Presseschau – 7. September 2026

Moni­ka Hel­fer / Tho­mas Gla­vi­nic / Péter Ester­há­zy / Jeho­na Kicaj / Ange­li­ka Klüs­sen­dorf / Moni­ka Maron / Vale­ria Gor­deev / Han Kang …

NZZ
Was uns der alles zumu­tet: Dror Misha­nis neu­er Roman „Nicht“
Kann ein Erzäh­ler ver­stö­ren und betö­ren zugleich? Der israe­li­sche Autor Misha­ni erzählt von einem ein­sa­men Wit­wer, einer gros­sen Lie­be und einem ver­häng­nis­vol­len Unfall – und führt sei­ne Leser dabei immer tie­fer in ein mora­li­sches und erzäh­le­ri­sches Laby­rinth.

NZZ
Die Wirk­lich­keit des Erleb­ten: Was uns Robert Men­as­se über unse­re Erin­ne­run­gen an 9/11 erzählt
Der öster­rei­chi­sche Schrift­stel­ler ver­bin­det gekonnt Welt­ge­schicht­li­ches mit Auto­bio­gra­fi­schem. Auch im neu­en Band, in dem es um die Über­blen­dung des Gedächt­nis­ses geht – 25 Jah­re nach den Ter­ror­an­schlä­gen in Ame­ri­ka.

FAZ
Für all das, was nicht zur Spra­che kommt
In ihrem Debüt­ro­man „ë“ hat Jeho­na Kicaj vom Koso­vo­krieg und vom Leben in der Dia­spo­ra erzählt. Eine Buch­preis­no­mi­nie­rung und vie­le Lesun­gen spä­ter ist da immer noch Schmerz, aber auch Dank­bar­keit. Eine Begeg­nung.

FAZ
Die Iro­nie der bit­te­ren Jah­re
Mit einer Künst­ler­re­si­denz in Buda­pest und dem Nach­lass in Ber­lin: Zehn Jah­re nach sei­nem Tod kehrt Péter Ester­há­zy in Ungarns offi­zi­el­les Kul­tur­le­ben zurück.

FAZ
Mit die­ser Frau soll­te man sich nicht anle­gen
Ver­bre­chen ist Frau­en­sa­che: Die Prot­ago­nis­tin von Ron Cur­ries „Die Patin von Maine“ kehrt in ihre Hei­mat­stadt zurück, um den Dro­gen­han­del zu über­neh­men. Der Roman hat einen berühm­ten Vor­gän­ger.

FAZ
Der Satz­bau ist nicht das Pri­mä­re
Wie Ver­knüp­fun­gen her­ge­stellt wer­den, ist nicht nur eine Form­fra­ge: Wolf-Die­ter Stem­pel revo­lu­tio­nier­te die his­to­ri­sche Sprach­wis­sen­schaft. Mit 97 Jah­ren ist der Münch­ner Roma­nist gestor­ben.

FAZ
Was man von Hüh­nern ler­nen kann
Zer­bro­che­ne Schei­ben sind erst der Anfang: Ange­li­ka Klüs­sen­dorf folgt in „Trost“ der Kri­se einer Patch­work­fa­mi­lie bis über die Schmerz­schwel­le hin­aus. Im Hin­ter­grund tobt Putins Angriffs­krieg.

FAZ
Der Dok­tor und das arme Vieh
Wie macht man das eigent­lich, Best­sel­ler über Flur­be­rei­ni­gung oder Fer­kel­kas­tra­ti­on schrei­ben? Dör­te Han­sen gelingt es spie­lend. Ihr neu­er Roman „Bro­der“ han­delt von einem jäh­zor­ni­gen Tier­arzt. Und ist wie­der gut.

FAZ
Roman­tik und Ver­gäng­lich­keit
Kla­ge, Trost, Angst und Neu­gier: Chris­toph Pal­mer wid­met sich in einem Sam­mel­band dem Ver­hält­nis deut­scher Roman­ti­ker zum Tod, und Hen­ning Krei­tel foto­gra­fiert deren Grab­denk­mä­ler.

Die Welt
Wir wer­den gera­de Zeu­gen, wie die Epo­che des Lesens zu Ende geht
Die Ära der Schrift ist vor­über. Kul­tur­kri­ti­ker neh­men Abschied vom Buch und war­nen vor einem neu­en dunk­len Zeit­al­ter. Es geht um die Lebens­grund­la­gen der demo­kra­ti­schen Öffent­lich­keit.

Die Welt
Die Welt zum Hin­se­hen brin­gen
Maxim Bil­lers neu­er Roman ist sein bis­lang bes­ter. „Schwar­ze Sams­ta­ge“ stellt unbe­que­me Fra­gen an unse­re Gegen­wart seit dem 7. Okto­ber 2023 – und ent­puppt sich als Werk, hin­ter dem eine eben­so trau­ri­ge wie aktu­el­le Bot­schaft steckt.

Die Welt
Ist mein Roman zu jüdisch für Deutsch­land?
Nach dem 7. Okto­ber schrieb ich eine Uto­pie, in der Isra­el und die ara­bi­schen Staa­ten in Frie­den leben. Die Reak­ti­on deut­scher Ver­la­ge war, nun ja, inter­es­sant.

Die Welt
Die Deut­schen und ihr Schat­ten­kampf gegen die Nazis
Manch­mal muss erst ein Unfall pas­sie­ren: Im neu­en Roman von Moni­ka Maron fragt sich eine 55-jäh­ri­ge Jour­na­lis­tin, was sie da eigent­lich macht. Und ob sie so wei­ter­ma­chen soll.

Die Welt
Ich bin der größ­te Staats­feind Num­mer 1 der gesam­ten Geschich­te
Ter­ro­ris­mus. Spio­na­ge. Gefähr­dung der Sicher­heit des Staa­tes: Mit absur­den Vor­wür­fen wur­de der Schrift­stel­ler Boua­lem San­sal in Alge­ri­en inhaf­tiert. Hier berich­tet er, was den Staats­an­walt wirk­lich pro­vo­zier­te.

Die Welt
„Vor allem Frau­en, Kin­der und Alte spür­ten die Rache“
In der pol­ni­schen Stadt Lodz, wo die Nazis bru­tal wüte­ten, gab es eine deut­sche Min­der­heit. Zu ihr gehör­ten Elsa und Paul. Jetzt erzählt ihr Enkel ihre Geschich­te. Ein Inter­view über unpo­li­ti­sche Men­schen, die ver­trie­ben und ent­eig­net wur­den.

Die Pres­se
Moni­ka Hel­fers letz­ter Roman erscheint exklu­siv in der „Pres­se“
Die letz­ten Mona­te ihres Lebens hat Moni­ka Hel­fer an einem Fort­set­zungs­ro­man für das Spec­trum, die essay­is­ti­sche Bei­la­ge der „Pres­se“, gear­bei­tet. Knapp vor ihrem Tod hat sie das letz­te Kapi­tel geschrie­ben. „Kreu­zers Kin­der“ erscheint ab 12. Sep­tem­ber jede Woche.

Die Pres­se
Sie will in ihrer letz­ten Lebens­wo­che noch zu einem Bewer­bungs­ge­spräch gehen
Seo Eun-chaes „Die letz­te Lie­be der Hui-wan“ soll­te Lesen­de trös­ten. Gelingt das auch? Von Cor­ne­lia Trav­nicek

Die Pres­se
Leben in der DDR: Schwei­gen war das Schlimms­te
Der Roman „Falls jemand fragt, wer wir waren“ von Eva Kra­nen­burg ist eine poli­ti­sche und per­sön­li­che DDR-Eman­zi­pa­ti­ons­ge­schich­te.

Die Pres­se
Irvi­ne Welsh: Der Kult­ro­man „Train­spot­ting“ geht wei­ter
Irvi­ne Welsh setzt sei­ne Cha­os-Trup­pe in „Men in Love“ auf eine neue Dro­ge: Lie­be. Die­ses Buch lässt rich­tig die Sau raus und macht, trotz der Spra­che, Spaß.

Die Pres­se
T. C. Boyle: Ein Mil­li­ar­där macht das Kli­ma ark­tisch
In T. C. Boyl­es „Das Ende ist nur ein Anfang“ gibt es in den USA der Zukunft Umer­zie­hungs­la­ger, deren Insas­sen Prä­si­den­ten­re­den aus­wen­dig ler­nen müs­sen.

Frank­fur­ter Rund­schau
Sand­wi­ches für den Mond
Von Lie­be und Abschied – der rumä­ni­sche Dich­ter Mir­cea Căr­tă­res­cu zieht sei­ne poe­ti­sche Lebens­bi­lanz.

Frank­fur­ter Rund­schau
Alle waren dabei
Wie also kön­nen sich „Die Lücken“ auf­tun? Shi­da Bazyar erzählt stim­men­reich und vir­tu­os von der Ver­drän­gung der NS-Zeit in einer klei­nen Stadt.

Frank­fur­ter Rund­schau
So wahn­sin­nig wie die Wirk­lich­keit
Gra­ben wir uns ein­mal tief hin­ein und hin­un­ter: Vale­ria Gor­deevs Debüt­ro­man „Die Zika­de ent­schlüpft ihrer gold­glän­zen­den Hül­le“ ist vir­tu­os, durch­ge­knallt und wahr­haf­tig.

Die Zeit
Hier wird Lite­ra­tur gerupft, skal­piert, ent­sorgt
Ama­zon kauft sel­te­ne Bücher auf, um sei­ne KI zu füt­tern. In einer ihrer Lager­hal­len soll es zuge­hen wie in einem Schlacht­be­trieb.

Tages­spie­gel
Dis­kus­si­on über Buch­preis-Juro­rin Maha El His­sy: Lite­ra­risch ver­pack­ter Anti­zio­nis­mus?
Die jüdi­schen Gemein­den und die „Jüdi­sche All­ge­mei­ne“ wer­fen einer der Juro­rin­nen des Deut­schen Buch­prei­ses, Maha El His­sy, Juden­hass vor. Der Bör­sen­ver­ein des Deut­schen Buch­han­dels hält an ihr fest.

Tages­spie­gel
Aus dem Leben einer Nobel­preis­trä­ge­rin
Das ers­te Buch nach der Aus­zeich­nung der süd­ko­rea­ni­schen Autorin Han Kang ist eine Mischung aus poe­to­lo­gi­schem Essay und Medi­ta­ti­on – getrie­ben von der­sel­ben Fra­ge, die sie schon mit acht Jah­ren hat­te.

Tages­spie­gel
Wenn der Milch­bau­er sich vom Silo stürzt
Kei­ne Best­sel­ler­au­torin kennt die nord­deut­sche Pro­vinz bes­ser. Das Fami­li­en­dra­ma „Bro­der“ ist der bis­her düs­ters­te Dorf­ro­man der Schrift­stel­le­rin aus Husum.

Ber­li­ner Zei­tung
Sebas­ti­an Gug­golz im Gespräch vor Pisa: Lesen gehört zur demo­kra­ti­schen Teil­ha­be
Am 8. Sep­tem­ber wird die neue Pisa-Stu­die ver­öf­fent­licht. Der Vor­ste­her des Bör­sen­ver­eins des Deut­schen Buch­han­dels for­dert ein Umden­ken in der Poli­tik.

Ber­li­ner Zei­tung
Hero­in als Dik­ta­tor? Oder als Mör­der? Über Jean Rolins Roman „José­phi­ne“
So tief, wie Jean und José­phi­ne sich lie­ben, das ist unver­gleich­lich. Doch steht etwas zwi­schen ihnen. Die­ser kur­ze Roman greift ans Herz.

Ber­li­ner Zei­tung
Wie Dave Eggers über Kunst und Sex schreibt und in Ber­lin die Ori­en­tie­rung ver­liert
Das Lite­ra­tur­fes­ti­val hält neben Buch­pre­mie­ren auch poli­ti­sche Debat­ten bereit. Wäh­rend Schirm­herr Boua­lem San­sal ver­wirrt, begeis­tert Dave Eggers.

Ber­li­ner Zei­tung
Nicht immer ist Geschich­te ein Alb­traum: Lídia Jor­ge erzählt von gelun­ge­ner Revo­lu­ti­on
„Die Stun­de der Nel­ken“ führt nach Por­tu­gal. Was die Haupt­fi­gur erlebt, kann auch woan­ders spie­len. Auch des­halb ist das Buch so lesens­wert.

Der Stan­dard
Fotos von Klei­dern nach dem Sex: „Auf den Bil­dern“ von Annie Ernaux und Marc Marie
Annie Ernaux‘ und Marc Maries Buch über Begeh­ren und Zufall, weib­li­che und männ­li­che Kör­per, die Zeit und den Schmerz der Ver­gäng­lich­keit

Der Stan­dard
Tho­mas Gla­vi­nic: „Ein guter Roman ist klü­ger als der Autor“
Nach einer lan­gen Zeit der Stil­le spricht der Schrift­stel­ler über eine bio­gra­fi­sche Kor­rek­tur, die weit über Erfolg oder Schei­tern hin­aus­geht: Was ver­rät Lite­ra­tur über ihren Autor, lan­ge bevor er sich selbst ver­steht?

 

 

 

 

 

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Online seit: 7. Sep­tem­ber 2026

Zuletzt geän­dert: 7. Sep. 2026