Presseschau – 31. Januar 2026

Nico­las Mahler / Michel Hou­el­le­becq / Marie Lui­se Kaschnitz / Inge­borg Bach­mann / Alex­an­der Schnick­mann / Ste­fan Chwin / Mol­ly Kea­ne / Mag­da­le­na Schre­fel …

NZZ
„Ich kann nicht sin­gen, aber ich lie­be Chan­sons“: Michel Hou­el­le­becq ver­öf­fent­licht ein Album. Es geht – Über­ra­schung – um Bür­ger­krieg und Welt­un­ter­gang
Nach einem Inter­mez­zo als Por­no­dar­stel­ler ver­sucht sich der fran­zö­si­sche Skan­dal­schrift­stel­ler als Sän­ger. Eigent­lich ist es ein Come­back, ers­te Kri­ti­ken sind ermu­ti­gend.

NZZ
Die Wie­der­ent­de­ckung der Mul­ti­kul­tur – der Dan­zi­ger Ste­fan Chwin ist Autor, Wis­sen­schaf­ter, Zeich­ner und vie­les mehr
Sei­ne viel­schich­ti­gen Roma­ne mach­ten in der zwei­ten Hälf­te der neun­zi­ger Jah­re Furo­re, dann kam der Dan­zi­ger Ste­fan Chwin dem deutsch­spra­chi­gen Publi­kum abhan­den. So blie­ben die vie­len Talen­te des heu­te 76-jäh­ri­gen Autors ver­bor­gen. Por­trät eines Ver­ges­se­nen.

NZZ
Arnold Geh­len war ein Ex-Nazi, kon­ser­va­tiv und auto­ri­tär – doch sein Den­ken hilft, die Gegen­wart bes­ser zu ver­ste­hen
In Arnold Geh­lens Den­ken ste­cke „das Instru­men­ta­ri­um des Faschis­mus“, schrieb Theo­dor W. Ador­no. Trotz­dem such­ten Intel­lek­tu­el­le nach dem Krieg das Gespräch mit ihm. Heu­te vor fünf­zig Jah­ren ist Geh­len gestor­ben.

Die Welt
Der Comic, mit dem man ver­steht, war­um Lin­ke dem Aya­tol­lah hal­fen
Im Iran wer­den jun­ge Men­schen ermor­det, weil sie einen Regime­wech­sel wol­len. So war es auch vor fünf Jahr­zehn­ten. Die Gra­phic Novel „Per­se­po­lis“, die die Ver­wir­run­gen der Isla­mi­schen Revo­lu­ti­on zeigt, wur­de zum Sofort­klas­si­ker. War­um sich das Wie­der­le­sen lohnt.

FAZ
Zwi­schen den Zei­len lau­ert der Abgrund
Mol­ly Kea­nes „Das gute Beneh­men“ erzählt vom Nie­der­gang einer Fami­lie. Mit so viel Bos­haf­tig­keit und Dras­tik, dass man von einem Hor­ror­ro­man spre­chen müss­te.

FAZ
Vom Nut­zen der Ver­zet­te­lung
Im Biblio­theks­we­sen wird ein alt­be­währ­tes Hilfs­mit­tel infra­ge gestellt: der Zet­tel­ka­ta­log. Hier kann man lesen, was es dar­an zu ver­tei­di­gen gilt.

FAZ
Da zeigt sich eine Hoff­nung am Fir­ma­ment
Einen spek­ta­ku­lä­ren Auf­hän­ger hat Mag­da­le­na Schre­fels Roman „Das Blaue vom Him­mel“ zu bie­ten: Die Kli­ma­kri­se wird end­lich ernst­haft ange­gan­gen. Doch sein wah­res The­ma sind die Grau­tö­ne einer Fami­lie.

FAZ
Son­ja vom Bro­cke: „6:59“
Hier wird mit der gebo­te­nen Küh­le Äußers­tes ver­han­delt: Ein Gedicht über Ver­seh­run­gen und Abgrün­de, dun­kel, oszil­lie­rend und von anzie­hen­der Leucht­kraft.

Die Pres­se
Was pas­siert, wenn die Fabrik zum Lebens­mit­tel­punkt wird
Wasch­ma­schi­nen-Ech­sen, Nut­ri­as und schwar­ze Kor­mo­ra­ne: „Die Fabrik“ von Hiro­ko Oya­ma­da ist ein selt­sa­mer Ort – die Mit­ar­bei­ter wis­sen gar nicht, was hier über­haupt pro­du­ziert wird. Eine unheim­li­che Para­bel auf unse­re Arbeits­welt.

Die Pres­se
Als Schüs­se vor der liby­schen Bot­schaft fie­len: His­ham Mat­ar erzählt vom Leben im Exil
His­ham Mat­ars Roman „Mei­ne Freun­de“ ist tief­grei­fen­de Refle­xi­on über Ver­trei­bung, Flucht und Exil.

Die Pres­se
War­um unse­re Gegen­wart kein Para­dies ist, erzählt Doro­ta Masłows­ka in ihrem neu­en Roman
Doro­ta Masłows­ka erzählt in ­ihrem Roman „Im Para­dies“ von der Mise­re der Gegen­wart, hoff­nungs­lo­sen Sehn­süch­ten und lässt eine Frau, der es reicht, als God­zil­la wüten.

Ber­li­ner Zei­tung
Autor schwärmt von Ber­lin: „Egal wo man ist, die Ring­bahn ist immer am Hori­zont“
Mit „Gestir­ne“ legt Alex­an­der Schnick­mann sei­nen neu­en Gedicht­band vor. Es geht um die uner­gründ­li­chen Wei­ten des Kos­mos – und die irdi­schen Umtrie­be in Ber­lin.

Tages­spie­gel
„Einer der wich­tigs­ten Comic-Künst­ler im deutsch­spra­chi­gen Raum“: Nico­las Mahler ist e.o.plauen-Preisträger 2026
Alle drei Jah­re ehrt die e.o.plauen-Gesellschaft einen deutsch­spra­chi­gen Comic­schaf­fen­den in Erin­ne­rung an Erich Ohser („Vater und Sohn“). Im Sep­tem­ber wird der Preis an Nico­las Mahler über­reicht.

Der Stan­dard
Leï­la Sli­ma­nis neu­er Roman „Trag das Feu­er wei­ter“ ist eine Hom­mage an Vater
Im Abschluss ihrer Fami­li­en­tri­lo­gie wür­digt die marok­ka­nisch-fran­zö­si­sche Star­au­torin auch die Frau­en ihres Lan­des

Der Stan­dard
„Wir müs­sen wah­re Sät­ze fin­den“: Gesprä­che mit Inge­borg Bach­mann
Im Juni wäre die Schrift­stel­le­rin Inge­borg Bach­mann 100 Jah­re alt. Ein Buch ver­sam­melt nun Gesprä­che mit der Autorin aus drei Jahr­zehn­ten

Süd­deut­sche Zei­tung
Die­se ver­damm­ten Licht­bli­cke in düs­te­ren Zei­ten
Tref­fen sich ein Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­ler und ein jüdi­scher Schrift­stel­ler: Es könn­te so ein­fach sein, mit­ein­an­der klar­zu­kom­men. Wäre da nicht das Zwi­schen­mensch­li­che.

Süd­deut­sche Zei­tung
Lest Marie Lui­se Kaschnitz, sofort
Vor 125 Jah­ren wur­de die Dich­te­rin und Schrift­stel­le­rin Marie Lui­se Kaschnitz gebo­ren. Ihr Werk ist nicht mehr prä­sent – dabei wären ihr Duk­tus der Klar­heit, ihre Gabe der Beob­ach­tung heu­te aktu­el­ler denn je.

 

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Online seit: 31. Janu­ar 2026

Zuletzt geän­dert: 1. Feb. 2026