Presseschau –7. Juni 2026
NZZ
Der Mann, der sich vor Arbeit fürchtete: Gedenkblatt für einen Schriftsteller
Den Autor Frederick Hazlitt Brennan kennt heute niemand mehr. Allein sein Leben wäre einen Roman wert. Die Zugabe von Manfred Papst.
NZZ
Literatur aus dem Engadin: Wird nun das ganze Dorf verkauft?
Die Auswirkungen des Tourismus und der Immobilienboom beschäftigen auch die Literatur. Flurina Badels Debütroman «Nebelflüchtige» verbindet Poesie mit Zeitdiagnose.
NZZ
Das Leben ist eine Fertigsuppe – Junko Takase durchkreuzt fies die gängigen Erwartungen an die japanische Kulinarik
In ihrem Roman über ein japanisches Büro tobt ein Kleinkrieg. Zwischen Überstunden und Wochenendarbeit, Restaurant am Autobahnkreuz und eisiger Klimaanlage verdorrt die Lust an Onigiri und Okonomiyaki. Derweil lässt Junko Takase die Intrigen spriessen.
NZZ
Was Menschenaffen über die Einsamkeit des Menschen verraten
Im Leipziger Zoo beobachtete Lara Rüter Schimpansen, Bonobos, Gorillas und Orang-Utans. Daraus entstand ein Essay über das Misslingen menschlicher Kommunikation.
Die Welt
„Verdammt und verflucht sollen die sein, die alles so haben kommen lassen“
Vor 50 Jahren starb Gerd Gaiser: Pfarrerssohn, Flieger und angeblich Kandidat für den ersten bundesdeutschen Literaturnobelpreis. Tatsächlich wurde er zum ersten Opfer einer politisch motivierten Kampagne im nachkriegsdeutschen Literaturbetrieb.
Die Welt
Wer dieses Buch gelesen hat, geht anders durch die Stadt
Der Schriftsteller Robert Seethaler ist der literarische Gott der kleinen Leute. Jetzt hat er den Roman eines unscheinbaren Kiezes geschrieben. „Die Straße“ schoss sofort an die Spitze der Bestsellerlisten. Das hat seine Berechtigung.
Die Welt
„Er wird massenhaft Ausländer abschieben. Die Franzosen möchten so eine Regierung“
Der Jahrhundertzeuge Georges-Arthur Goldschmidt will keinen neuen Herzschrittmacher mehr. Doch die Zukunft beschäftigt ihn. Im Gespräch prophezeit er, dass in Frankreich ein Rechtskonservativer Macron beerben wird. Doch der werde nicht Jordan Bardella heißen.
FAZ
Auf der Flucht mit Marianne Faithfull
Wenn Freigeister die Spannungsmaschine am Laufen halten: Ali Smith hat mit ihrem Roman „Gliff“ eine Anleitung zum Widerstand verfasst.
FAZ
May Ayim: „künstlerische Freiheit“
Die mit den harten Kanten nannten sich Konsonanten: Für diese Dichterin gehörte es zur Freiheit ihrer Kunst, auch Worte wählen zu können, die treffen und schmerzen.
FAZ
Eine Mutter, ihr Sohn und das Leben in Dojczland
In seinem Prosadebüt „Vom Fällen eines Stammbaums“ seziert der Frankfurter Lyriker Martin Piekar eine migrantische Mutter-Sohn-Beziehung. Das tut weh, ist sprachlich anspruchsvoll und jede Seite wert.
FAZ
Was suchte Hemingway in Taormina?
In Michael Kleebergs neuem Buch begibt sich ein Literaturwissenschaftler namens Kleeberg auf die Spur des Lebens von Ernest Hemingway. Und findet auf Sizilien etwas, das bisher noch niemand richtig verstanden hat.
FAZ
Wie viele Kilometer muss ich weg?
Kontaktabbruch als Rettungsplan für einen desillusionierten Sohn: Andrea Bajanis in Italien preisgekrönter Roman „Der Jahrestag“.
FAZ
Ein Schweinehund von seltenen Graden
Der Meister der Montage wird selbst zum Gegenstand eines solchen Kunstwerks: Gusel Jachinas Roman über das Genie Sergej Eisenstein.
Die Presse
Die Trump‘sche Weltlogik und das 19. Jahrhundert – der neue, große Roman der Grande Dame der tschechischen Gegenwartsliteratur
Wie bestimmt die Vergangenheit die Geschicke unserer Welt? Das zeigt Radka Denemarková mit ihrem neuen Roman „Schokoladenblut“.
Die Presse
Er hat genug von der Welt und zieht sich auf eine Insel in der Lagune von Grado zurück
Einen Rückzugsroman hat Ursula Wiegele mit „Nur die Laute der Vögel“ geschrieben. Lässt sich der Lärm der Welt so leicht vergessen?
Die Presse
Ein Roman zur Fußball-WM: Auf der Suche nach Kylian Mbappé
Anne Akrich spielt in „Kylian und das Buch meines Lebens“ mit den Erwartungen des Publikums und der Obsession mit Autofiktion.
Die Presse
Dichterin der Woche: Susan Barba
Susan Barba macht in ihren Gedichten Erfahrungen und Erinnerungen erfahrbar. In ihrem Band „Gerechte Sonne“ geht es um Zweisprachigkeit, den Völkermord an den Armeniern und die Nähe von Leben und Tod.
Tagesspiegel
Die Bäume stehen in unerhört luxuriöser Blüte
Das tiefe Glück beim Anblick der Obstblüte: Über die Rolle der Bäume in Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“
Tagesspiegel
Zuversicht in Zeiten der Demütigung
Der libanesische Schriftsteller und Maler Rabih Alameddine erzählt „Die wirklich wahre Geschichte von Radscha, dem Gutgläubigen (und seiner Mutter)“. Dafür wurde er in den USA mit dem National Book Award ausgezeichnet.
Tagesspiegel
Wer die Pfaueninsel auch zu Literatur gemacht hat
Florian Illies wird mit seinem Buch „Träume aus Feuer“ wieder viel Erfolg haben – aber auch Patricia Görg hat sich 2013 mit dem Glasmacher Johannes Kunckel literarisch beschäftigt.
Frankfurter Rundschau
Der Clown im Keller
Virtuose Dichtung aus den Mühlen des Alltags: „Affäre mit einem Erzähler“, der neue Band der Wiener Lyrikerin Daniela Chana.
Frankfurter Rundschau
„Kompromisse mit Lukaschenkos Regime machen den Kampf und alle Opfer sinnlos“
Der belarussische Schriftsteller Alhierd Bacharevič über Utopien, die Zukunft seines Landes und den Wert von Büchern.
Frankfurter Rundschau
Aus der Wundertüte des Tatsächlichen
Olivia Laings Roman „Crudo“, der von der Schriftstellerin Kathy Acker erzählt – und vielem anderen.
Frankfurter Rundschau
Alles geben, ob bei den Freiwilligen oder bei der Sprache
Kleine Ukraine-Bibliothek (80): „Härtetest“, die Zeitschrift „Osteuropa“ über „Die Ukraine in Zeiten des Kriegs“.
Frankfurter Rundschau
Der Schmerz der Freiheit
Überall „blüht die Blume des Abschieds“, schreibt schon Rilke. Wie wir damit in einer Epoche voller Verluste umgehen, davon erzählt Gabriele von Arnim in ihrem neuen Buch. Von Björn Hayer
Berliner Zeitung
Wie man in einer Schatzkiste verloren geht: Judith Schalanskys „Marmor, Quecksilber, Nebel“
Unstillbarer Wissenshunger, flugfähige Materialpoesie und fröhliche Spracharbeit – Judith Schalansky hat ein Kunstwerk aus ihren Poetikvorlesungen gemacht.
Berliner Zeitung
Heike Geißler: Wie die Leipziger Schriftstellerin gegen die Ökonomien der Verachtung kämpft
Und doch findet sie, dass es sich lohnt, die kleinen Schritte zu gehen – anders als ihre Heldin Michaela Kohlhaas. In Berlin eröffnet sie die Autorentheatertage am Deutschen Theater.
Berliner Zeitung
Robert Seethalers Roman in Stimmen: „Die Straße“
Die Bücher des in Berlin lebenden Autors landen zuverlässig auf der Bestsellerliste. Doch das neue unterscheidet sich sehr von seinen Vorgängern.
Die Zeit
Václav-Havel-Bibliothek in Prag steht vor der Schließung
Der renommierten Václav-Havel-Bibliothek in Prag droht das Ende. Nach schweren internen Konflikten beendet auch Havels Witwe ihre Unterstützung für das Kulturzentrum.
Der Standard
Mit Fake Gucci-Hose auf der Bühne: Dinçer Güçyeters lesenswerte Poetikvorlesung
Der deutsch-türkische Schriftsteller Dinçer Güçyeter hat in Graz eine Vorlesung über Schreiben, Ökonomie und die „steife Selbstgerechtigkeit im Literaturbetrieb“ gehalten.
Der Standard
Heiliges Spiel: Der Autor Kurt Leutgeb über Fußball, lange Haare und Pasolini
Kurt Leutgeb ist mit dem Österreichischen Autorenfußballteam im Stadio dei Marmi in Rom aufgelaufen. Ein Essay über Fußballkult, Subkulturen, Utopie und Pier Paolo Pasolini
Der Standard
„Crashtest Dummies“: Mercedes Spannagels Roman über Geschlechterkrieg im Männerdomänen-Büro
Der neue Roman der österreichischen Autorin handelt vom banalen Arbeitsalltag einer Frau, die sich in einer männerdominierten Branche durchsetzen will und wirft einen bösen Blick auf die Leistungsgesellschaft
Der Standard
Wie Autorin Ann Cotten im Band „Poller“ das Deutsche polnisch gendert
Die in Iowa geborene Dichterin stellt in ihrer Poesie die Hierarchie von Sprache und deren Bedeutungen lustvoll auf den Kopf
Süddeutsche Zeitung
Das größte Ich der Nation
Antonio Scuratis gigantischer Romanzyklus über Benito Mussolini hat Italiens Blick auf seine Vergangenheit erschüttert. Nun ist der letzte Band erschienen, „M“. Er ist: eine Warnung.
Süddeutsche Zeitung
Das warme Leuchten einer kalten Nacht
Gaito Gasdanow war einer der besten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Das spricht sich allerdings nur sehr langsam herum. Jetzt ist ein Band mit herrlichen, eigenwilligen Erzählungen erschienen.
Süddeutsche Zeitung
Wurde die Literatur der DDR ausgelöscht?
Ostdeutsche Literatur sei nach dem Mauerfall systematisch aus dem kollektiven Gedächtnis getilgt worden, schreibt der Literaturwissenschaftler Carsten Gansel. Aber kann das stimmen?
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Online seit: 7. Juni 2026
Zuletzt geändert: 7. Juni 2026
