11 Titel bei der fina­len Sit­zung zur Dis­kus­si­on. Unter den Favo­ri­ten waren Dani­el Mel­lem mit Die Erfin­dung des Count­downs, Deniz Ohde mit Streu­licht und Oli­via Wen­zel mit 1.000 Ser­pen­ti­nen Angst.

Schließ­lich ent­schied sich die Jury mit fol­gen­der Begrün­dung für Oth­manns Debüt: „Das Beein­dru­cken­de an die­sem Roman ist, dass er nicht belehrt und man doch so viel lernt: über die Musik, über den Engel in Pfau­en­ge­stalt, über die Zube­rei­tung von Spei­sen; eben­so wie über den Krieg in Syri­en, die Bedro­hung, die Flucht. Die Autorin beschreibt statt zu bewer­ten, sie erzählt ohne erschöp­fend zu erklä­ren. Über die Geschich­te der Ver­wand­ten, die nach Deutsch­land kom­men, tau­chen wir ein in die Innen­wel­ten von Men­schen, die wir gemein­hin als Flücht­lin­ge bezeich­nen. Begreif­bar wird so, was die Erfah­rung, als Ange­hö­ri­ge einer Min­der­heit unter­drückt und ange­grif­fen zu wer­den, mit Men­schen macht – mit denen, die blei­ben und sich arran­gie­ren, und mit denen, die auf­be­geh­ren und flie­hen müs­sen in der Hoff­nung auf ein Leben in Sicher­heit.“

* * *

* * *

Online seit: 3. Dezem­ber 2020

Online seit: 3. Dezem­ber 2020

Zuletzt geän­dert: 3. Dez. 2020